Grimme schützt vor Viacom nicht

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Grimme schützt vor Viacom nicht

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Auszeichnungen, Charisma, Beliebtheit und Kompetenz nicht vor der Absetzung. Das Musikfernsehen der Zukunft wird schlimmer als die chinesische Wasserfolter. Gab es schon in der Vergangenheit nur wenig Gründe, MTV oder VIVA einzuschalten, so wurden einem diese durch die enervierenden Werbeeinblendungen mehr als verleidet. Wer hätte gedacht, dass es eine Steigerung der Peinlichkeit von "Ruf-Mich-An"-Privatfernsehen-Werbeblöcken gibt?

Doch Klingeltonbetreiber kennen kein Pardon, ihre Werbung ist penetranter als Klinkenputzer der Bibeltreuen Christen und zielt hemmungslos auf das Taschengeld unmündiger Jugendlicher. Das scheint locker zu sitzen, denn schließlich haben Jamba und Konsorten in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres Werbespots zum Bruttopreis von über 66 Mio. Euro geschaltet. 66 Millionen Gründe gegen einen Grimme Preis. Da hat Charlotte Roche keine Chance. Und Mixery Raw Deluxe auch nicht. Und vielleicht auch 290 Arbeitsplätze nicht. Denn Viacom als neuer MTVIVA Eigner setzt auf massengeschmäcklerische Kartoffel-Clips en bloc und Blödmann-Serien aus Amiland. So werden Kapazitäten frei, die man dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stellen kann. Musik- (dasselbe gilt für Privat-) Fernsehen ist nun mal nichts anderes als Dauerwerbesendung mit schwachen redaktionellen Inhalten. Hier geht es nicht um die Vermittlung von Werten oder gar um Kunst. Es geht um die Vermehrung von Kapital. Quote rules. Quote sucks.

Erinnert sich noch jemand an die hehren Ziele, die bei der Gründung von VIVA ungeniert zum Besten gegeben wurden? Geblieben ist davon nichts, weil a) niemand selbst daran glaubte und b) Subkultur nun mal nicht massentauglich ist. Mit Einschaltquoten unter fünf Prozent ist kein Geld zu verdienen. Das ist aber Sinn und Zweck einer AG, Anleger erwarten Dividende und keine coolen Musikclips. Die schauen sie sich ohnehin nicht an... So sieht es nun mal immer aus, wenn Branchenfremde glauben, sich um Musik kümmern zu müssen. Da hat sogar Thomas Gottschalk am Wochenende bei "50 Jahre Rock-Bockmist" mehr Kompetenz bewiesen. Und das will einiges heißen...

Text: Ralph Buchbender.

Eingetragen von Ralf am 08.01.2008

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Kommentare

Betrachte Benutzerprofil.
Erstellt von: YOU.KNOW (9. August 2009 - 02:24)

woho.
du hast voll Recht..
ich stimme dir zu !

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