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ALL ABOARD!? Nö - Einer für alle, alle für einen!

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ALL ABOARD!? Nö - Einer für alle, alle für einen!

All Aboard, gegründet 2009, kommen aus Mönchengladbach, spielen schörkellosen Punkrock vom Herzen für Herzen und veröffentlichen dieser Tage ihr Debüt "Twelve Little Compliments". Wie sollte es auch anders sein: 12 Compliments, 12 Fragen. Here we go ...!

IYF: Wer oder was sind All Aboard!? Wie ist All Aboard! entstanden?

David: Wir sind eine Punkrockband aus Mönchengladbach. Gegründet haben wir uns 2009 und seitdem sind wir mit kleineren Pausen eigentlich ständig und so viel wie möglich unterwegs. Wir vier haben uns über verschiedene Ecken kennengelernt. Entstanden sind wir eigentlich aus einem Zwei-Mann-Akustik-Projekt, welches irgendwann dann aber den Drang verspürte, ein Schlagzeug mit an Board zu haben. Ironischerweise wusste ich damals von Marius nur, dass er Gitarre spielt. Ich fragte ihn deshalb erst, ob er nicht jemanden geeignetes kennen würde, bevor ich dann erfuhr, dass er selbst Schlagzeug spielt. Artur und Nils kannten sich schon lange vorher und kamen dann fast logischerweise dazu. Einen Tag vor der ersten Probe wurde dann ein Bier zusammen getrunken und es hat direkt gefunkt. In Sachen "Nebenbeschäftigungen" ist von "kreativen Pausen" bis Studium und Arbeit eigentlich alles dabei.

Marius: Ich mache noch nebenbei das Booking für das Horst-Festival und veranstalte Shows hier in Gladbach, aber reich werden tut man davon natürlich nicht.

IYF: Ihr kommt vom Niederrhein. Möchengladbach. Nicht unbedingt bekannt für eine bunte Punkrockszene. Wie seid ihr zum Punkrock gekommen und wie gestaltet sich die Konzertlandschaft in hiesigen Gefilden?

Marius: Wir sind alle mit Punkrock aufgewachsen. AYS (mit denen wir uns auch den Proberaum teilen) oder Abfuck sind Bands, die wir schon alle sehr lange kennen und schätzen. Das war und ist einfach unser persönlicher Geschmack von Musik. Mönchengladbach hat sicherlich keine große, aber dafür eine doch recht "gesunde", bodenständige Szene. Gerade wenn man bedenkt wieviele bzw. wie wenig (knapp 250000) Einwohner Gladbach hat. Es gibt immer wieder Bands aus unserer Ecke, die es zu nationaler Bekanntheit gebracht haben. Seien es nun EA80, Settle The Score oder die leider aufgelösten Nein Nein Nein. Es gibt ein paar Jugendzentren in der Umgebung und seit 2009 haben wir mit dem Roots-Club auch endlich wieder eine Location für internationale Bands. Darüber hinaus gibt es hier mit "Trusty Chrods" und "Do You Care" auch zwei recht aktive Veranstalter.

IYF: Ihr seid seit eurer Gründung schon ganz gut rumgekommen in Deutschland und habt sicherlich auch schonmal Einblicke bekommen, wie das Leben als Punkrocker an den verschiedenen Stätten so vor sich geht. Habt ihr nie den Drang verspührt dem Berlin- und Hamburg-Hype zu erliegen? Ist Gladbach auch sowas wie eine Herzensangelegenheit?

David: Zittau ist besser als Berlin! Letzlich haben wir eine Show in diesem auf den ersten Blick totesten Ort Deutschlands gespielt und die Jugend im Umkreis von 50 Km hat sich dann auf unserem Konzert wiedergefunden. Dass war großartig und extrem feuchtfröhlich. Aber im Ernst: Berlin ist sicher eine tolle Stadt und für uns war es dort bisher auch immer sehr angenehm. Mittlerweile haben wir dort warscheinlich ein größeres Stammpublikum als hier in Gladbach. Trotzdem verspüren wir immoment nicht den Drang uns woanders niederzulassen.

Marius: Philipp von Cowboy Poetry hat es bei unserem letzten Aufenthalt in Berlin ganz gut zusammengefasst: "Die Leute hier haben einfach zu viel Freiheit". Der Junge ist zwischenzeitlich nur noch mit einer Jeansweste und nem Diadem herumgelaufen, aber niemanden hat es gejuckt.... Zum Feiern, zum Unterwegs sein ist Berlin schon toll. Auf Dauer wäre uns das aber glaube ich zu anstrengend. Gladbach ist uns schon ans Herz gewachsen. Wir sind hier alle aufgewachsen und freuen uns einerseits so oft wie möglich unterwegs zu sein und andererseits auch dann wieder nach Hause zu kommen.

IYF: Unter anderem seid ihr ja schon mit Nothington und The Riot Before getourt, die ja sicherlich irgendwo auch zu euren Einflüssen gehören. Sicherlich perfekt für euch. Wie kam es dazu und wie sind die Jungs drauf? Ihr habt ja gerade erst wieder mit ihnen gespielt.

Marius: Genau. Wir mögen diese Bands sehr gerne. Sowohl ihre Musik als auch die Typen hinter den Instrumenten. Mit Nothington haben wir zum ersten Mal bei unserer fünften Show gespielt. Ich habe den Veranstalter so lange genervt bis wir uns die Bühne teilen durften.

David: Nach und nach ist dann unsere Freundschaft gewachsen und mittlerweile geht es so weit, dass Nothington jetzt das nächste Konzert zusammen mit uns in Gladbach auf ihrem Tourpass mit einer Bierflasche gekennzeichnet haben.

Marius: Der Kreis wird eigentlich immer kleiner und mittlerweile macht eigentlich auch der große Teich nichts mehr aus. Mit Spanish Gamble haben wir uns beispielsweise während ihrer Europatour für eine Zeit Probe- und Schlafraum geteilt und mittlerweile haben wir fast täglich Kontakt. Das ist schon eine feine Sache!

IYF: Helft mir kurz. Wie wird euer Label ausgesprochen?

Es folgt eine Lehrstunde in Buchstabieren und Aussprache

Marius: Bakraufarfita Records. Aber frag bitte nicht was das heißt.

IYF: Na gut. In jedem Fall seid ihr da jetzt und am 16.09. erscheint dann auch euer Debüt "Twelve Little Compliments". Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und seid ihr zufrieden dort gelandet zu sein?

Marius: Mit dem Label in Kontakt sind wir schon mit unserer Split mit Francesco gekommen. Wir haben für unser Album mit diversen Menschen gesprochen aber bei Bakraufarfita gab es für uns einfach die nettesten und geilsten Typen und den fairsten Deal.

David: Außerdem haben wir mit Schrappmesser, der neuen Band von Ingo Donot, sicherlich mit die witzigsten Labelmates.

IYF: Kommen wir zu eurem Album. Aufgenommen habt ihr es ja hier in Gladbach. Wie gestaltete sich der Prozess, die Songauswahl und wie zufrieden seid ihr mit dem Ergebnis?

Marius: Yes. Audiodesign Studios. Den Menschen dort kannte ich schon länger, aber bis es dazu kam, dass wir konkret aufnehmen wollten, wusste ich noch nicht, dass dort richtig Qualität drin steckt. Qualitativ wollten wir uns natürlich weiterwentwickeln und den Sound gegenüber unseren letzten Veröffentlichungen verbessern. Sascha von Audiosign kam mir dann wieder in den Sinn und der Typ hat sich wirklich richtig in die Materie eingearbeitet. Wir waren zusammen im Proberaum, haben uns super verstanden und letztendlich hat er genau den Sound rausgeholt, den wir nicht zu definieren wussten und ihm versucht haben mit etlichen Musikbeispielen zu verklickern.

David: Es ist wahnsinnig, was der Typ teilweise für Ideen hat, die erst total bescheuert wirken und sich hinterher als große Gewinne für die Platte rausgestellt haben. Da wir unsere Platte in Abschnitten aufgenommen haben, konnten wir außerdem immer wieder mit neuen Ideen und Eindrücken ins Studio gehen.

Marius: Richtig. Außerdem ist es auch ganz angenehm nicht ein halbes Jahr am Stück ein Metronom auf dem Ohr zu haben. Zur Songsauswahl lässt sich sagen, dass es eigentlich keine Songauswahl gab. Die Platte sollte "Twelve Little Compliments" heissen. Im Studio ist uns dann aufgefallen, dass wir aber nur elf Songs haben und so ist dann der zwölfte Song spontan entstanden. Sicherlich auch ein Grund mit dafür, dass er sich ein wenig von der Platte abhebt.

IYF: Richtig! Das wäre meine nächste Frage gewesen. Einfach mal Bock auf Hardcore gehabt?

David: Wir haben nach einem runden Abschluss gesucht. Nach einer Art Outro. Außerdem wollten wir noch ein Seefahrerthema auf dem Album haben. Wir sind ja schließlich All Aboard! Dass wir auf Leihbasis über den Kram von AYS gespielt haben, hat dann sicherlich für den Hardcore-Touch gesorgt.

IYF: Wenn man eure Platte so rotieren lässt, kommen einem etliche Bands von Übersee in den Sinn, die vorallem diesen so gutmütigen, romantischen Trinker-Punkrock spielen. Was fasziniert euch so an dieser Art von Musik?

David: Die Romantik besteht darin, dass die Songs einfach passieren. Da ist nichts erzwungen und speziell gewollt. Wir wollen niemanden kopieren. Die Musik reflektiert uns einfach am besten.

Marius: In vielen Kritiken zu unserem Album lese ich beispielsweise den Vergleich mit Gaslight Anthem, den ich spätestens nach ihrem letzten Album nicht mehr nachvollziehen kann. Ähnlich bei Verweisen auf Hot Water Music: Klar, super Band, aber ich finde 0, dass wir so klingen.

Es folgt eine rege Diskussion über Vergleiche und Verweise mit dem Fazit, dass HWM und TGA als gröbste Richtung (gerade für Unwissende) doch ganz gut passen und man nur schwer den Blickwinkel auf die eigenen Songs wechseln kann. Außerdem ist man sich einig, dass die Christendiskussion um Brian Fallon und The Gaslight Anthem berechtigt, aber überzogen ist.

IYF: Die nächste Frage finde ich persönlich fragwürdig, weil zu oft diskutiert, aber wir brauchen ja zwölf Fragen: Eure Texte handeln von alltäglichen, meist schönen oder romantischen Dingen wie gebrochenen Herzen, Freundschaft und dem ein oder anderen Bier. Inwieweit seid ihr auch eine politische Band? Muss Punkrock überhaupt (wörtlich) politisch sein?

Marius: Ein Song von uns ist schon klar politisch. Generell stimmt es aber schon, dass wir nicht gezwungen versuchen Politik zu verarbeiten und keine Band des erhobenen Zeigefingers sind. Wir zeigen unsere Ansichten denke ich durch andere Dinge. Durch unsere Herngehensweise oder die Locations, in denen wir spielen. Jede Punkrockband sollte eine gewisse politsche Einstellung mit sich bringen. Dass man darüber heutzutage leider immernoch diskutieren muss, ist traurig.

David: Diskussionen über Politik gehören zu unserem Lebensalltag. Tagtäglich werden wir damit konfrontiert. Man kann sich davor ja fast garnicht retten. Wir verarbeiten in unseren Songs Dinge, die uns persönlich am Herzen liegen. Das kann Politik sein, muss aber nicht.

Marius: Oftmals ist es auch schwierig auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Bei arg politischen Bands wie beispielsweise Propagandhi kann ich mir oft nicht vorstellen, dass immer alle Mitglieder einer Meinung sind. Trotzdem haben diese Bands natürlich ihre absolute Daseinsberechtiung.

IYF: Am 18.09. gibt es hier in Gladbach eure Release Show. Erzählt uns was zu eurem Set und zu euren geladenen Gästen.

Marius: Mit uns werden Nothington, Cowboy Poetry und Clap Your Hands Twice spielen und feiern. Wir haben ein großes Aufgebot an Freunden geladen und ich empfehle allen Anwesenden am folgenden Montag die Arbeit ruhen zu lassen. Es wird sicherlich sehr ausgelassen. Wir haben Bock! Wir werden viele Songs des Albums spielen, aber auch ein paar alte Lieblingssongs, die genauso mit dazu gehören.

IYF: Danach gehts für euch schon weiter durch Europa. Italien, Österreich, Frankreich und Tschechien stehen zum ersten Mal auf eurer der Liste. Habt ihr eine spezielle Show/ein spezielles Land auf die/das ihr euch besonders freut?

Marius: Richtig. Ich glaube ich spreche für alle wenn ich sage, dass wir einfach Bock auf die Erfahrung haben. Wir lassen uns da überraschen.

IYF: Zur Zukunft: Habt ihr schon Pläne wie es langfristig für euch weitergeht?

Beide (sinnhaft, nicht im Chor!): Wir sind zufrieden wenn es so weitergeht. Den Spaß behalten, Leute treffen, dieses besondere Hobby einfach weiter ausleben.

IYF: Vielen Dank für das Interview und bis bald!

Weitere Infos zu

Kommentare

Bild des Benutzers Marius

Releaseshow ist am 18.9. :)

Bild des Benutzers Benni

<p>oh ja der alte fehler. geändert ,;)</p>

love and logic ?!

Bild des Benutzers Finde den Fehler

"Es folgt eine Leerstunde in Buchstabieren und Aussprache"

Bild des Benutzers Benni

<p>kann nichts sehen ;)</p>

love and logic ?!

Bild des Benutzers N from Nordstadt

aus dem wortgeballer über vergleiche und verweise hätte ich gern zitate :D schlappe 180% drehung.

generell ganz schön diskussionsfreudig, die herren schiffahrt... mehr davon!

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