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LIFE OF AGONY: Liebe, Sex und Yoga

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LIFE OF AGONY: Liebe, Sex und Yoga

Wohl kaum jemand hätte je mit einer Reunion gerechnet. Doch die Crossover-Kultband der 90er ist mit einem neuen Album zurück. Bereits 2003 spielten LIFE OF AGONY zwei „River Runs Again“-Reunion-Shows in New York – eigentlich als einmalig angesetzt. Aber Keith Caputo, Joey Z, Alan Robert und Sal Abruscato bekamen wieder Lust auf mehr.

Nachdem sie bereits 2003 und im letzten Jahr für wenige Aufritte nach Deutschland kamen, spielten sie nun im Mai in der Markthalle in Hamburg vor einer begeisterten Menge.Einige Stunden zuvor traf das IN-YOUR-FACE den charismatischen Sänger Keith Caputo, der extra seine Yoga-Übungen für das Interview verschob…

IYF: Wie ist das Gefühl in der Band, als Life of Agony zurück zu sein?

Keith: Es ist großartig! Es ist intensiv und aufregend. Wir haben wirklich eins der besten Alben eingespielt, die wir je zusammen gemacht haben. Und wir sind alle sehr aufgeregt, es live zu performen, es zu fühlen und es an die Leute weiterzugeben!

IYF: Nachdem du 1997 ausgestiegen bist und sich Life of Agony 1999 komplett aufgelöst haben, hast du dich auf Solopfade mit deinem Album „Died Laughing“ begeben. Was hast du noch gemacht?

Keith: Ich war auf Tour mit Travis und Coldplay. Außerdem habe ich in Europa gelebt. Unter anderem ein paar Jahre in Amsterdam. Und ich schreibe ununterbrochen Songs. Es ist ein Prozess, der nie aufhört. Ich habe so viel Musik geschrieben, von der niemand etwas weiß. Ich warte auf besondere Momente und dann lasse ich es einfach raus. Aber ich werde damit nie zu einem Major Label gehen oder so etwas in der Art.

IYF: Hast du denn trotzdem manchmal die Zeiten mit Life of Agony vermisst?

Keith: Manchmal… ja, manchmal.

IYF: Ihr hattet den ersten großen Erfolg mit „River Runs Red“ 1993 und es gab daraufhin viele Bands, die versucht haben diesen besonderen Musikstil zu kopieren. Aber wie ist es umgekehrt: Gab es Vorbilder, die die Musik von Life of Agony beeinflusst haben?

Keith: Mhmm… wir haben nie wirklich versucht, wie jemand anderes zu sein. Weißt du, es gibt viele Künstler, die ich liebe, die ich fühle und die mich durchdringen. Zum Beispiel Iggy Pop, David Bowie, Jim Morrison, Robert Plant. Ich liebe The Doors, Led Zepplin, Pink Floyd, Marvin GayE… und so geht es immer weiter und weiter… Stevie Wonder! Alles, was ich die Jahre über gehört habe. Und ich spiele gerne klassische Musik. Beethoven war mein größter Antiheld. Ich habe keine Helden und Vorbilder. Ich glaube nicht, dass jemand mehr… (macht staunendes Geräusch und gestikuliert) ist… weißt du? Das einzige, was ich wirklich aufregend finde, ist das Geheimnis des Lebens. Das ist mein Held. Das ist etwas, zu dem man aufschauen kann. Wir menschlichen Wesen strahlen alle und ich bin nicht besser als irgendjemand anderes! Natürlich hat jeder eine andere Meinung darüber, aber ich persönlich denke, dass jeder etwas Besonderes ist!

IYF: Okay, lass und ein bisschen über das neue Album sprechen. Es ist wieder mit Gefühlen vollgepackt und mit großartiger Musik kombiniert. Wie würdest du es beschreiben?

Keith: Ich glaube, es ist ein sehr mitleidiges Album. Ich denke, es ist voll von Raserei und einer anderen Art von Wut. Es gibt viel Kummer, aber auch blutdürstige Gefühle, weißt du? Und eine Menge Wahrheit, Konfrontationen und offenbarte Emotionen: Viele Menschen machen eine schwierige Zeit durch, bis sie einige Dinge über sich selbst verstehen. Und das Album beinhaltet viel Vergebung. Du findest also Elemente des kompletten Gefühlsspektrums. Ich glaube, es ist ein sehr furioses, mitleidiges Album!

IYF: Und wo sind die Unterschiede zu den alten Alben?

Keith: Ich glaube, es gibt gar keinen Vergleich! Ich bin jetzt 32 und viel stärker und gesünder als ich es mit 19 war. Ich habe nicht die geringste Ahnung, was ich damals getan habe. Für mich gibt es keinen Vergleich von „River Runs Red“ zu „Broken Valley“.

IYF: Also ist es etwas wirklich Neues?

Keith: Oh ja, komplett!

IYF: Hast du persönliche Lieblingssongs vom neuen Album?

Keith: Natürlich! “Wicked Ways”, “Last Cigarette”, “Broken Valley”, “No One Survives”,…. “The Day He Died”. Hm…Ich mag viele!

IYF: Fühlt ihr daher eine Art Druck, den Erwartungen der Fans nicht gerecht werden zu können oder wollt ihr einfach nur wieder Musik machen mit einem klaren Kopf…

Keith:…und einer guten Familie! Wir sind ein großartiges Team! Wir fühlen keinen Druck von außen. Wir lieben Musik, wir lieben uns, wir lieben unsere Fans und das ist der Punkt, wo alles anfängt und aufhört!

IYF: Auf euren Konzerten sieht man viele Leute mit alten Life of Agony-Shirts und alle gröhlen eure Texte mit! Was fühlst du in so einem Moment? 

Keith: …Ich fühle mich großartig! So etwas veranlasst mich, mich unbeschreiblich zu fühlen! Dass wir so viele Menschen erreicht haben… Wir haben gesiegt! Wenn ich heute Nacht sterben würde, würde ich es mit einem Lachen tun! Ich würde glücklich sein und ich hätte mit meinem Leben Frieden geschlossen!

IYF: Okay, dann lass uns abschließend ein kleines Brainstorming starten und du sagst mir einfach, was dir spontan einfällt!

Keith: Liebe…. ist sie mein Feind oder mein Freund?, Sex, Yoga, Leidenschaft, Sehnsucht, meine Ex, Liebeskummer, Mami, Mut.

Fotos: Sony/BMG & Kinga.

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