In-Your-Face.de

MYRA: "Wir wissen selbst noch nicht, was auf uns zukommt!"

Sie sind hier

MYRA: "Wir wissen selbst noch nicht, was auf uns zukommt!"

MYRA: "Wir wissen selbst noch nicht, was auf uns zukommt!"

Es ist ca. 20.40 Uhr am Samstag, den 05. Februar 2011 in einem kleinen Ort in Nordrheinwestfalen. Wir sitzen in einem Werkraum einer Hauptschule, welcher in einen Backstageraum umfunktioniert wurde und auf der benachbarten Bühne des Geseker Rockcity Festivals geben TORIAN gerade alles und entzücken mit ihrem Truemetalsound nahezu alle langhaarigen Besucher. Wir, das sind neben mir als kundiger IYF-Reporter Spühle (Gesang), Heavy (Gitarre) und Felix (Bass) von der Leipziger Metalcoreband MYRA, müssen uns mit dem anstehenden Interview etwas beeilen, denn der geplante Auftritt als Coheadliner ist in ca. einer halben Stunde. Trotzdem muss die Zeit reichen, um ein paar brennende Fragen zum letzten Album, zum Besetzungswechsel am Schlagzeug sowie zu Zukunftsplänen zu beantworten.

IYF: Im Vorfeld zur Veröffentlichung eures neuen Album "Godspeed" habt ihr ein "Appetizer"-Video auf youtube eingestellt, welches die Vorfreude noch verstärken sollte. Dabei seid ihr mit Aussagen wie "Myra 2010, ihr wisst nicht, was Euch erwartet ..." ganz schön nach vorne gegangen und habt ordentlich auf die Pauke gehauen. Wie kam diese Art der Promotion an?

Felix: Ziemlich gut, also wir haben uns da schon bewusst etwas aus dem Fenster gelehnt, aber Sören von Alternastyle, mit dem wir schon lange zusammenarbeiten, hat das schon mit anderen Bands gemacht und uns schnell überzeugen können.

Spühle: Eigentlich war dies auch nicht so für die breite Masse gedacht, eher als Vorstellungsvideo für Agenturen und Labels. Bissige Kommentare von den pc-Jungs gab es da eher kaum, vielmehr wurde der oben angeprochene Satz, mit dem das Video schließt nur recht oft ironisch zitiert. Die meisten Leute, die wissen, wie wir ticken, wussten schon, dass wir damit ordentlich auf den Schlamm gehauen haben. Also der ist bei vielen Leuten hängengeblieben ...

IYF: Das neue Album ist seit einem knappen Jahr draußen. Was ist daran neu? Ihr habt es im Vorfeld als "hittiger" bezeichnet, was genau meint ihr damit?


Felix: Wir wollten Songs mit etwas klareren Songstrukturen schreiben, also Sachen, die im Ohr hängen bleiben. Genau dies ist doch bei vielen Bands der Szene etwas abhanden gekommen.

Heavy (hat gerade einen Jim Beam eingeschenkt bekommen): Vor drei Jahren haben wir ja schon mal ein Interview gemacht und da hattest Du uns eine Frage nach unserem Stil gestellt. Nach wie vor, damals wie heute gilt, wir machen das, worauf wir Bock haben. (Anmerkung: Heavy drückte sich damals wie folgt aus: Dabei stand vor allem im Vordergrund, dass wir als Musikliebhaber etwas machen wollten, was uns gefällt und was wir auch selbst gern hören.). Wenn ich zu einem Konzert gehe, dann will ich die Songs erkennen und mitsingen, nicht nach einer Stunde rausgehen und denken, war ein cooler Sound, aber sonst irgendwie nichts ... Wir sind dann einfach etwas minimalistischer an die Songs gegangen.

IYF: Habt ihr auch beim Songwriting etwas anders gemacht? Hatten Auftritte bei größeren Festivals (z.B. With Full Force, Mach1 usw.) auch Einflüsse darauf?

Heavy: Die erste Platte (The Venom It Drips) wurde ähnlich gemacht, wie die meisten Bands anfangen: Man steht zusammen im Proberaum, feilt an den Songs und es entwickelt sich was. Das neue Material ist ganz anders entstanden, denn jeder hat Ideen, Songstrukturen, Riffs etc. mitgebracht, die wir dann gemeinsam gehört haben, um uns dann zu beraten, was wir wollen und wie die Songs klingen sollen. Es gab insgesamt eine stärkere Planung.

Felix: Außerdem war der Zeitraum, in dem die Godspeed-Songs entstanden, deutlich kürzer als beim vorherigen Album. Für uns als Bands waren die Songs als das Vorabvideo, zu dem Du uns eben fragtest, aufgenommen wurde, auch noch total frisch und wir fanden das neue Material so euphorisierend, dass dadurch auch etwas das "auf-die-Kacke-hauen" erklärt werden kann.

Heavy: Das Songwriting ist meiner Meinung von größeren Auftritten nicht so betroffen.

Spühle: Na ja, vielleicht schon in dem Sinne, dass man live recht schnell merkt, was funktioniert. Allerdings ist es prinzipiell egal, ob man vor 100 oder 2000 Fans spielt.

IYF: Was gab es denn bislang an Reaktionen auf "Godspeed"? Wie haben z.B. Oldschool-MYRA-Fans auf den z.T. vorhandenen Stilwechsel (u.a. cleane Refrains im Hintergrund etc.) reagiert?

Felix: Also auf "The Venom It Drips" fand ich, waren ja durch das Duett mit der Sängerin noch stärkere cleane Vocals am Start, aber bei unserem neuen Teil war uns wichtig, dass wir starke, eingängige Refrains schreiben. Das war sicherlich auch ein großer Punkt beim Schreiben der neuen Songs.

Heavy: Was Reviews usw. anging, haben wir zum größten Teil sehr gute Bewertungen bekommen. Natürlich gab es auch berechtigte Kritik, denn wir haben mit "Godspeed" auch keine perfekte Platte gemacht ... Wer schafft das schon? Insgesamt aber sind wir mit den Rezensionen sehr zufrieden.

Felix: Das würde ich auch sagen, aber das einzig Traurige an einigen Reviews war, dass unsere Musik ziemlich in den Hintergrund gestellt und wir eher von unserem Look und unserer Attitüde her bewertet wurde. Das kann ich nicht so ganz ernstnehmen, wenn jemand über meine Frisur mehr schreibt, als über unsere Songs!

IYF: Im letzten Jahr gab es dann auch einen Wechsel im Lineup, der langjährige Drummer Hando nahm aus beruflichen Gründen Abschied. Nun sitzt Max hinter der Schießbude. Wie könnt ihr selbst Band und Familie/Jobs unter einen Hut bringen?

Felix: Also natürlich ist es immer schwer, alles unter einen Hut zu bekommen, v.a., da nur Max und ich als Studenten eher eine freiere Zeiteinteilung haben als der Rest. Heavy arbeitet eigentlich schon immer, seit er bei MYRA ist und Ron und Spühle sind ja auch nicht aus der Welt.

Spühle: Ja, es gibt immer Schwierigkeiten, alles unter einen Hut zu bekommen, aber für MYRA gibt man schon ziemlich viel. Hando's Abschied war sicherlich nicht einfach, weil er ja auch menschlich einfach super zu uns gepasst hat. So etwas kann man nicht ersetzen, aber mit Max haben wir zum einen einen wirklich exzellenten Drummer bekommen, zum anderen aber auch jemanden, mit dem man ohne Probleme 10 langweilige Stunden im Bus verbringen kann.

IYF: Hat "Godspeed" den MYRA-Bekanntheitsgrad steigern können? Im Vorfeld hatte ich einige Interviews gelesen, die euch der Berliner Szene zuordneten ...

Felix: Ja, das war lustig, kam aber sicherlich daher, da wir mit Niko von WAR FROM A HARLOTS MOUTH einen Song gemacht haben. Aber der Bekanntheitsgrad hat sich beachtlich gesteigert, da wir nun auch Angebote für Livekonzerte aus dem Ausland bekommen haben und das werden wir, je nach Zeit, auch machen werden.

IYF: Wie geht es in Zukunft weiter? Man konnte auf eurer Homepage entnehmen, dass einige Supportshows für größere Bands (ILL NINO, DEADLOCK) anstehen ... Heißt der neue Weg "Das Füllen größerer Hallen"?

Spühle: Wir haben einige Angebote für größere Festivals mit internationalen Billings, aber richtig was darüber sagen können wir noch nicht, da das alles noch beim Booker liegt. Vor allem die PETA2-Geschichte hat zum Bekanntheitsgrad sowie zum Türen-öffnen sehr gut beigetragen.

IYF: Alles klar, vielen Dank für das Interview, wie immer gehören die letzten Worte Euch, bevor ihr noch ein paar Sätze zum Geseker Rockcityfestival gesagt habt ...

Felix: Also zu Geseke können wir nur wenig sagen, da wir gerade erst angekommen sind. Auf jeden Fall ist die Location super gefüllt, es sind viele Leute da, die auch ein MYRA-Shirt anhaben und die Tatsache, dass wir als Coheadliner vor CALLEJON spielen dürfen, ist natürlich super. Auf jeden werden wir die Scheiße gleich fett rocken ...

Spühle: Die letzten Worte sind klar: Das ist MYRA 2011, wir wissen selbst noch nicht, was auf uns zukommt!

Kommentare

Shop

Das neue IYF-Merch - jetzt vorbestellen

Wer ist online?

Zur Zeit sind 0 Benutzer und 580 Gäste online.