WITH FULL FORCE 2004 - 02.07. - 04.07.2004 - Roitzschjora, Flugplatz

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Donnerstag 14:00 Uhr: Zwei Leute, ein gelber VW-Bus, ein selbstkühlendes Bierfass, mehrere Kilo Grillfleisch bzw. Würstchen und gute Laune im Gepäck... Let's rock!!! Fünf Stunden später war das Ziel erreicht und wir kamen auf dem Festivalgelände an und man soll es kaum glauben, die Sonne lachte uns ins Gesicht und im Gegensatz zu den Vorjahren gab es keine Autoschlangen vor dem Eingang, denn das Organisationsteam hatte das Auffahren auf das Gelände durch zusätzliche Eingänge erheblich verbessert.

Also nix wie geparkt, den Pavillon aufgebaut, den Grill zusammengeschraubt, das Bierfass angestochen und direkt, um den Fahrthunger zu besänftigen, ein paar Mallorca-Urlaubs-Steaks,  kurz "Malle-Lappen", auf den Grill gepackt und schon fühlten wir uns wieder wie zu Hause.

Freitag 12:00 Uhr: Kaum aufgestanden, wurde auch schon wieder der Grill angeschmissen und  wir kredenzten uns ein paar saftige Steaks mit ein paar Bierchen zum Frühstück. SIDEKICK sollten den Startschuss in das diesjährige WFF geben. Die Jungs aus Stuttgart zauberten direkt einen ansehbaren Moshpit vor der Bühne und begeisterten. Das erste Highlight waren PETER PAN SPEEDROCK auf der Bühne... und siehe da: die Jeans-Dichte wurde erheblich höher, denn so langsam ließen sich auch die ersten Turbojugend-Anhänger aus dem diesjährig erstmaligen Turbojugend-Camp auf dem WFF blicken. PETER PAN SPEEDROCK rockten was das Zeug hielt und wurden vom Publikum gefeiert, doch leider war für sie wie auch für die anderen Bands nach 40 Minuten schon Schluss.

LIFE OF AGONY und die Berliner BEATSTEAKS waren die Höhepunkte an diesem Tag. LIFE OF AGONY spielten zwar am Anfang alte Lieder von der River Runs Red, aber Keith Caputos Bühnenshow konnte einem jeden Spaß an der Performance nehmen. Der kleine Mann sah aus, als ob er komplett zugekokst wäre und eierte, sich selbstzurschaustellend, dermaßen über die Bühne, dass sein Gesang leider nicht mehr ganz den Rhythmus der Musik traf. Aber, um so besser für uns, denn so konnten wir wenigstens ruhigen Gewissens zur Zeltbühne zu den BEATSTEAKS wechseln... Wir versprachen uns einiges von diesem ersten Auftritt seit mehreren Jahren Abstinenz vom Full Force... und wurden leider etwas enttäuscht. Die BEATSTEAKS lieferten zwar eine gute Show ab und das Publikum rockte ordentlich zu den Liedern der "Living Targets" und der neuen Scheibe, aber leider wurden kaum Stücke von den beiden alten Scheiben gespielt, wie etwa das von mir stark erhoffte "48/49", welches früher auf keinem ihrer Konzerte fehlen durfte. Zu "Kings of Metal" holten sich die Beatbuletten obligatorisch dann noch einen Gasttrommler aus dem Publikum auf die Bühne, welcher seinen Job eigentlich ziemlich gut machte und am Ende ebenso vom Publikum gefeiert wurde. Lustig waren nur seine ersten doch etwas verängstigt wirkenden Worte ins Mikro, als er erfuhr, dass er "Kings Of Metal" spielen sollte: "Mit Mittelteil?" (Ihr wisst schon: der ordentliche Bolz-Part des Liedes) und Arnim nur sehr bestimmend "Na sicher!" antwortete.

Nach den BEATSTEAKS hieß es dann wieder schnell die Bühne wechseln... doch leider waren wir nicht die einzigen die dieses vor hatten. So ungefähr das komplette Zelt wollte glaube ich in schnellstmöglicher Zeit zu HATEBREED wechseln. Am Durchgang zur Hauptbühne kam es da schon fast zu massenpanikähnlichem Gedrücke und Geschiebe, so dass ich froh war, als ich in einem Stück vor der Hauptbühne stand. Besonders der Pall-Mall-Stand direkt neben dem Durchgang musste extrem leiden. Aus dem Augenwinkel konnte ich nur noch sehen, wie Tische umgestoßen wurden und Sonnenschirme umknickten. Im Endeffekt wäre die komplette Sache allerdings überflüssig gewesen, denn HATEBREED begannen ihr Set erst mit rund 20 minütiger Verspätung. Vom knapp zurückliegenden Auftritt in Hannover wusste ich schon, dass es wieder mit einem doch sehr prolligen Hip-Hop-Intro losging. HATEBREED feuerten einem eine sehr gelungene Mischung aus alten und neuen Stücken um die Ohren, für mich besonders erfreulich waren die vielen Stücke von der "Satisfaction Is The Death Of Desire" inklusive meinem absoluten HATEBREED-Favoriten "Last Breath". Einziger Minuspunkt, der allerdings nicht der Band zuzuschreiben war, war der eher bescheidene Sound. Nach diesem Auftritt und bedingt durch meine immer noch andauernden Halsschmerzen war ich dann doch zu fertig, um mir noch SLIPKNOT  zu geben und eierte zurück zum Bus.

Samstag: Unsere Lokalmatadoren I DEFY betraten pünktlich um 14 Uhr die Bühne und legten mit ihrem Set los. Dies schien einige Leute geweckt zu haben, denn mit der Zeit füllte sich das Zelt immer mehr und spätestens ab der genialen Slime-Coverversion "Diskowichser" war dann auch der Moshpit in vollem Gange. Respekt an I DEFY, die es als erste Band des Tages und dann auch noch als "Underdog" geschafft haben, die ersten Leute schon so früh zum rocken zu bringen. Super Auftritt!

Etwas später sollten THE BONES auf der Hauptbühne stehen... Und wow... Im Gegensatz zu Ihrem Gig im Frühjahr in Hannover spielten sie dieses Mal auch endlich eine Menge Lieder von ihrer genialen neuen Scheibe "Straight Flush Ghetto". Super Auftritt vor einer ziemlich großen Menge an Fans vor der Hauptbühne. Dummerweise war ja ihr Auftritt dort angesetzt, denn ich denke im Zelt wäre kein Auge trocken geblieben und sie hätten mit ihrer Show alles in Grund und Boden gerockt. Zumindest schienen sie sich auf der großen Bühne sehr wohl zu fühlen. Leider halfen auch die "Zugabe"-Rufe der Menge nix und so war nach den planmäßigen 40 Minuten wieder einmal Schluss. Weiter ging's mit den Berliner Psychobillys MAD SIN auf der Zeltbühne. Auch hier wurde wieder gerockt, was das Zeug hielt. Danach hieß es erstmal wieder, eine neue Grundlage zu schaffen und schon mal alle unwichtigen Sachen zum Bus zu bringen. Dummerweise überraschte mich auf dem Weg dorthin ein übler Platzregen, so dass ich klitschnass am Bus ankam... Egal... Kurz was gegessen und unsere Nachbarn aus Hannover eingesackt und schon ging's wieder zur Bühne. FEAR FACTORY, damals mein allererstes Konzert überhaupt in jungen Jahren, hatten sich ja bekanntlich von Dino Cazares getrennt und ich wollte mal schauen, ob sie es ohne den wichtigen Mann an der Gitarre immer noch schafften, mich zu begeistern. Ich wurde nicht enttäuscht: Auch mit Christian Olde Wolbers an der Gitarre (ehemals Bass) und dem Neuzugang Byron Strout (Strapping Young Lad) konnten FEAR FACTORY immer noch einiges und dies wurde ihnen von der Menge inklusive mir lauthals gedankt. Um 20:45 war es dann endlich soweit: IGNITE, gespieltes HC-Image hin oder her, enterten die Bühne und von Anfang an war klar, dass diese Show genial werden würde. Ich war von Anfang an im Pit und ab dem ersten Gitarrenlaut war kein Halten mehr. Es wurden nur Hits geboten von "In My Time" bis hin zu "A Place Called Home" und sogar ein meiner Meinung nach neues Lied. Wer weiß, vielleicht können wir ja noch auf ein weiteres IGNITE-Album hoffen.

Sonntag, 10:00 Uhr: Wie sollte es anders sein, es wurde wieder gegrillt zum Frühstück und das ein oder andere Guten-Morgen-Pils weggeatmet. Der erste große Schmaus am letzten Tag waren HEAVEN SHALL BURN. Sie zeigten, warum sie den Platz auf der Hauptbühne verdient hatten. Nach kleinen Soundproblemen war alles perfekt. Die Menge tobte und HEAVEN SHALL BURN knallten einem einen Hit nach dem nächsten um die Ohren und wurden gebührend gefeiert. Nur ihren letzten Song konnten sie leider aufgrund von Zeitplan-Problemen nicht mehr spielen. Einige Stunden später durfte ich mein ersten Liveerlebnis mit TURBONEGRO feiern. In bekannter Seemanns-Montur wurde von Anfang an der Arsch-Rock zelebriert. Die Songauswahl war großartig, es gab nur Hits. Großartiges Kino. Und in der Mitte der Show wurde noch vom Sänger eine rote Flüssigkeit eimerweise in die Menge geschüttet und zum Abschluss auch noch die Leute mit aufgerissenen Kissen gefedert. Gerade als TURBONEGRO allerdings zu "I Got Erection" aufspielten, wurde ihnen aufgrund der Zeiteinhaltung der Sound abgedreht. Muss so etwas sein? Doch bitte nicht mitten im Song. Hier müssen die Veranstalter für das nächste Jahr nachbessern. Nun gut, man musste sich damit abfinden, aber ich war dennoch sehr zufrieden, dank des genialen Auftritts von TURBONEGRO. Der Rock ging gleich weiter, denn auf der Zeltbühne spielten die BACKYARD BABIES auf. Mit massig Hits von "Making Enemies...", "13" und dem neuen "Stockholm Syndrom" ließen sie keine Fragen offen und schafften es, dass die Fans nach den großartigen TURBONEGRO in kein Loch fielen. Im Gegenteil: Sie hatten den Headlinerplatz auf der Bühne verdient. Dregen und Co. schleuderten ihre Hymnen ins Publikum, dass das würdig dankte.

Bis zum nächsten Jahr in Roitzschjora

EUER HCTOM

Eingetragen von hctom am 10.08.2004

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