REFUSED, DONOTS, LAGWAGON - 28.04.2012 - Duisburg, Landschaftspark
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REFUSED, DONOTS, LAGWAGON - 28.04.2012 - Duisburg, Landschaftspark
Exklusiv war das Stichwort an diesem besonderen Abend, in einer außergewöhnlichen Location mitten im Ruhrpott in Duisburg am Rhein. Wo einst die Kumpels hart malochten und Stahl zum Glühen brachten, wurde ein stillgelegtes Hüttenwerk von der "Telekom Street Gig"-Crew zum Punkrock-Tempel umfunktioniert. Wäre das alles nicht eigentlich schon exklusiv genug gewesen, gab es die wenigen Tickets (ca. 1000) nur für die überglücklichen Gewinner einer Verlosung zu ergattern. Diese durften dann an der seit 14 Jahren zweiten Deutschland-Show der kürzlich wiedervereinigten REFUSED vor außergewöhnlicher Kulisse teilnehmen. Support waren die mittlerweile erwachsen gewordenen DONOTS, sowie die lange noch nicht reifen Melodycorler von LAGWAGON. An diesem Abend durfte sich wirklich jeder Konzertbesucher wie ein VIP fühlen, denn statt schnöden Stempel auf der Hand gab es Badges, die man sich über den Kopf streifen musste.
Das recht junge Publikum war anscheinend wohl doch eher wegen der DONOTS und deren neuer Platte "Wake The Dogs“ gekommen, denn man konnte nur wenige Ü35 "oldschool" Anhänger der Schweden unter dem Publikum ausfindig machen. Diese hat es scheinbar alle zum Groezrock/Monster Bash gezogen - oder ist man in diesem Alter einfach aus den Hardcore-Kinderschuhen herausgewachsen?
LAGWAGON - gereifter alter Wein in alten Schläuchen
Den Beginn machten LAGWAGON, die erst kürzlich Ihren Backkatalog remastert veröffentlicht hatten. Gereifter alter Wein in alten Schläuchen war dann auch das Thema der 40-minütigen Show. Wie eh und je spielten sich der kleine Frontman Joey Cape mit der "knöddeligen" Stimme und das dauer-grinsende Riesenbaby Chris Flippin die Bälle zu. Passend zu "Razor Burn“ wurde sich dann auch im Pantomime-Stil der nicht vorhandene Bart rasiert. Gefüttert wurde das Baby jedoch in Punkrock-Manier mit grünen tschechischen Gerstensaft-Fläschchen durch Mister Cape himself. Dass sich Joey dann auch noch über die professionell aufgestellten LCD-Bildschirme lustig gemacht hat (Läuft da der Disney Channel?) sei auch nur einmal am Rande erwähnt.
Die Songauswahl ging ohne große Vorkommnisse querbeet durch die Alben "Duh", "Trashed" und "Let’s Talk About Feelings". Einem Fan mit klassischem LAGWAGON-Shirt wurde die Ehre zuteil, bei einem Song das Mikro von Cape überreicht zu bekommen und mit Unterstützung der Band einen Song mit einzustimmen. Mit "Mai 16" (ein Wunsch eines Fans aus dem Publikum) war dann auch alles vorbei und es steht eindeutig fest, dass die Kalifornier auch nach dem 16. Mai 2012 weiterhin auf hohem Niveau für gute Laune sorgen können.
DONOTS beeilen sich, um Refused zu sehen
Dann weckten die ex- Ibbenbürener schlafende Hunde. Denn die sympathische Erstansage war, dass sie sich beeilen werden, damit sie so schnell wie möglich REFUSED sehen können. So was nennt man wohl musikalische Demut vor den schwedischen Altmeistern. Es wurden fast nur Single-Auskopplungen und Videosongs gespielt. Ältere Songs blieben auf der Strecke. Für DONOTS-Anhänger der Gründertage war wenig dabei. Old (better) songs not included!? Die Stage-Performance von Ingo Donot war jedoch auf allerhöchstem Niveau, die in einem auf den Händen des Publikums laufenden Sängers mündete.
Zwischen den Songs erfuhr man dann noch intimes aus dem Familienleben der beiden Donots-Brüder. Antwort von Mutti Knollmann auf die Info, dass sie am Samstag in Duisburg mit LAGWAGON spielen: "Wie??? Die gibt es noch???"
In der Umbaupause zu REFUSED wurde durch einen sich ewig in die Länge ziehenden sonoren Ton die Spannung bis ins Unermessliche gesteigert. Und als dann noch wie im Theater ein schwarzer Vorhang installiert wurde, wusste jeder, dass sich bald etwas Monumentales abspielen würde.
Der Vorhang fällt: Refused are fucking alive!
Wie zu "New Noise"-Musikvideo-Zeiten bewegte sich Dennis Lyxzén in Ausdruckstanz-Manier so eloquent über die Bühne, dass selbst James Brown über die Pirouetten sichtlich erfreut gewesen wäre. Über die Setlist (s. u.) braucht man an dieser Stelle keine großen Worte verlieren. Die lange Pause hatte dem satten & klaren Soundgewand absolut keinen Abbruch getan. Auch mit 40 Jahren ist Herr Lyxzén sich nicht zu schade, den weiten Weg in die Mitte des Publikums zu wagen und von dort aus einen Song zu performen.
Als Bonus wurden von "Papa“ Lyxzén so einige Lebensweisheiten an die "Generation Y“ gerichtet: "Stay wild - Stay curious - Stay hungry"! Und dass man weniger auf den Kopf und mehr auf sein Bauchgefühl und sein Herz hören soll und kein Mensch einem vorschreiben sollte wie man sein Leben zu leben hat. Hugh! Der Oberpunk hat gesprochen.
Nach nur kurzer Pseudo-Pause kam das schwedische Ensemble noch einmal für eine Zugabe auf die Bühne: "New Noise"!!! Im Anschluss wurde der Eckstein dieser beindruckenden Show mit dem "klassischen" und spannungsgeladenen "Tannhäuser / Derivè" gesetzt.
Ja, das war wirklich große Kunst und die Schweden unterstrichen dies mit einer eigentlich nur im Theater üblichen gemeinsamen Verbeugung vor dem sympathischen und dankbaren Publikum. Nur der Vorhang ist zum Glück kein zweites Mal gefallen …
REFUSED Setlist
01. Worms of the Senses / Faculties of the Skull
02. The Refused Party Program
03. Liberation Frequency
04. Rather Be Dead
05. Coup d'état
06. Summerholidays vs. Punkroutine
07. The Deadly Rhythm
08. Hook, Line and Sinker
09. Everlasting
10. Refused Are Fucking Dead
11. The Slayer
12. The Shape of Punk to Come
Zugabe:
13. New Noise
14. Tannhäuser / Derivè
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Kommentare
was für eine frechheit, dass lagwagon vor den donots spielen mussten, zum glück war ich auf dem groezrock wo die herren mit dem nötigen respekt behandelt wurden.
Wenn ich mir auf YouTube ein Video von Lagwagon aus Duisburg anschaue...das armseligste Publikum, dass ich jemals auf einem Lagwagon-Mitschnitt gesehen habe. Und jetzt verstehe ich auch gut, warum Joey auf dem Groezrock (ja, ich war auch da ;-) ) sagte: "This show is much better than the earlier one."
Echt einfach nur arm.
Lagwagon aus Duisburg:
http://www.youtube.com/watch?v=G2X0N-tcb_0
Das sieht wirklich übel aus ... ein dickes "Pfui" geht an's Publikum ...
Und dafür hat Joey Cape seinen Solo Gig auf dem Groez gestrichen??? Na des hat sich ja gelohnt.
Finanziell hat sich das bestimmt gelohnt. Und wenn Lagwagon am selben Tag noch auf dem Groezrock gespielt haben, ist es doch klar, dass sie hier als erstes ran mussten ... wäre sonst zeitlich bestimmt einfach nicht möglich gewesen.
"Diese durften dann an der seit 14 Jahren ersten Europashow der kürzlich wiedervereinigten REFUSED vor außergewöhnlicher Kulisse teilnehmen"
Kann mich drann erinnern, dass ich die jungs nen tag zuvor in berlin gesehen habe. es war also die 2.^^