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THRICE - bewusste Entscheidungen

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THRICE - bewusste Entscheidungen

Mit ihrem Major-Debüt haben THRICE eine Menge Wirbel gemacht. "The artist in the ambulance" ist für die einen eines der besten Alben, ein Mix aus Hardcore, Emo, 80er Jahre Metal und mitreißenden Melodien. Für die anderen stellt sich der Longplayer als Schritt zur Masse dar, weil der raue Sond der ersten beiden Alben einer aufwendigen Produktion zum Opfer gefallen ist. Schauen wir, was THRICE zu sagen haben.

Für THRICE ist die Platte eine deutliche Weiterentwicklung. Bassist Edie erklärt, wieso das Album ist, wie es ist: "Wir haben bei 'The artist in the ambulance' sehr darauf geachtet, einheitlich zu arbeiten. Es sollte kein Album werden, auf dem es ein Song gibt, bei dem das Schlagzeug besonders gut ist oder nur der Gesang heraussticht. Beim letzten Album hatten wir uns sehr auf die Gitarren konzentriert. Als Justin mit dem Gesang angefangen hat, war es echt schwer, weil er dort keinen Platz gefunden hat. Nun haben wir darauf geachtet, dass alles sehr harmoniert, dass alles einheitlich ist." Miteinander harmonieren, das tun die Songs wirklich. Alles ist schlüssig. Der Sound wirkt perfekt. Doch für Drummer Riley wäre es ein großes Verbrechen, wenn sich die Band nun zufrieden und perfekt fühlt: "Man wächst mit jeder Platte und wir wissen genau, was wir beim nächsten Mal anders machen werden. Wir sind längst nicht zufrieden oder gar am Ziel. Es gibt noch eine Menge Sachen, die wir besser machen oder einfach ausprobieren wollen." Wo der Zug hinführt, können bei Musiker nicht sagen. Zwischen "wieder mehr Metal" oder "mit Keyboards" experimentieren sei alles drin. Die Ideen sprudeln schier endlos aus den beiden Musikern.

Vielleicht ist der Anlass der Schelte aus der Hardcore-Szene ein ganz anderer. Nicht der neue Sound, ist was stört, sondern die Tatsache, dass sich mit Island Records nun ein Major um die Belange der Bands kümmert. Ed nennt die Gründe für den Schritt: "Einer der entscheidenden Gründe war einfach die Vertriebsfrage. Zum Beispiel in Europa bekam man unsere Platten nur recht schwer und nur über einige Mailorder. Als wir das erste Mal hier auf Tour waren, kannte kaum einer unserer Platten und uns selbst. Das ist kein Fehler von unserem damaligen Label Subcity. Sie tun, was sie können. Aber sie haben einfach Grenzen, die sie mit uns erreicht haben. Sie haben sich ja fast nur noch um uns gekümmert. Es gibt dort ja noch andere Bands", sagt Ed.

Doch auf der Reise zum Major haben THRICE auf keinen Fall ihre moralischen Ansprüche verloren – etwa die Regel, dass Gelder von jedem Album einem guten Zweck gespendet werden. Einnahmen von "The artist in the ambulance" kommen bedürftigen Krebskranken zu Gute. "Als wir mit verschiedenen Labels sprachen, sind wir sehr offen mit unseren Wunsch nach Wohltätigkeit umgegangen. Das war ungefähr so: ' Hi, wir sind THRICE, wenn ihr die Benefizgeschichten nicht macht, arbeiten wir nicht mir euch.'", lacht Riley. "Das ist sehr wichtig für uns, den Menschen etwas zurückzugeben", ergänzt Ed. Gerade das Gefühl, etwas zu erreichen, bei den Menschen etwas zu bewegen, ist THRICE sehr wichtig. Der Titeltrack der neuen Scheibe ist dafür der beste Beweis. Er beschreibt, dass ein Rettungswagenfahrer jeden Tag buchstäblich unter seinen Hand sieht, wen er rettet und was er leistet. Was aber ein Künstler oder ein Musiker erreicht, wird kaum für ihn deutlich. "Die Leute genießen zuhause, viele tausend Kilometer von uns entfernt, unsere Musik. Das ist manchmal schwer zu erfassen", meint Riley abschließend.

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