Analena - Inconstantinopolis
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Analena - Inconstantinopolis
"Wenn man nichts Positives zu sagen hat, sollte man besser einfach mal die Fresse halten" hat man mir schon recht früh beigebracht. Denkbar schlechte Voraussetzungen, um CD-Kritiken zu schreiben, würde ich mal sagen. Allerdings könnte ich mir das Review zu "Inconstantinopolis" komplett sparen, wenn ich diesen Ratschlag befolgen würde. Aber obwohl ich eigentlich keinen Aspekt am zweiten Full-Length der Kroaten/Slowenen wirklich loben würde, gibt es eigentlich auch nichts, was ich wirklich kritisieren würde.
In der Presseinfo werden ANALENA als absolut einzigartig bezeichnet, was ich so nicht unbedingt bestätigen würde. Im Gegenteil gibt es doch einige Bands, die eine ähnliche Version dessen spielen, was das Quartett hier bietet, nämlich grundsätzlichen Screamo, der aber durch Elemente von Indie und Post-Punk ziemlich verwässert wurde. Als Fixpunkte seien mal ganz grob YAPHET KOTTO, ENVY, LA QUIETE und THE DEATH OF ANNA KARINA genannt, auch wenn ich nicht wirklich finde, dass ANALENA an das Niveau dieser Vertreter heran reichen. Selbst das Einzige, was die Gruppe vom Balkan wirklich von den anderen genannten Bands unterscheidet, nämlich die Tatsache, dass hier eine Frau hinter dem Mikrophon steht, ist mir erst nach dem Genuss der ersten fünf Lieder aufgefallen.
"Inconstantinopolis" ist ein Album ohne besondere Stärken und Schwächen und auch, wenn die zehn Songs alle etwas schwermütig wirken, kommt die Atmosphäre, die hier vermittelt wird, eigentlich niemals über das Niveau von Hintergrundmusik hinaus. Gegen die vielschichtigen Strukturen, die Bands wie LA QUIETE aufbauen, kommen ANALENA auch einfach nicht an, so dass "Inconstantinopolis" eigentlich nie über den Status von "ganz nett" hinausgeht und selten wirklich überraschen kann. Im Zweifel würde ich jedem Interessierten eher zu LA QUIETE oder THE DEATH OF ANNA KARINA raten als zu ANALENA.
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