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ADEPT, HER BRIGHT SKIES - 05.02.2010 - Osnabrück, Bastard

ADEPT, HER BRIGHT SKIES - 05.02.2010 - Osnabrück, Bastard

ADEPT, HER BRIGHT SKIES - 05.02.2010 - Osnabrück, Bastard

Gerade vor ein paar Tagen konnten die fünf Schweden von ADEPT mit ihrem ersten Longplayer "Another Year Of Disaster" souverän neun Lumpis vom Kollegen Benjamin abgreifen, was mich und zwei Begleiter dazu veranlasste, die Truppe um Frontmann Robert Ljung bzw. deren Live-Qualitäten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Also schnell in das "fliegende Ei" (den Honda Civic eines Kumpels) geschwungen und den Weg nach Osnabrück angetreten. Da es auf dem Hinweg keine größeren Probleme gab, trafen wir schon um etwa Viertel vor acht am Bastard ein und waren zunächst nicht ganz sicher, ob wir hier richtig waren. Das Bastard ist eine Mischung aus Club/Bar und Skatehalle und liegt irgendwo in der Pampa eines Industriegebietes am Rande Osnabrücks und sieht für das ungeübte Auge zunächst eher aus wie eine angemalte Fabrikhalle als wie eine Konzertlocation. Nachdem wir uns nun aber überzeugt hatten, dass wir an der richtigen Adresse waren und bemerkten, dass die Bands erst um 21 Uhr beginnen sollten, galt es zunächst einmal eine Gelegenheit zur gepflegten Burger-Aufnahme zu finden, die sich nach einigen Umwegen wegen gesperrter Brücken dann auch finden ließ.

Als wir dann um kurz vor neun wieder im Bastard eintrafen, hatten sich zumindest einige Besucher eingefunden, die scheinbar wegen der beiden Bands und nicht zum Skateboarden gekommen waren, so dass wir nach einer ausgesprochen freundlichen Begrüßung am Eingang den Schritt ins Innere des Bastards wagten. Der Bastard erwies sich als äußerst interessanter Laden, der neben dem Bühnenbereich auch eine höher gelegene (nennen wir es einmal) "Lounge" besitzt, von der aus man durch eine Plexiglasscheibe den Skatepark beobachten und als passionierter Tony Hawk-Spieler über das Geschehen fachsimpeln konnte. Mit "Meet The Feebles" lief hier nebenbei bemerkt auch noch einer der schlimmsten Filme aller Zeiten, was uns allerdings recht wenig störte, da wir ja schließlich nicht zum Fernsehen nach Osnabrück geeiert waren. Das zentrale Problem im Bastard zeigte sich allerdings relativ schnell: Es war verdammt kalt, woran auch zwei aufgestellte Heizlampen nicht viel ändern konnten. Die recht geringe Zuschauerschaft (Grob geschätzt etwa 75 Gäste) vermochte es dann auch nicht wirklich, genügend Körperwärme abzusondern, um den Laden warm zu halten. Wir entschlossen uns dennoch recht schnell, dies nicht zum Anlass für blödsinnige Wortspiele alá "Cold Dirty Bastard" zu nehmen und warteten gespannt auf den Auftritt von HER BRIGHT SKIES. Ob die auf der Homepage des Bastards angekündigte Vorband ADMIRALS ARMS aus Frankreich in der Zwischenzeit aufgetreten war? Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, ich glaube aber nicht.

Der Auftritt der ebenfalls schwedischen Vorband HER BRIGHT SKIES, der nun die nächste halbe Stunde füllen sollte, war alles in allem vollkommen in Ordnung, wenn auch nicht wirklich mitreißend. Die Band war routiniert, aber doch mit Spaß bei der Sache und konnte mit ihrer Mischung aus TAKING BACK SUNDAY und gelegentlichen Breakdowns und Shouts bereits den ein oder anderen kleinen Moshpit lostreten. Vielleicht lag es am Sound, der extrem laut, aber dennoch gut abgemischt war, aber insgesamt gefielen mir die heftigen Passagen der Songs, die hier geboten wurden, deutlich besser als der etwas weichgespülte Standard-Emocore, der einen Großteil des Auftritts ausmachte. Irgendwann kam schließlich der Gedanke auf, dass HER BRIGHT SKIES vielleicht besser damit beraten wären, alle harten Parts hintereinander zu pappen, um einen einzelnen großartigen Song zu erhalten, anstatt mehrere mittelmäßige. Etwas enttäuschend war außerdem die Spannungskurve der gebotenen Songs, die zumeist krachend und vielversprechend anfingen, um sich anschließend wieder in die langweiligere Mittelmäßigkeit zurückzuziehen, sobald der Gesang einsetzte. Insgesamt boten HER BRIGHT SKIES einen souveränen Auftritt, an den ich mich allerdings in ein paar Monaten wohl nicht mehr erinnern werde.

ADEPT konnten bereits beim Soundcheck mit einem geschickten Riff aus JOURNEY's "Don't Stop Believing" erste Pluspunkte verbuchen, so dass die Stimmung bereits gut war, als die fünf Schweden um kurz vor zehn die Bühne betraten. Vom ersten Ton an feierten die Anwesenden in einem recht harten, aber dennoch sehr fairen, Pit vor allem Songs des aktuellen Albums ab. Der Auftritt war hierbei auf dem besten Weg, in einer gewaltigen Party zu enden: Der Sound war weiterhin laut und druckvoll, die Band zeigte sich auf ihrem letzten Konzert in Deutschland in guter Stimmung, Gitarrist Jacob Papinniemi frickelte sich einen Wolf und Frontmann Robert Ljung machte seine mangelnde Körpergröße durch unermüdlichen Einsatz und eine sehr solide Shout-Stimme wett. Zugegebenermaßen war der cleane Gesang nicht wirklich das Gelbe vom Ei, aber spätestens beim dritten Song "Business Of Living" waren derartige Einwände schnell vergessen. Während das Publikum und der Auftritt im Allgemeinen langsam zu Höchstform auflief, boten ADEPT vor und nach ihrem großen Hit "Shark! Shark! Shark!" die beiden Witze des Abends. Der gute Witz: Vor dem Song kündigte man sehr zur Verwunderung der Anwesenden ein IRON MAIDEN-Cover an, um dann doch einen eigenen Song zum besten zu geben. Der schlechte Witz: Nach dem Song verließen ADEPT die Bühne und wurden nicht wieder gesehen. Die Zugabe-Rufe des Publikums wurden gekonnt ignoriert und die Hauptband des Abends hatte es geschafft, mit einem Auftritt, der insgesamt gerade einmal eine halbe Stunde lang war, allen Anwesenden gehörig ans Bein zu pissen. Entsprechend gemischt waren dann auch die Gefühle auf der Heimfahrt, die alleine länger dauerte als das, was man an Musik geboten bekommen hatte und auf der sich die Band teils wüste Beschimpfungen gefallen lassen musste. Für immerhin 13 Euro Eintritt hätte man dann doch etwas mehr erwarten können, so dass trotz eines guten Auftrittes von ADEPT eher die Enttäuschung darüber überwog, dass eine Band, die stets Parolen von stundenlangen Parties skandiert, sich nach einer halben Stunde bereits aus dem Staub machte.

Eingetragen von Werner am 06.02.2010

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