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BOUNCING SOULS, THE MENZINGERS, RED TAPE PARADE - 06.05.2012 - Aachen, Musikbunker

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BOUNCING SOULS, THE MENZINGERS, RED TAPE PARADE - 06.05.2012 - Aachen, Musikbunker

Mein erstes Mal im Aachener Musikbunker und dann gleich so ein wundervolles Line-Up: Die BOUNCING SOULS zusammen mit dem Epitaph-Nachwuchs THE MENZINGERS und den Exportbayern von RED TAPE PARADE. 15 Euro, die auch nach 30 Jahren Hopeless Romantics durchaus gerechtfertigt erscheinen.

Mehr leicht verspätet als pünktlich und mit der Erkenntnis, dass Aachen eigentlich Bad Aachen heißt und man wohl nur hier aus nachvollziehbaren Gründen seine Dönerbude „Normal-Uhr Döner“ nennen kann, schlichen wir zur Primetime leicht verängstigt durch die kühlen Tunnel und dunklen Treppen des Musikbunkers ehe wir nach zwei Minuten den mittelgroßen lauschigen Konzertraum erreichten. RED TAPE PARADE hatten zu diesem Zeitpunkt bereits den einen oder anderen Schweißtropfen auf der Stirn, so dass man davon ausgehen konnte, dass die fünf jungen Männer aus dem Freistaat pünktlich um 20 Uhr begonnen hatten. Die Bar hatte eine in etwa gleichhohe Anziehungskraft auf das Publikum wie der melodische 90s Punkrock auf der Bühne. Jenen Menschen aber, die bereits zu früher Stunde Musik mit Bier verbanden, applaudierten nicht euphorisch aber kräftig. Mit Recht, denn die Jungs aus Bayern zeigten durchaus, warum sie seit Jahren immer wieder gerne als Support für Ami-Größen gebucht werden: souveräne Bühnenshow, sympathische Ansagen und regelmäßige musikalische und verbale Verneigungen vor Bands wie LaAGWAGON, JAWBREAKER und den BEASTIE BOYS. Letzteren bzw. ihrem kürzlich verstorbenen Mitbegründer Adam Yauch wurde dann auch kurz vor Ende ein Stück gewidmet - eine warmherzige Einstimmung in den Abend.

Bei den MENZINGERS aus Philadelphia wurde es dann ein wenig belebter vor der Bühne. Das frisch von Epitaph gesignte Quartett spielte an jenem Abend bevorzugt Songs ihres neuen Albums „On The Impossible Past“, was auch den meisten Anwesenden zumindest bekannt zu sein schien. Hier ein Fingerpointer, da ein Backroundgröhler, dort eine schmissige Tanzeinlage. Auftritte beim Groezrock und Monster Bash scheinen der Band langsam aber sicher einen eigenen Status einzubringen, auch wenn HOT WATER MUSIC-ähnliches Gruppenkuscheln ausblieb. Da wundert es auch nicht, dass man einen Tag später in Münster den Headliner gibt und die Jungs von RED TAPE PARADE wieder mit dabei sind. Es geht also auch schon ohne die SOULS. Live fungierte die früher auf Red Scare beheimatete Band mit jeder Menge Spielspaß in den Saiten. Der meist im Midtempo angesiedelte Mix aus Folk, Indie und Punk, getragen durch den prägnanten zweistimmigen Gesang, kam dank des differenzierten Sounds gut rüber und im Gegensatz zu mancher Albumversion wirkten die Songs an jenem Abend erfreulich straight, so dass die MENZINGERS musikalisch an jenem Abend durchaus noch als Punkrock durchgingen. Allen College- und Indiepop-„Vorwürfen“ zum Trotz. Großartige Band, von der man sicherlich noch viel hören wird.

Kurze Erfrischung, kurzer Umbau, schnörkelloser Beginn. New Jerseys BOUNCING SOULS legten forsch los. “Sing A Long Forever”, “Private Radio”, “Kids And Heroes”, Leen On Sheena”. Hitfeuerwerk? Hitfeuerwerk! Gefeiert wurde amüsanterweise von Anfang an in zwei Lagern. Durch die unglücklich platzierte bzw. der Bauweise des Bunkers geschuldete Säule mittig vor der Bühne ergab sich eine fast natürlich wirkende Seperation zweier Gruppen: Links die teils modebewusste, fußwippende, aber keineswegs desinteressierte Adult-Punk-Sektion, rechts der junge aufstrebende Cali-Pogo-Punk-Pulk. Die SOULS verbanden an jenem Abend Generationen so schien es. Leider legten sie nach angesprochenem furiosen Start eine doch sehr zähe und lange Pause ein.  Es folgten zwei Stücke vom kommende neuen Album, die zwar durchaus ansprechend, aber recht gemäßigt daherkamen, minder witzige Blödeleien, angespielte, aber nicht zum Ende gebrachte 40-Sekunden-Brecher und der stets vom Pogo-Lager geforderte „Pizza-Song“. Man hätte sich gewünscht, dass die SOULS jene 25-minütige Auszeit wenigstens gleichmäßiger auf das Set verteilt hätten. Denn irgendwie war nach 45 Minuten ein wenig die Luft raus. Sektionsunabhängig. Da halfen auch die „True Believers“ gegen Ende nur kurz auf die Beine.

Als die Souls nach gut 55 Minuten die Bühne verließen und auch nicht wieder den Weg aus dem Backstage fanden, blickte man in das ein oder andere fragende bis enttäuschte Gesicht. Kein „Gone“, kein „Gasoline“, kein „Anchors Aweigh“? Dabei hatte doch alles so gut angefangen ...

Kommentare

Bild des Benutzers Hoss

Bei setlist.fm gibt's die Setlist zu dem Abend... Dann kannst du die vielen geilen, alten Songperlen die die Souls an dem Abend auf Publikums-Wunsch zum besten gegeben haben mal kennenlernen - das war ziemlich in der Phase, die du als Auszeit beschreibst. ;) Nichts für Ungut, war ein geiler Abend und ist ein nettes Review, bis auf die eine, ungerechtfertigte, Passage. Denn hey, so voll war es in dem Laden nicht, dass sie ihr klassisches BestOf-Set spielen mussten. Da kann man an nem Sonntag-Abend auch schon mal ein paar gaaanz alte Hits auspacken!

Bild des Benutzers Benni

ich weis, dass es keine murxsongs waren ;) aber ich empfand es schon so als wären damit nich alle so d'accord gegangen. vorallem nich mit den vielen Pausen zwischendurch. vll war köln anders?

love and logic ?!

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