Adolar – Schwörende Seen, ihr Schicksalsjahre
Adolar
"Schwörende Seen, ihr Schicksalsjahre" ist so ein Albumtitel, den man sich einfach einmal auf der Zunge zergehen lassen muss. Geht es eigentlich noch aufgesetzter und pseudointellektueller? Ja, ich musste in der Schule auch Texte von Goethe und Schiller verkraften, aber muss man wirklich gleich einen derartigen Albumtitel hinwursten, nur um den eigenen Intellekt wie einen geschwollenen Penis vor sich her zu tragen?
Die Texte, die die vier Berliner / Leipziger von ADOLAR dann abliefern, sind zum Glück keine barocke Liebeslyrik, sondern eher zeitgemäße Poesie, die wohl in erster Linie Studenten gefallen dürfte, die sich gerne einmal 2RAUMWOHNUNG anhören und zum richtigen Abgehen zu subjektiv fast schon als Grindcore wahrgenommenen Shock-Rockern wie JENNIFER ROSTOCK greifen. Nun ja, es muss ja nicht immer gleich SLAYER sein und wenn man sich ein wenig an den poppig angehauchten Indie-Rock von ADOLAR gewöhnt hat, bemerkt man doch, dass "Schwörende Seen, ihr Schicksalsjahre" etwas mehr zu bieten hat als offen zur Schau gestelltes studentisches Lebensgefühl und den Mut, sich zu Melodramatik und Pathos zu bekennen.
Was mir ADOLAR trotz aller Meckerei dann wieder sehr sympathisch werden lässt, ist die Tatsache, dass die Band es offensichtlich darauf anlegt, Fans von schmusigem Deutsch-Pop durch gelegentlich eingestreute Shouts und musikalische Ausbrüche, die sich erstaunlich gut ins Gesamtbild einfügen, vor den Kopf zu stoßen. ADOLAR sind ohne Zweifel eine Rockband und kein Pop-Produkt, was sich besonders am zwar eingängigen, aber nicht unbedingt vorhersehbaren Songwriting zeigt, dass zwischen wirklich schönen Melodien und gelegentlichen Ausbrüchen pendelt und auch dem ein oder anderen Experiment nicht abgeneigt ist (etwa bei "Mitnehmerrippe"). Selbst die ruhigeren Tracks des Albums (etwa „Weltsehen“) sind gut durchdacht und stellen sogar einige rockigere Nummern in den Schatten, wobei es insbesondere die ruhigeren Songs sind, die den Eindruck erwecken, die Band stamme aus Hamburg und nicht aus Berlin.
Wenn man einmal von den Texten der zehn Songs absieht, die wohl letztendlich Geschmackssache sind, ist "Schwörende Seen, ihr Schicksalsjahre" ein nettes Album geworden, dass durch die manchmal verträumte, manchmal drängende Grundstimmung, die ADOLAR vermitteln, durchaus die ein oder andere Runde im CD-Player von Freunden von Bands wie KETTCAR oder CAPTAIN PLANET verdient hat.














Kommentare
absolute Spinnerband, die keiner braucht PUNKT
Du bist auch ein Spinner, den keiner braucht PUNKT
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