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Groezrock 2012 - 28./29.04.2012 - Meerhout (Belgien)

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Groezrock 2012 - 28./29.04.2012 - Meerhout (Belgien)

Es war einmal in einem beschaulichen belgischen Dorf eine Festivität der Extraklasse mit einer Ansammlung von Individuen, die ihresgleichen sucht. Groezrock steht auf dem Plan. Die Vorfreude hing in Form von drei Tickets seit Januar am Bierkühlschrank und konnten es kaum erwarten in ein Bändchen fürs Gelenk transformiert zu werden. Vor der Abfahrt unseres persönlichen Vietnams oder Punk-Rock-Mekkas kam noch ein Anruf aus Landshut durch, der uns bat, noch einen Matrosen anheuern zu lassen. No Worries, we said.

Unser mobiler Untersatz war am Morgen auf Grund der Menge an Gepäck schon nahe dem Erliegen. Drei Leute und ein halbes Schloss in Petto. Der vierte Kumpane stand pünktlich wie ausgehandelt am Bahnhof. Er und sein gefühlter vier Tonnen schwerer Seemannsrucksack. Acht Fäuste und geballte Willenskraft a la Batman schafften es dann doch, vor Open-Air-Bahnhofskulisse dem störrischem Gepäck zu zeigen wo der Frosch die Locken hat.

Here we Go.

750 Kilometer auf dem Radar lagen vor uns und die Laune war auf dem aufsteigenden Ast. Die Laune meines in Rüsselsheim geborenen Mobils dagegen entpuppte sich als mürrisch. Nach furiosen 30 km hinter Nürnberg auf der Interstate A3 verließen ihn die Kräfte. Auf dem Standstreifen Bier zu trinken hat auch so seine Reize. ADAC kam, sah und ermittelte ganz kommissarisch: "Motorschaden, der is in Eimer Jungens." Ja Freunde, Lachen ist gesund.

Abgeschleppt und 430 Telefonate später hatten wir 'ne neue Kutsche und noch genügend Zeit, um in Meerhout vor Anker zu gehen. Eingewiesen, Ausgepackt, Losmarschiert, Palast aufgebaut und die ersten 5nuller geleert war alles Hoffi Toffi.

Zweites Morgenbier inner Hand und CHIXDIGGIT auf'm Zettel ging die 48-stündige Wahnsinnsfahrt los. Applaudierend wurden Chixdiggigt verabschiedet und AUTHORITY ZERO begrüßt. Die spielten ne saftige Mischung aus aggressivem Punk und Surf. Alles im Grünen Bereich.

Langsam torkelnd gings dann im Akkord weiter mit den COPYRIGHTS. Da war unschöner- oder unverständlicherweise nicht so viel los, aber die Meute feierte trotzdem, bis die Latschen durch waren.

Das erste imposante Highlight stand mit BOUNCING SOULS Acoustic auf der Tagesordnung. Turboaufgeregt und wild anfeuernd kamen sie dann und fragten nach dem Wohlbefinden der Fans. Lange Rede, gar kein Sinn. Los ging's. Einen mit Sing-a-Longs gespickten Käsekuchen feuerten meine Helden aus Jersey auf's Parkett. Zwischen grölenden Kehlen wurde demokratisch per Trommelfell-Dezibel-Messgerät abgestimmt, was der nächste Song denn sein soll. 110% Souls ... :)

Durchgeschwitzt und angetütert rief es nach Highlight Nr. 2 am Tage 1 der heiligen Messe. Die Kapelle OFF WITH THEIR HEADS waren nun an der Reihe. Stagediver, Mitsinger, und Ersthörer aller Länder feierten die Jungs durch ihr Set. Selbst meiner Einer ließ es sich mit gebrochenem Handgelenk nicht nehmen, im "Clark Kent"-Stil über die Monitore im Samstags-Super-Ausgeh-Helden-Dress zu fliegen.

BOUNCING SOULS Electric mitgenommen und wieder Knie zitternd dastehend festgestellt, dass sie noch länger Philipp J. Fry leben und spielen sollen. Never Say Die!!!

Rückzug aus dem Kampfgebiet. Pulli anziehen, Süppchen kochen und 5nuller nachlegend wurden die Energiereserven für die Headliner aufgeladen.

Die vor zwei Jahren auftrumpfenden FACE TO FACE ließen sich nicht lumpen und hauten auf den Putz, wie es sich zu vorgerückter Stunde gehörte, bevor LAGWAGON das Zepter der uneingeschränkten Macht an sich nahmen und endgültig der letzte im Raum das Tanzbein schwang. Die Ur-Gesteine ließen es krachen und hatten nicht viel Mühe, einen Gassenhauer nach dem nächsten auf dem Silbertablett zu servieren.

Oft kopiert und selten erreicht, krachte kohlenachlegend im Anschluss der typische RANCID-Sound aus der monströsen Anlage. Der Zug rollte wie ein Güterzug durch den Kopf. Es war ein Fest.

Um die Party auf dem Zeltplatz kam man nicht drum rum und dementsprechend überrollt kamen sich alle vor. Aber kein Problem, man hörte ja schließlich Classic-Rock und damit war alles um 90% superner.

Die Nacht war kurz, es machte Flup-Flup-Flup und sieben Leute standen schon wieder stramm mit PlörBräu in der Hand. Nickend hinnehmend mussten die Dosen unterwegs geleert werden. Zu früh-fröhlicher Stunde schlugen RED CITY RADIO Alarm. Nichtsahnend brüllte mir die Stimme des Gitarristen ins Gesicht und vermöbelte uns das Trommelfell. Volles Fressbrett mit Arschtritt.

Nennt mich einen Quertreiber oder Schubiak aber SUNPOWER konnten mich nicht begeistern und wanderten unter meiner Latte der Erwartungshaltung hindurch.

Mir wurde im Gegenzug ein Kindheitstraum erfüllt. Die Mächtigen MXPX standen tatsächlich vor mir. Unzählige durchgezechte Nächte mit "Slowly Going The Way Of The Bufallo" im Stereo müssen es gewesen sein. Und Sie spielten wie geölt. Meine Kehle tat derbe weh. Danke, Danke, Danke!

Da der Drops noch lange nicht gelutscht war, wusste jeder, was zu tun war. Bier rein, Stimmbänder ölen und Mike Herrera's Tumbledown-Songs anstimmen. War ein weiteres Highlight, den tättowierten-Pomade-Pansen sein Werk verrichten zu sehen.

Die Stimmung stieg und langsam machte ich mir Sorgen, wie lange wohl mein Höschen noch trocken bleiben würde. Niemand geringeres als HOT WATER MUSIC packten die Saiten an und rissen alles mit inbrünstiger Leidenschaft nieder. Chuck is the Shit. True Story.

Leider konnten mich persönlich ALKALINE TRIO und GOOD RIDDANCE nicht mehr so begeistern. Alles in Allem aber Daumen hoch.

Männer mit Tränen in den Augen, sah ich nur als Jenna Jameson verkündete, keine Filme für's lockere Handgelenk mehr zu drehen. DAVE HOUSE hat's an diesem Tag auch geschafft. Ungenierterweise kannte meiner einer keinen Song.  Doch bei 110%iger Stimmung in der Höhle des Löwen war's auch Pupsegal.

Bei TOM GABEL haben dann alle ihr Herz und Leben verloren, als der sympathische Junge auflief. Man musste sich schon in den Bauch boxen um zu merken, das es kein Traum war. Als Chuck Ragan noch von ihm auf die Bühne befohlen wurde, war die Hose nass und das Bier leer. :)

Zeit für die letzte Runde Jäger-Bier und CHUCK RAGAN. Seine Akustik-Alben entführten wohl jeden, der Ahnung von der Materie hat, auf seine eigene ausserkörperliche Erfahrung. Live hat das 'ne ganz andere Dimension angenommen. Houston, back off. Groezrock is ON. Zugaben verteilend und mit-johlend verabschiedeten sich Juppies, Punks, Rocker und die, die noch welche werden wollen von Chuck und dem GroezRock2012.

Gepfiffen auf´s Fazit und die turbonervige Rückfahrt mit nochmaligen treffen eines gelben Engels. Wer nächstes Jahr ´ne Arschladung voll Spaß haben will, sollte sich GroezRock2013 auf die Stirn stempeln.

In diesem Sinne

Cheers

Kommentare

Bild des Benutzers Gast

Wunderbarer Bericht, Danke!

Bild des Benutzers jensen

Pro Dose Bier auf dem Groezrock eine Stilbblüte in diesem Text? Habe mich prächtig damit amüsiert, besten Dank!

Bild des Benutzers Marioschio

genialer bericht! hab richtig spaß beim Lesen gehabt!

Checkt meine Fotoseite auf facebook ! www.facebook.com/MarioSchioPhotography
Bild des Benutzers lockwood

Thank you Toronto...

Bild des Benutzers toniT

Pitte Turkelton

Bild des Benutzers Terror

Auch, wenn ich die letzten beiden Kommentare nicht verstehe - der Bericht ist klasse! Vielen Dank dafür!

Bild des Benutzers tobi

tschuldigung fürs klugscheißen. aber er heißt dave HAUSE.

Bild des Benutzers Marco Rausch

enSCHuldigung...

:)

King for a Day,
Fool for a Life

Bild des Benutzers Si

enTschuldigung

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