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Adept - Death Dealers

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Adept - Death Dealers

Bandname: 
Adept
Titel der CD: 
Death Dealers
Releasetermin: 
11.03.2011
Label: 
Panic & Action
URL der Label-Seite: 
http://www.panicandaction.com/
Kontaktieren: 
http://www.myspace.com/theadept

Mit „Another Year Of Disaster“ erschien Anfang 2010 das Debütalbum der Schweden von ADEPT und zeigte eine Band, die dermaßen mühelos sämtliche Konkurrenz im Feld des modernen Hardcore/Metalcore in die Tasche steckte, dass es einem Angst und Bange werden konnte. Gespickt mit jeder Menge purer Mosh-Energie und ohrwurmigen Mitsingpassagen machten sich ADEPT auf, den Hardcore-Olymp zu erklimmen. Mit dem neuen Album „Death Dealers“ bläst die Band um Sänger Robert Ljung nun zur nächsten Offensive und läutet die zweite Runde im Kampf um die Ohren, Herzen, headbangenden Nacken und moshenden Körper der Zuhörerschaft ein.

Allzu große Veränderungen am Sound von ADEPT würde wahrscheinlich kaum jemand, der die Band kennt, erwarten, was insofern verständlich ist, als dass die Schweden bereits auf dem Debüt einen Stil etablieren konnten, der nach wie vor Seinesgleichen sucht. Wenn man es darauf anlegen wollen würde, könnte man den Sound der fünf Schweden am ehesten als eine Mischung aus THE GHOST INSIDE und A DAY TO REMEMBER bezeichnen, so ganz gerecht wird dies der Band aber auch nicht. Die energetische Mischung aus frickeligen Gitarren, halsbrecherischen Moshparts, treibendem Rhythmus, mitsingtauglichen Refrains und einer markanten Stimme ist in etwa dieselbe geblieben wie noch auf dem Debütalbum und nach wie vor fällt es schwer, ADEPT in eine bestimmte musikalische Schublade zu stecken. Wenn man es darauf anlegen würde, müsste man zwischen newschooligem Hardcore, Metalcore und reichlich melodischem Deathcore noch irgendwo ein bisher unbenanntes Subgenre hervorkramen. Vielleicht muss es an dieser Stelle einfach reichen, auf die Tatsache zu verweisen, dass „Death Dealers“ zwar ein wenig moshlastiger und härter geworden ist als noch der Vorgänger, insgesamt aber noch deutlich in dieselbe Kerbe schlägt, in die auch „Another Year Of Disaster“ geschlagen hatte.

Nach wie vor ballern ADEPT auf einem Level nach vorne, das die Konkurrenz eigentlich nur staunend hinnehmen kann. Nach wie vor besitzen die Schweden ein unglaubliches Händchen für knackiges Songwriting und den ganz großen Hitsing-Hook im Refrain. Nach wie vor rotzen ADEPT im Minutentakt großartige Hits wie „Hope“ oder „This Could Be Home“ raus und nach wie vor besitzen die Songs des Quintetts eine Unmenge an Drive und Energie, die wahrscheinlich selbst im lokalen Altenheim noch Moshpits hervorrufen würde. Alles in allem hat sich nicht viel getan im Hause ADEPT und das ist insofern auch gut so, als dass schon der Vorgänger ein im eigenen Genre unerreichtes, kleines Meisterwerk gewesen war. Man muss einfach festhalten, dass „Death Dealers“ ein verdammt gutes Album geworden ist.

Leider reicht „Death Dealers“ dennoch nicht komplett an den Vorgänger heran. Zum einen liegt dies daran, dass das Album insgesamt sehr homogen ist und viele Songs zu ähnlich klingen. Zum anderen schwächeln ADEPT ein wenig, wenn es darum geht, wirkliche Überraschungsmomente zu kreieren, so dass die meisten Songs etwas vorhersehbar wirken. Bestes Beispiel hierfür sind die angesprochenen Songs „Hope“ und „This Could Be Home“, die zwar für sich genommen absolute Granaten darstellen, die sich aber so dermaßen ähneln, dass es auch nach mehrmaligem Hören schwerfällt, die Songs wirklich auseinander zu halten. Immer wieder zeigen sich kleine De ja-Vu-Erlebnisse auf „Death Dealers“, die man sicherlich wohlwollend als wiederkehrende Themen und den roten Faden des Albums bezeichnen könnte, die insgesamt aber leider bei Zeiten ein wenig nach bloßer Wiederholung klingen. Letztendlich sind diese Kritikpunkte im Falle von „Death Dealers“ zwar nichts, worüber man, insbesondere wenn man sich selbst Kritiker schimpft, hinweg sehen könnte, allerdings muss man immer im Hinterkopf behalten, dass sie gewissermaßen Kritik auf höchstem Niveau darstellen und dass die Schwächen von „Death Dealers“ bei Weitem nicht die Ausmaße annehmen wie etwa bei traditionellen Metalcore-Alben, denen man ja bekanntlich auch gerne einmal mangelnden Einfallsreichtum vorwirft.

„Death Dealers“ ist ein Album, das einfach Spaß macht und das den Hörer förmlich zum Mitmoshen und Mitsingen zwingt. „Death Dealers“ ist auch ein Album, das sich handwerklich nah an der Perfektion bewegt und das im Songwriting durchaus stimmig ist. ADEPT bewegen sich auf ihrem zweiten Level aber vor allem auf einem konstant hohen Level ohne auch nur ansatzweise Ausfälle zuzulassen und bleiben damit eine der ganz wenigen Bands, die nach wie vor keinen einzigen schwachen Song in der eigenen Diskografie betrauern müssten. Dummerweise ist „Death Dealers“ aber auch ein Album, das einen Tick zu wenig Abwechslung bietet und bei Zeiten zu gleichförmig und vorhersehbar klingt, ohne dabei jedoch wirklich langweilig zu werden. Was letztendlich bleibt ist ein sehr amtliches Album, das die Konkurrenz zwar immer noch mühelos in die Tasche spielt und das durchgehend Spaß macht, das allerdings nicht ganz aus dem riesigen Schatten heraus treten kann, den „Another Year Of Disaster“ seinerzeit geworfen hatte.

Bewertung

(Bewertung: 8 von 10 Lumpis)

Leserbewertung

Eigene Bewertung: Keine Average: 9 (12 Bewertungen)

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