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LANDMINE MARATHON: Es geht ganz klar darum, eine bestimmte Art von Brutalität rüber zu bringen.

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LANDMINE MARATHON: Es geht ganz klar darum, eine bestimmte Art von Brutalität rüber zu bringen.

Schon vor acht Jahren konnte mich LANDMINE MARATHON mit ihrem Debüt „Wounded“ überzeugen. Die folgende Split mit SCARECROW sorgte dann endgültig dafür, dass die amerikanische Death Metal Walze, die den ursprünglichen Charme von BOLT THROWERs „Realms of Chaos“ versprüht, ein regelmäßiges Stell-dich-ein mit meinem Plattenteller hat. Mit „Sovereign Descent“ folgte der musikalische Höhepunkt und mit „Gallows“ ein würdiger Nachfolger. Wer auf solch einen gleichbleibend hohem Niveau Alben veröffentlich und sich immer mehr zu einer Konstante in meinem Musik-Universum mausert, muss unbedingt dem Rest der Welt nahegebracht werden. Basser Matt Martinez nahm sich also die Zeit, ein paar Fragen zu beantworten.

IYF: Lass uns doch mit einem kurzen Abriss der Geschichte LANDMINE MARATHONs beginnen. Wer war und wer ist in der Band? In welchen anderen Bands habt ihr gespielt? So was in etwa.

Matt: LANDMINE MARATHON wurde 2004 von mir und Grace Perry gegründet. Seitdem hat es viele Besetzungswechsel gegeben. Aktuell sind Ryan Butler, Dylan Thomas, Raul Varela, Grace und ich in der Band. Ich habe mal in einer Band namens SUICIDE gespielt, die ein paar Alben raus gebracht hat. Ryan war bei UNRUH aktiv und Raul spielt noch bei IMPALED. 

IYF: „Gallows" ist euer vierter Longplayer seit eurem Debüt in 2006. Das macht vier Alben und zwei EPs in acht Jahren, ganz schön aktiv seid ihr. Was hat sich seitdem für die Band hinsichtlich des Songwritings und den Aufnahmen verändert? 

Matt: Oh, sehr viel hat sich verändert, nicht nur das Line-up der Band. Ryan ist kurz nach „Wounded“ zu uns gestoßen und wurde schnell zu unseren Haupt-Songwriter. Unsere Songs haben mehr Struktur bekommen und wir haben uns auch getraut, mehr Soli einzubauen. Ryan hat seit dem ersten Demo die Aufnahmen gemacht. Es ist ist immer noch großartig mit ihm zusammenzuarbeiten. Als Songwriter UND Bandmitglied weiß er ganz genau wie LANDMINE MARATHON klingen soll und was wir uns von den Aufnahmen erwarten. Ich habe das Gefühl, dass die Band mit jeder Veröffentlichung stärker und besser wird. 

IYF: LANDMINE MARATHON passt mit ihrer Musik nicht so richtig in die top-selling Trends, weil es kein Metalcore, kein reiner Death Metal und auch kein reiner Grindcore ist. Hört sich ziemlich englisch an, nicht wahr? Beschreib doch mal den Lärm, den ihr produziert. Was sind eure Einflüsse?

Matt: Da hast du vollkommen Recht mit deiner Einschätzung. In der Tat, wir lieben so viel unterschiedliche Musik. Trotzdem sind unsere stärksten Einflüsse BOLT THROWER, CARCASS, NAPALM DEATH, DISCHARGE und frühe europäische Death Metal Bands genauso wie frühe Punk und Hardcore Bands.

IYF: Worum geht es in eurer Musik? Was wollt ihr mit ihr ausdrücken? Und worüber sind die Texte? Irgendwelche tiefen Aussagen?

Matt: Die Texte, die Grace schreibt, sind ausnahmslos fiktiv. Die Texte von „Gallows“ basieren auf Sagen und Kindergeschichten aus dem 17. Jahrhundert, die oft mit morbiden und dunklen Szenarien und Bildern besetzt sind und kein glückliches Ende nehmen. Bei unserer Musik geht es ganz klar darum, eine bestimmte Art von Brutalität rüber zu bringen. Dabei schauen wir ganz konkret auf die Riffs und den Groove eines Songs, weniger auf technische Finessen an den Saiten oder vordergründige Effekte. 

IYF: Prosthetic Records ist zur Heimat für viele junge, vielversprechende Metal Bands geworden und hat Sony als Vertriebspartner. Was bedeutet die Zusammenarbeit mit Prothetic Records für die Band? Ist das ein Vor- oder vielleicht doch ein Nachteil?

Matt: Prosthetic ist ein großartiges Label, das vollkommen hinter uns steht. Wir schätzen diese Unterstützung sehr. Der Vertrieb ist professionell und vor allem weitreichend. Das ist ganz klar ein Vorteil für die Band. Was das für unsere Entwicklung bedeutet, kann ich noch nicht abschätzen. Ich hoffe, dass noch mehr Leute unsere Album zu hören bekommen und wir so weiter machen können wie bisher. 

IYF: Ihr kommt ja bekanntlich aus Phoenix, Arizona. Ist das nicht eine große Bürde aus einer Stadt  mitten im Nirgendwo zu kommen, aus der auch Thrash Metal Legenden wie FLOTSAM & JETSAM und SACRED REICH kommen? Wie ist die Szene in Phoenix?

Matt: Phoenix ist eine Wüste und es ist extrem heiß dort. Das erklärt ein wenig die Wut und die Aggressionen, die sich in unserer Musik widerspiegeln. Dass wir aber nur sechs Stunden von Los Angeles entfernt sind, lässt uns weniger isoliert vorkommen. Arizona hat eine kurze, aber umso reichhaltige re Geschichte von außergewöhnlichen Thrash Metal Bands, ATROPHY, FLOTSAM & JETSAM, NUCLEAR DEATH und SACRED REICH. Da hast du Recht. Die Szene hier ist sehr eng verknüpft, viele großartige Bands kommen aus Arizona. Ich zähle unter den vielen Bands VEKTOR, SORROWER und RITUALS zu meinen persönlichen Favoriten. 

IYF: Ihr seid zur Zeit sehr damit beschäftigt, überall auf der Welt Konzerte zu spielen. Habt ihr schon mal in Europa gespielt? Habt ihr Pläne für eine Tour hier in Europa?

Matt: Wir haben es leider noch nicht nach Europa geschafft. Aber das steht ganz weit oben auf unserer Prioritätenliste. Wir hoffen, dass wir später im Jahr nach Europa kommen können.

IYF: Kommen wir zum Ende. Was steht für LANDMINE MARATHON in der nahen Zukunft auf dem Zettel? 

Matt: Deep Star Six wird Ende März eine Single mit zwei neuen Songs veröffentlichen. Und dann ist unser Plan, so viel wie möglich auf Tour zu sein und Orte zu besuchen, an denen wir noch nie gespielt haben.

IYF: Dann kann ich ja nur noch hoffen, dass ihr uns sehr bald live beehren werdet. Alles Gute für die Zukunft.

Matt: Vielen Dank! Wir sehen uns.

 

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