Pirate Satellite Festival - 29.04.2012 - Stuttgart, LKA Longhorn
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Pirate Satellite Festival - 29.04.2012 - Stuttgart, LKA Longhorn
Lange hatte ich drauf gewartet und nun war es endlich soweit. Das parallel zum Groezrock stattfindende Pirate Satellite Festival, das zugegebenermaßen ein nicht ganz so gewaltiges Line-Up, wie sein Mitstreiter aus Belgien vorzuweisen hatte, aber dennoch eine Wucht war. Leider war es mir verwehrt, den ersten Tag dieses Indoor-Festivals zu besuchen, so dass ich nur über den zweiten Tag berichten kann. Doch egal, denn auch hier gab es Einiges zu sehen.
Punkt 12:30 Uhr stand ich dann auch schon vor noch verschlossener Türe des LKAs, was mich doch etwas verwunderte, da ab 12:35 Uhr schon die erste Band beginnen sollte. Nach dem dann wenige Minuten später Einlass gewährt wurde, hörte man auch schon von draußen die erste Band spielen.
Auf der Bühne, bereits einige Minuten spielend, standen STRUCTURES, von denen ich vorher nur einige wenige Lieder von Facebook kannte. Von ihrer Leistung war ich live ein wenig enttäuscht, denn da fehlte sämtlicher Druck hinter den Liedern. Und nein, es lag nicht am Sound. Direkt im Anschluss folgten VOLUMES aus dem sonnigen Los Angeles und einer meiner persönlichen Highlights des Festivals. Der Bass blies einem nur so um die Ohren und die 2 Sänger heizten das Publikum schon mal ein wenig auf. Leider vermisste ich die zweite Gitarre sowie den Cleangesang, der einen auf ihrem neuesten Album VIA so fesselt. Doch alles in allem war ich hin und weg von dieser Band, die meiner Meinung nach im aufstrebenden Musikbereich Djent sowohl mit ihrem Album als auch mit ihrer Live-Performance eine Meisterleistung hingelegt hat.
Nach nur wenigen Tönen der nachfolgenden Band VILDHJARTA war klar: Hier ist Schluss mit lustig. Auch diese Band aus Schweden ließ sich in den Bereich Djent einordnen. Der Bassist imponierte allein schon mit seinem Siebensaiter und bescherte der Band gewaltige Tiefen. Die Atmosphäre lässt sich gar nicht richtig beschreiben; mystisch, traurig, aber dennoch fesselnd und unglaublich beeindruckend. Die Band legte ihren Schwerpunkt eindeutig auf das Instrumentale und der Gesang tauchte selten oder nur leise im Hintergrund auf.
Die nächste Band, die auf meiner Liste stand, war TRC. Woher sie kommen, war auch schon direkt an ihrem eindeutig britischen Akzent auszumachen, der diese Band so ausmacht und den ich so liebe. Rap-Parts gepaart mit Shouts und Hardcore-Beats. Einfach unheimlich sympatische Jungs.
Nachdem ich kurz auf der sogenannten Fressmeile etwas gefuttert hatte, ging es auch schon mit HEIGHTS weiter. Das ebenfalls aus England stammende Quintett lieferte von der ersten bis zur letzten Sekunde eine leidenschaftliche und energiegeladene Show ab, inklusive der Stagedives des Gitarristen samt seinem Instrument. Insgesamt ebenfalls eines meiner Highlights und insgeheimer Tipp für jeden, der Melodik mit Hardcore verbunden liebt.
Kaum gingen Heights von der Bühne ging es auch schon weiter mit VEIL OF MAYA. Dazu fallen mir eigentlich nur wenige Worte ein. Brutal, laut und böse. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Gute, fehlerfreie Show, aber umgehauen hat es mich nicht.
FOR TODAY standen nun als nächstes auf dem Programm. Ich stehe ja generell christlichen Bands ein wenig skeptisch gegenüber, da ich es (wie es so oft geschieht) nicht gut finde, wenn Bands anfangen, auf der Bühne von ihrem Glauben zu predigen. Ich denke, jeder sollte für sich selbst entscheiden, an was oder wen er glaubt und dies auch mit sich selbst in Einklang bringen. Was ich befürchtet hatte, war dann auch eingetreten. Schade eigentlich, denn musikalisch war die Band echt grandios. Würde sie mir jedoch trotzdem ein zweites Mal ansehen.
Endlich war der Moment gekommen und THE DILLINGER ESCAPE PLAN betraten die Bühne. Auf diesen Auftritt hatte ich mich bereits seit langem gefreut, da ihre Shows bisher immer legendär waren. Und ich kann euch sagen, sie sind es immer noch. Diese fünf Jungs waren definitiv das Highlight des Festivals. Auch, wenn man vielleicht musikalisch mit dieser Band nichts anfangen kann, ihre Live-Show ist jedoch wahnsinnig. Neben wildem Rumspringen, Gezappel und einfach mal mit der Gitarre über das Publikum laufen, wurde dann auch noch vorm ganzen Publikum ins Mikro gekotzt. Und ja, ich schwöre euch, so war es. Finger in den Hals und raus damit. Ich glaube, das war die wahnsinnigste und verrückteste Show, die ich je gesehen habe. Habt ihr also die Chance, auf eine ihrer Shows zu gehen, MACHT ES!
Im Anschluss ging es direkt weiter im Programm mit der nächsten verrückten Band. Ich rede von den GALLOWS, dieses Mal mit neuem Frontsänger, der jedoch nicht minder tättowiert war , als sein Vorgänger. Auch hier beteiligte sich der Sänger kurzerhand selbst im Moshpit und als er nach ein paar Gang-Shouts wieder auf der Bühne war, schnautzte er ins Mikro des Gitarristen: "You german motherfuckers destroyed my microphone". Ich fand es witzig und es versüßte mir ihren Auftritt.
Langsam komme ich mit meinem Bericht auch schon zum Ende, denn die vorletzte Band war nun an der Reihe. SILVERSTEIN. Wer kennt sie nicht aus vergangenen Emozeiten mit Songs wie "Smile In Your Sleep" oder "My Heroine" . Show war ok, gefallen haben sie mir aber nicht. Vielleicht bin ich auch schon zu alt dafür, ich weiß es nicht.
Headliner am Abend waren die eigentlich auf deutschen Festival- und Tourbühnen nicht mehr wegzudenkenden PARKWAY DRIVE aus dem sonnigen Australien. Sah ich nun zum fünften Mal, aber ich muss trotzdem sagen, verdammt, ich finde sie noch genau so geil, wie beim ersten Mal. Die fünf Jungs strahlen auf der Bühne einfach gute Laune und Leidenschaft aus, die ansteckend ist. Auch das Publikum hatte auf diese Band den ganzen Tag gewartet und feierte sie grandios ab, was sämtliche Crowd-Surfer, ein riesiger Moshpit und schreiende Teenies in der ersten Reihen eindrucksvoll bewiesen.
Insgesamt kann ich nur sagen, Top Festival (zumindest der zweite Tag), aber anstrengend. Ich war nach 3 Stunden Rückfahrt heilfroh, mich mit meinen schmerzenden Füßen gemütlich in mein Bett zu kuscheln. Ich glaube, ich habe mein Bett noch nie so vermisst, wie an diesem Abend.
In diesem Sinne, da ich gerade um halb 12 Uhr Nachts diesen Bericht zu Ende bringe, Gute Nacht!
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