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Facebook kämpft mit stumpfen Waffen

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Facebook kämpft mit stumpfen Waffen

Seit dem Börsengang ist klar: Facebook steckt in der Bredoullie. Der Wert der Aktie ist im Rekordtempo in den Keller gerutscht; viele Käufer fühlen sich von den Playern im Big (Money-)Business um ihr Geld betrogen. Wer die wirklichen Gewinner hinter dem Börsengang sind, ist für die meisten völlig unklar; Mark Zuckerberg dürfte aber auch heute noch weit entfernt davon sein, am Hungertuch zu nagen.

Was also tun, um die Anleger davon zu überzeugen, dass Facebook ein dauerhaft lukratives Geschäftsmodell darstellt? Wie bekommt man den Kurssturz der Facebook-Aktie in den Griff? Facebook ist das größte Social Network der Welt, aber offensichtlich haben die Betreiber des Netzwerkes Probleme, ihre Internet-Spielwiese vernünftig zu monetarisieren. Natürlich konnte man bei Facebook Werbung buchen und das funktionierte offensichtlich bis zum Börsengang auch relativ gut. Allerdings sind hier die Einnahmen in der Vergangenheit rückläufig gewesen und so macht man sich in der Firmenzentrale so seine (irrsinnigen) Gedanken, wie man weitere Einnahmequellen ausschöpfen könnte.

Und es trifft gerade die kleinen, weniger gut betuchten Seitenbetreiber, die in den letzten Jahren das Netzwerk als Marketing-Instrument genutzt hatten, ziemlich hart: Facebook entwickelte die Idee, diese Seitenbetreiber könnten doch auch dafür bezahlen, um mehr Leute zu erreichen, wenn sie ihre Einträge auf ihrer Marketing-Seite veröffentlichen. Kurzerhand wurde man bei jedem Eintrag, den man auf seiner Seite, die man mit persönlichen Engagement, viel Einsatz und Herzblut aufgebaut hatte, darauf hingewiesen, dass man noch viel mehr Nutzer mit einer gesponsorten Meldung erreichen könnte. Schön und gut - "kann man machen, muss man aber nicht", dachten sich vermutlich die meisten Nutzer.

Den erhofften Erfolg brachte diese Strategie für Facebook offensichtlich nicht und so greift man mittlerweile zu härteren Maßnahmen. Vor drei bis vier Wochen, nachdem die Eingabemaske für die gesponsorten Meldungen aufgetaucht ist, war noch nichts davon zu spüren, dass man durch die Neuerung Nachteile haben würde. Die Meldungen erreichten auch weiterhin die mit der eigenen Seite befreundeten Nutzer und man hatte das Gefühl, dass man durch die gesponsorten Meldungen lediglich ein weiteres Instrument zur besseren Verbreitung seiner Marketing-Maßnahmen an die Hand bekommen hatte.

Mittlerweile dürfte allerdings so ziemlich jeder die Erfahrung gemacht haben, dass man sehr viel weniger Nutzer mit seinen Postings erreicht (bei In-Your-Face.de sind es Einbrüche von bis zu 70 Prozent) und dass die virale Verbreitung der eigenen Meldungen gegen Null tendiert. Facebook hat also die grobe Keule rausgeholt und sich gedacht: "Wenn die nicht freiwillig zahlen wollen, zwingen wir sie eben dazu".

Der Börsengang von Facebook trifft also nicht nur die vielen Klein-Anleger, die ihr Geld mit dem Kauf einer Aktie zum Fenster rausgeschmissen haben, sondern auch die unzähligen Fanseiten-Betreiber, für die die Plattform ein wichtiges Instrument zur viralen Verbreitung ihrer Neuigkeiten geworden ist. Hinter den meisten Fanseiten stecken keine großen Firmen mit einem schier unbegrenzt hohen Marketingbudget, sondern kleine Firmen, Musiker, Indie-Labels und Non-Profit-Organisationen, die jetzt in die Röhre schauen.

Ob Facebook damit den erhofften Geldregen herbeiführen kann, sei an dieser Stelle einmal stark angezweifelt - Neuerungen dieser Art haben aber in der Vergangenheit auch schon ein ähnlich stark aufgestelltes Netzwerk innerhalb kürzester Zeit ins Straucheln gebracht und anschließend in die Bedeutungslosigkeit geführt. Bei Facebook ist diese Befürchtung allerdings unbegründet, denn Meldungen wie "Ich geh jetzt mal ordentlich Kacken | Tee trinken | frühstücken" werden auch weiterhin auf der eigenen Pinnwand zu sehen sein.

Und irgendwie kehrt Facebook damit dahin zurück, wo sie einst angefangen haben - in die totale Sinnlosigkeit ...

Kommentare

Bild des Benutzers fab

ja aber trotzdem sind doch viele unter anderem ihr auch da angemeldet da wird immer rum geheult wie scheisse facebook ist aber es ist ja auch doch so praktisch... ich find den beitrag relativ naiv und peinlich auf etwas zu schimpfen und im gleichen zug die dienste zu nutzen. meldet euch doch ab wenns scheisse is. wenn ihr gut seid wird in your face auch ohne fb weiter leben.

Bild des Benutzers barracuda

Facebook stellt kein dauerhaft lukratives Geschäftsmodell dar. Facebook ist die momentan angesagte Popkultur des World Wide Web - und als solche vergänglich.

Bild des Benutzers @fab

Weil man etwas selber nutzt, darf man es nicht kritisieren oder wie soll man deinen Kommentar verstehen?

Bild des Benutzers Gast

nein, ich finde es nur etwas heuchlerisch/komisch/paradox wie teilweise in der musiklandschaft mit dem thema facebook umgegangen wird. viele bands, fanzine´s ect beschweren sich das fb eben so schlecht ist denoch begeben sie sich in eine gewisse abhängigkeit weil man ja sonst "niemand erreicht". ich jedenfalls hab bisher nicht die erfahrung gemacht das auf konzerten eine band (ob "groß" oder "klein") facebook gadankt hat das sie so viele fans haben, du?... eher im gegenteil, da kommen dann so beiträge wie dieser wo ich mir wieder denke najaaaaa, die klicks likes ect. nimmt man ja gerne an auch wenn man nur darüber schimpft. ich find komisch...

Bild des Benutzers Timo

@fab: Natürlich werden wir uns deswegen nicht gleich bei Facebook abmelden - es hat lange genug gedauert und viel Arbeit gekostet, die Seite dort aufzubauen. Trotzdem muss es doch wohl erlaubt sein, ein System, das man nutzt, zu kritisieren. Sonst müssten wir ja im Gegenzug auch sofort aus Deutschland auswandern, wenn uns hier irgendwas nicht passt :)
Natürlich hat Facebook als Marketing-Instrument auch weiterhin noch eine gewisse Bedeutung (es ist ja nicht so, dass man niemanden mehr erreicht). Ich persönlich lasse mich aber mal überaschen, was da in Zukunft noch kommt ...

Bild des Benutzers Timo

Nein, natürlich nicht - aber warum sollte ein Musiker/Künstler etc. Facebook denn auch danken? Dafür, dass er dafür sorgt, dass Facebook einen Mehrwert bekommt, den es ohne den Künstler nicht hätte? Wir haben hier doch eine typische Win/Win-Situation, von der beide Seiten profitieren ... und Facebook dankt es den Bands ja auch nicht, dass sie ihr System mit Musik und Neuigkeiten versorgen und damit User binden und sogar neue für Facebook dazu gewinnen.
Ich denke einfach, hier wird ein falscher Weg eingeschlagen, den man dringend nochmal überdenken sollte.

Bild des Benutzers Alexis

sorry, aber ich hab den artikel nich wirklich kapiert, nur noch 30% der leute die zB die IYF-Seite liken sehen noch die aktualisierungen dieser??? (und welche 30%?) Ist es dass was da jetzt passiert ist? und ducrh nutzung einer premium-funktion könnte man dass wieder aufheben?

Bild des Benutzers Timo

So in etwa trifft es das ... nach welchen Kriterien Facebook die Aktualisierungen anzeigt oder nicht anzeigt, kann ich dir nicht genau sagen. Es sind auch immer unterschiedlich viele Nutzer, die die Aktualisierungen zu sehen kriegen.
Die Bezahlversion läuft dann ähnlich wie Werbung. Man bezahlt für eine Aktualisierung einen Betrag von fünf oder neun Euro und die Aktualisierung wird anschließend mehr Nutzern angezeigt.
Das Problem ist, dass man für jede Aktualisierung diesen Betrag bezahlen müsste.

Bild des Benutzers bexx

jetzt mal im ernst: wenn ich infos suche, klicke ich hier auf die seite, die fb-seite gehört dazu und ist quasi unvermeidbar, aber für mich ist das vollkommen unwichtig... da wirst du den tag über mit so vielen sachen überschwemmt (wenn du die aktualisierungen nicht eh auf eine vermeintlich wichtige auswahl reduziert hast), dass man das eh höchstens überfliegt... vollkommen überbewertet, dass man da wirklich so furchtbar viel mit erreicht, weil sich einfach alle drauf stürzen und alle versuchen, einem irgendwelche infos / werbung / was-auch-immer anzudrehen...

Bild des Benutzers Marioschio

was erreichte personen betrifft gibts auf meiner Seite auch weniger, ist mir auch stark aufgefallen, denoch finde ich zurcht das man in einem System aktiv sein kann und es gleichzeitig kritisieren darf. Für viele Künstler, Bands, Magazine oder was auch immer ist facebook aber auch eine Chance um Ihre Musik, Kunst oder ähnliches zu verbreiten. Ich werde auch weiterhin meine Fotoseite bei Facebook haben, denn durch fb erreich ich nun mal die meisten Personen, zahlen dafür werde ich jedoch nicht, egal was sich facebook da noch so ausdenken wird.

@timo: klasse artikel, find ich gut das hier mal ein bissel anzusprechen, viele bekommen sowas gar nicht richtig mit. Denke gibt auch genug Anreiz zu eier diskussion hier ;)

Checkt meine Fotoseite auf facebook ! www.facebook.com/MarioSchioPhotography
Bild des Benutzers Patze

also muss dem artikel wiedersprechen ... ich habe mir auch vor einführung der neuen "promofunktion" die statistiken meiner seite angeschaut, habe dabei keine drastischen einbrüche der impressionen usw. wahrnehmen können ... hab das mit der gesponsorten meldung auch schon versucht ... ergebnis: mehr impressionen (logisch, mein posting verschwindet ja auch nicht mehr so schnell zwischen den 1.000 anderen updates die minütlich gepostet werden)
also sehe da nix negatives sondern vielmehr wird mir die möglichkeit gegeben wirklich einen großteil meiner anhängerschaft zu erreichen und nicht nur die die jede sekunde auf fb verbringen

Bild des Benutzers @Patze

Was ist das denn für eine Seite? "Rechtschreibung? Not in my name!"?!

Bild des Benutzers Rainer K

Facebook ist doch totaler Schrott in 10 wenn nicht sogar in 5 jahren sind die Platte keine Frage...es besteht jetzt schon nur noch aus einem Spamnetzwerk

Bild des Benutzers Peterww1

Facebook stellt kein wirklich lukratives Geschäftsmodell dar...das ist fakt und von Werbung leben in Zeiten von Ad Blockern...Wer von EUCH...Hand aufs Herz klickt denn freiwillig auf die Werbeanzeigen um Facebook zu fördern? Anderen machen das auch nicht...zudem kommt das die Seite kaum noch Wachsen kann...ist ja jeder schon dort...was passiert ohne Wachstum ??? nee ...es bleibt nicht so wie es ist...es verwelkt...die Natur duldet sowas nicht..warum... jeden Tag mehr kosten aber keine Mehreinnahmen...Millionen Bilder täglich brauchen Platz usw... die Server werden zugemüllt und kosten nur noch während keine Mehreinnahmen entstehen...Facebook müsste Geld verlangen = Todesurteil ...warum für den Schrott bezahlen wenns eh 1000 kostenlose Seiten gibt

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