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IRON MAIDEN, FUNERAL FOR A FRIEND - 17.11.2003 - Hannover, Eilenriedehalle

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IRON MAIDEN, FUNERAL FOR A FRIEND - 17.11.2003 - Hannover, Eilenriedehalle

Spätestens seit der Rock in Rio DVD waren einige Leute aus meinem Freundeskreis zu gierigen Maiden-Fans mutiert und die Freude war kaum noch zu überbieten, als bekannt wurde, dass MAIDEN auf ihrer Tour ein Stelldichein in Hannover geben würden. Der Eintrittspreis von über 50 Euro versetzte dieser Freude aber erstmal einen gehörigen Dämpfer und die Frage stellte sich, ob es das wert sein würde.

In der Eilenriedehalle angekommen gab es die erste große Überraschung: Es war proppenvoll! Ca. 5000 Anhänger der New Wave of British Heavy Metal hatten sich versammelt, um ihren Idolen Tribut zu zollen. Anscheinend war der hohe Eintrittspreis dann doch kein Grund, sich IRON MAIDEN entgehen zu lassen. Unerträglich waren allerdings die Wartezeiten an den Theken der Eilenriedehalle. Anscheinend hatte man dort gravierend am Personal gespart und so kam es denn schonmal vor, dass man dort eine halbe Stunde wartend auf sein Bier verbracht hat.

Vorband an diesem Abend war die englische Emo/Core Band FUNERAL FOR A FRIEND, die mit ihrer Musikrichtung klar in der Aussenseiterposition stand. Überraschenderweise hatten sie aber einen sehr drückenden, metallastigen Sound und konnten durchaus überzeugen. Bei den unzähligen Metalfans stießen sie aber eher auf taube Ohren und so war nach einer halben Stunde auch schon wieder Schluss.

Danach folgte erstmal eine halbstündige Pause und so vergnügten wir uns noch mit dem Anstellen an der Theke, um eins der heiss begehrten Biere zu ergattern. Die restlichen 4995 Besucher wollten dann wohl gleichzeitig auf Toilette, denn dort ging es zu wie am Eingangsbereich eines Robbie Williams Konzertes.

Dann endlich war es soweit und die alten Recken um Bruce Dickinson betraten unter lauten "MAIDEN - MAIDEN" Rufen die Bühne. Los gings mit der aktuellen Single "Wildest Dreams" die nahezu nahtlos in "Wrathchild" überging. Als drittes folgte mit "Can I Play With Madness" die Überraschung des Abends, denn diesen Song hat man schon lange nicht mehr von den Eisernen Jungfrauen gehört. Von meiner Position aus war der Sound hervorragend, aber es variierte in der Eilenriedehalle von Quadratmeter zu Quadratmeter, so dass, wenn man weiter hinten stand, der Sound fürchterlich war.
Weiter ging's im Programm mit "The Trooper". Klar, dass Bruce Dickinson zu diesem Song wieder die zerrissene Flagge schwenkt. Kennt man ja - nix neues. Auch ansonsten unterschied sich die Show in keinster Weise von anderen IRON MAIDEN Shows, was dem ein oder anderen sicherlich sauer aufgestoßen sein dürfte. Aber dabei sollte es ja zum Glück nicht bleiben.
Nach einer dreiviertel Stunde ging das Licht komplett aus und es war an der Zeit für die "Dance of Death - Show". Los ging's mit weit entfernten Granateinschlägen, die aber immer näher rückten und durch aufblitzende Scheinwerfer ins Publikum zu einer bedrohlichen Atmosphäre führten. Der letzte Einschlag aus den Boxen war so laut, dass man ihn im ganzen Körper spüren konnte und nicht wenige im Publikum schauten ungläubig zu den umstehenden Leuten. Dann ging das Licht auf der Bühne an und im oberen Bereich sah man nun ein Kriegsszenario und zwei Zäune mit Stacheldraht. Bruce Dickinson stand dort mit Stahlhelm und Mantel und patroulierte zu den Klängen von "Paschendale" auf und ab. Die "Dance of Death Show" hatte begonnen. In der nächsten halben Stunde spielte man sich durch nahezu alle Songs des neuen Albums und ich muss sagen, dass die Songs live noch um einiges druckvoller rüberkommen als auf CD.
Natürlich durfte bei dieser Show auch ein Auftritt von Eddie nicht fehlen. Dieses Mal schwankte er in Form einer ca. drei Meter großen Figur über die Bühne und schlug auf Janicks Gitarre ein.

Nach einer Stunde und fünfundvierzig Minuten verließen IRON MAIDEN dann unter tobendem Applaus die Bühne. Die Menge stimmte wieder die MAIDEN-Chöre an, doch nach drei, vier Minuten wurde das Licht angestellt. Einen schlechteren Abgang hätte man eigentlich nicht bringen können. Man lässt seine Fans nicht ein paar Minuten nach einer Zugabe brüllen und stellt dann einfach das Licht an. So etwas finde ich persönlich sehr enttäuschend. Die Frage ist nur, ob es die Schuld der Band ist oder ob es vorher mit dem Veranstalter abgesprochen war, dass keine Zugabe gespielt werden würde. Ich möchte hier aber auch einen weiteren Aspekt, der einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat, nicht verheimlichen: Die Merch-Preise waren extrem hoch und in Verbindung mit dem überhöhten Eintrittspreis stinkt das förmlich nach Geldmacherei.
Nichtsdestotrotz ging ich mit einem verdammt guten Gefühl nach Hause. Die Helden meiner Jugend rocken auch heute noch!

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