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FAVEZ: "Manchmal mögen die Leute leicht verdaulichen Plastik-Scheiss wie Nickelback"

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FAVEZ: "Manchmal mögen die Leute leicht verdaulichen Plastik-Scheiss wie Nickelback"

FAVEZ: "Manchmal mögen die Leute leicht verdaulichen Plastik-Scheiss wie Nickelback"

Mit ihrem aktuellen Longplayer "En Garde!", der am 01.04 erscheint, werden die Schweizer FAVEZ sicherlich nicht nur unsere Redaktion begeistern (siehe Review hier), sondern im einundzwanzigsten Jahr der Bandgeschichte auch weitere Fans rekrutieren können.

Darüber hinaus kann man sich das sympathische Sextett ab dem 28.04 auch auf deutschen Bühnen anschauen (Tourdaten gibt es hier). Grund genug also, uns einmal mit Sänger und Gitarrist Chris Wicky zum Interview zu verabreden und dem FAVEZ-Frontmann einige Fragen über das neue Album, die wichtigsten Erkenntnisse aus den letzten zwanzig Jahren und die Zukunftspläne der Band zu stellen.

IYF: Hallo Chris, stell dich und FAVEZ doch am besten einmal kurz vor. Wo kommt ihr her, wo wollt ihr hin und wie würdest du eure Musik beschreiben?

Chris: Hallo, schöne Grüße nach Deutschland, mein Name ist Chris [Wicky], ich singe und spiele Gitarre bei FAVEZ. Die Band besteht aus Guy [Borel] an der Gitarre, Yvan [Lechef] am Bass, Fabrice [Mentron] am Schlagzeug, Jeff [Albelda] am Rhodes und am Piano und Maude [Oswald] an der Orgel. Wir kommen aus Lausanne in der Schweiz und haben in den letzten zwanzig Jahren melodischen Rock gespielt, manchmal folklastig, aber immer episch. Das Ziel unserer Band ist, es, weiterhin Songs aufzunehmen und live zu spielen.

IYF: Vielleicht gleich zum Anfang einmal eine Frage, die mich selbst ein wenig wahnsinnig macht und in der ich gerne endlich Klarheit hätte: Wie wird euer Bandname eigentlich ausgesprochen?

Chris: Fah-vèz. Ich hoffe, die Antwort nimmt dir deine Schlaflosigkeit.

[img_assist|nid=21395|title=|desc=|link=node|align=right|width=200|height=200]IYF: Mit „En Garde!“ legt ihr kommenden Freitag euer neues Album vor, was unterscheidet den neuen Longplayer von eurem bisherigen Material? Weshalb ist „En Garde!“ genau das Album, bei dem unsere Leser zugreifen sollten?

Chris: Zuerst einmal beinhaltet das Album großartige Songs voller Einsatz und Authentizität . Keine Berechnungen, kein Make-Up, kein Rumgepose, einfach sechs Leute, die eine verdammt große Menge an Zeit dafür aufwenden, die Songs zu schreiben und aufzunehmen, die sie lieben und auf die sie sehr stolz sind. Wenn das nicht ausreicht, gibt es sowohl die Art von Songs, die du beim ersten Anlauf nicht magst, die aber mit der Zeit immer besser werden, als auch Lieder, die sofort wie alte Freunde klingen, die du schon ewig kennst. Und wenn das immer noch nicht ausreicht, wird es auch noch eine 180 Gramm Doppel-LP mit Download-Code geben und eine Limited Edition, die drei CDs umfasst und eine Best Of-CD sowie eine B-Seiten Compilation enthält. Aber ernsthaft, der Fokus liegt für uns klar auf den Songs. Manche sind traurig, manche sind blödsinnig, manche sind ironisch und manche sind clever, sie beschreiben das gesamte Spektrum unserer Emotionen. Wir hoffen, ihr werdet das Album genau so lieben, wie wir als Band dies tun.

IYF: Hast du persönliche Favoriten auf eurem neuen Album, die du uns besonders ans Herz legen würdest?

Chris: Das Album ist in der Schweiz schon seit einem Monat draußen und es hat den Anschein, als hätte jeder einen anderen Favoriten. Meine Favoriten sind „Like The Old Days“, „Tearing Down The Highway“ und „End The Show“, aber viele Leute mögen auch „Heart Of A Cynic“ und „On“.

IYF: Ihr habt euch für „En Garde!“ mit Andrew Scheps einen großen Produzenten ins Boot geholt, der unter anderem bei Bands wie U2 oder den RED HOT CHILI PEPPERS an den Reglern saß. Wie ist eine derartige Zusammenarbeit zustande gekommen und wie habt ihr von der Arbeit mit Scheps profitiert?

Chris: Andrew hat sich mit uns in Verbindung gesetzt, weil er bisher hauptsächlich am Abmischen von Alben und nicht so sehr an der eigentlichen Produktion beteiligt war. Die Produktion ist die Gelegenheit, bei der ein Song wirklich zum Leben erwacht, man an den Details arbeitet und den Songs Charakter gibt. Er wollte das mit einer relativ unbekannten Band machen, die die künstlerische Seite der Musik mehr betont als den kommerziellen Aspekt. Dadurch, dass er schon mit Rick Rubin gearbeitet hat, wusste er wirklich, was er tut und schaffte es, uns immer wieder dazu anzutreiben, die Songs auf verschiedene Art und Weise noch interessanter zu gestalten. Ich denke, was wir von ihm gelernt haben, lässt sich am Besten so zusammenfassen: Das Lied ist wie ein Kind. Es hat seinen eigenen Charakter, wenn es geboten wird, aber die Band muss es erziehen, muss Einsatz zeigen und ihm Leben einhauchen, um ihm zu helfen, ein angenehmer, bewundernswerter und kreativer Erwachsener zu werden.

[img_assist|nid=21396|title=|desc=|link=node|align=left|width=200|height=131]IYF: Als sich FAVEZ vor 21 Jahren gründete, war ich gerade einmal vier Jahre alt, man kann euch also sicherlich mit Fug und Recht als „alte Hasen“ im Rock-Geschäft betrachten. Wie schafft ihr es nach so langer Zeit noch, kreative und neue Ideen zu haben? Woher kommt die Inspiration für ein Album wie „En Garde!“?

Chris: Ich denke, der wichtigste Teil von FAVEZ ist, dass wir uns, wenn wir an einem Album arbeiten, nie fragen, wie wir klingen sollten. Wir lassen die Songs immer die Band führen und nicht andersherum. Wenn du für eine lange Zeit Musik machen möchtest, ist es wichtig, nicht auf einen bestimmten Stil oder Sound festgelegt zu sein, sondern der Person, die du zum Zeitpunkt der Aufnahme bist, treu bleibst. Im Alltag ist es ja fast dasselbe: Wenn du für zwanzig Jahre in die gleichen Bars gehst und dir die gleiche Musik anhörst, verliert das Ganze irgendwann den Reiz. Wenn du dir hingegen immer neue Herausforderung steckst und immer neue Dinge findest, die du liebst, wirst du niemals wirklich alt.

IYF: In meinem Review zu „En Garde!“ habe ich vor allem euer sehr stimmiges und erwachsenes Songwriting hervorgehoben. Wie verläuft der Songwriting-Prozess im Hause FAVEZ und hast du in dieser Hinsicht einen besonderen Tipp für junge, aufstrebende Bands?

Chris: Vielen Dank dafür! Wir haben eigentlich zwei unterschiedliche Songwriting-Prozesse. Wir machen entweder alle gemeinsam eine Menge Krach und sobald 2-3 Sekunden davon cool klingen, spielen wir sie immer wieder und versuchen etwas zu finden, dass den Part fortsetzt. Oder aber Jeff [Abelda, Piano] und Ich treffen uns bei mir im Wohnzimmer und schreiben einen Refrain oder eine Strophe, an deren Dynamik und Melodie wir dann gemeinsam mit der Band arbeiten. Ich muss sagen, ich mag die erste Art des Songwritings, weil wir alle beteiligt sind und jeder den Song als sein eigenes Baby sieht. Leider funktioniert diese Art des Songwritings aber nicht immer oder sie verschlingt zu viel Zeit, so dass wir auf die zweite Art zurückgreifen müssen. Als Ratschlag für jüngere Bands habe ich eigentlich nur eine Sache: Es gibt immer einen Moment im Songwriting, wo man sich denkt „Hey, dieser Part fühlt sich hier nicht richtig an“ oder „Hey, dieser Part klingt etwas holprig“. Ignoriert dieses Gefühl nicht! Gebt niemals auf, schreibt den Part neu oder findet einen Besseren. Es kann gut sein, dass ihr diesen Song viele Jahre lang für viele verschiedene Leute spielen müsst, also macht es doch Sinn, einfach aus Respekt vor dem Song, dem Publikum und eurer Band ein wenig mehr Zeit zu investieren.

IYF: Ihr habt inzwischen über 1000 Auftritte absolviert, was schon eine verdammt bemerkenswerte Leistung darstellt. Hat man nach so vielen Konzerten überhaupt noch Lust, auf die Bühne zu gehen, oder hat man irgendwann alles schon gesehen? Gibt es vielleicht irgendwelche spektakulären On-The-Road-Geschichten der Band oder ein spezielles Konzert, das dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Chris: Konzerte zu geben, wird nie zur Routine. Ich denke, der große Unterschied zu früher ist, dass wir inzwischen mehr Vertrauen in unsere Songs haben. Wir sind ein bisschen stolzer auf das, was wir tun und weniger nervös, was die Reaktion des Publikums angeht. Dadurch machen die Konzerte auch ein kleines bisschen mehr Spaß als noch vor zehn Jahren. Auch, wenn wir inzwischen nur noch etwa 50 Shows im Jahr spielen, während das vor zehn Jahren noch etwa 100 waren, macht das Ganze immer noch jede Menge Spaß. Konzerte sind ein bisschen wie Sex: Eigentlich immer dasselbe, aber doch immer anders und meistens großartig.

Mit Touranekdoten kann ich kaum aufwarten, weil wir keine besonderen "Party Animals" sind und wir, wenn wir auf Tour sind, meistens eher Kirchen besuchen und Konzerte spielen, aber die Shows, an die ich mich besonders positiv erinnern kann, waren größtenteils Shows in Deutschland. Die Show mit SCUMBUCKET im Bielefelder Forum vor etwa zehn Jahren war das erste Konzert, auf dem ich mich erinnere, gedacht zu haben „Hey, es könnte sein, dass wir gar nicht so schlecht sind“. Das Wild At Heart in Berlin war 1999 so dermaßen heiß, dass ich am Ende unseres Auftritts schon kurz vor der Ohnmacht stand, wenn ich nur meinen Fuß hochheben musste, um das Effektpedal zu treten. Aber ich denke, meine absolute Lieblingsshow war der Auftritt in Bern vor drei Wochen, was nach zwanzig Jahren doch mal ein sehr gutes Zeichen ist.

IYF: Ich habe mich, als ich „En Garde!“ das erste Mal gehört habe, sofort geärgert, dass ihr mit eurer Musik immer noch nicht den Ruhm erlangt habt, der euch meiner Meinung nach zusteht, während sich Bands wie NICKELBACK ihre Wohnzimmerwände mit Platin-Alben tapezieren können. Hofft ihr, mit „En Garde!“ endlich den großen Durchbruch zu schaffen oder seid ihr mit eurem Status als Geheimtipp ganz zufrieden?

Chris: Das interessiert mich eigentlich überhaupt nicht. Die Mainstream-Hörerschaft war schon immer beschissen. Manchmal mögen die Leute gute Bands, aber meistens tun sie das aus den falschen Gründen. Bei LED ZEPPELING mochten die Leute die Vocals, bei den BEATLES mochten sie „Obladi-Oblada“, bei den STONES die Drogen und manchmal mögen sie einfach leicht verdaulichen Plastik-Scheiß wie NICKELBACK. Ich denke, unsere Songs sind großartig, aber ich habe absolut kein Problem damit, sie einem kleineren Kreis an Zuhörern vorzustellen, die wirklich an Musik interessiert sind und nicht an Bands, die sich goldene Glitzer-Kleider anziehen, eine Tonne Make-Up auflegen und Lap-Dances verteilen, um die großen Massen anzulocken. Ich bin sicherlich der Erste, der zugibt, dass wir keine besonders „extreme“ Band sind, aber ich denke trotzdem, dass unser Sound und unsere Einstellung nicht unbedingt etwas für Leute ist, die eigentlich LADY GAGA hören, aber ab und an auch nichts gegen eine verzerrte Gitarre einzuwenden haben.

IYF: Was darf man in der Zukunft von FAVEZ erwarten?

Chris: Das Selbe wie immer. Wenn wir genug Platten verkaufen, um das nächste Album bezahlen zu können, werden wir das tun. Wir werden Songs schreiben, wir werden auf Tour gehen und wenn uns eines Tages unsere eigenen Songs langweilen oder niemand mehr unsere Musik hören möchte, werden wir mit der Musik aufhören. Im Moment lieben wir es aber mehr als je zuvor, live zu spielen und neue Songs zu schreiben und ich hoffe, wir können damit noch für eine sehr lange Zeit weitermachen.

IYF: Vielen Dank dafür, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast, die letzten Worte gebühren dir ganz alleine. Wenn du unseren Lesern noch etwas mitteilen möchtest, ist dies jetzt deine Chance.

Songs & Passion vs. Technique & Presentation. Ehrlichkeit ist so viel aufregender und interessanter als Leute, die von dir nur das schnelle Geld abgreifen wollen. Danke für das Interview.

Kommentare

Bild des Benutzers Vera

Nickelback ist die beste band die es gibt!!! Und ich höre nichts anderes!!!! Und das einzige was leicht verdaulicher Plastikscheiß ist, ist euer/dieser Artikel!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Bild des Benutzers @vera

HAHAHAHAHAH APRIL APRIL :D

Bild des Benutzers Vera

Das war enst gemeint!

Bild des Benutzers Flowerking

Ja, und bei McDonalds gibt's auch das beste Essen, das es gibt, gell ?????

Bild des Benutzers Vera

Bild des Benutzers clarissa

komm schon, es glaubt dir eh niemand, dass es tatsächlich leute gibt die wirklich gerne nickelback hören

Bild des Benutzers Vera

es muss niemand glauben, man muss aber auch nicht sagen das es plastik scheiß ist

Bild des Benutzers Yo

Alles Plastikscheiss außer Led Zeppeling

Bild des Benutzers Vera

Wenn du meinst...

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