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Beatsteaks - Boombox

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Beatsteaks - Boombox

Beatsteaks - Boombox
Bandname: 
Beatsteaks
Titel der CD: 
Boombox
Releasetermin: 
28.01.2011
Label: 
Warner Music
URL der Label-Seite: 
http://www.warnermusic.de
Kontaktieren: 
http://www.beatsteaks.com

Manchmal muss man sich als Kritiker dann doch Fragen, was in den Köpfen von Musikern wohl vorgeht, wenn sie sich im Proberaum einschließen und versuchen, etwas völlig anderes und neues zu machen. Sind es innere Selbstzweifel, ob man das bisher erreichte nochmal toppen kann? Ist man nach Jahren, in denen man immer dem Erfolg hinterhergehechelt ist, müde und zieht deshalb einen Schlussstrich? Oder ist man von sich und seinem Job so gelangweilt, dass die Band kurz davor steht, das Handtuch zu werfen?

Diese Fragen muss man sich stellen, wenn man das neue Album von den BEATSTEAKS hört, denn es klingt nach Neuorientierung, aber auch nach Resignation vor dem Erfolgsdruck, der sicherlich auf dieser Band in den vergangenen Jahren gelastet hat. "Boombox" ist kein zweites "Smack Smash" oder "Limbo Messiah". Es ist kein "48/49" und kein "Living Targets". Schon der Opener "Fix It" macht dies unmissverständlich klar - man weiß nichtmal so genau, wie man diesen Song denn nun einordnen soll. Kein Genre scheint so richtig zu passen; die BEATSTEAKS sind unbequem geworden. Die Single "Milk & Honey" gehört da schon zu den anschmiegsameren Vertretern auf diesem Album - locker fluffig geht das Gehörte nach zwei, drei Rotationen ins Ohr und wer nicht aufpasst, bekommt hier seinen ersten Ohrwurm verpasst.

Das folgende "Cheap Comments" klingt dann fast schon nach einer Mixtur aus David Bowie und den ROLLING STONES. Vielleicht hat sich sogar ein bisschen was von Peter Gabriel in dieses Stück verirrt - so ganz genau weiß man das als Hörer eigentlich zu keiner Zeit. Zum nächsten Song namens "Let's See" würde als bildliche Untermahlung ein Video in einem Altersheim voller tanzender Rentner, in dem die BEATSTEAKS als Alleinunterhalter auftreten, anbieten. Fragt mich nicht, wieso ich dieses Bild in meinem Kopf habe ... aber glitzernde Anzüge würden ebenfalls wunderbar passen.

Erst "Bullets From Another Dimension" erfüllt dann wieder die Erwartungen eines alteingesessenen BEATSTEAKS-Fans. Arnim holt die Rockröhre aus dem Keller und der Rest der Bande darf sich auch mal wieder ordentlich austoben. "Under A Clear Blue Sky" überzeugt mit einer Beatle-esken Grundstimmung, während "Access Adrenalin" zu den "schwofigeren" Nummern der Berliner zu zählen ist. Mit "Behavior" gibt es dann das erste Mal richtig einen vor den Latz - da darf dann auch der Bernd mal wieder kräftig Dampf ablassen. Was aber dann wiederum in "Automatic" passiert, verschlägt einem ordentlich die Sprache, denn einen solchen Song hätte man sicherlich nicht erwartet. Monotoner Grundrhythmus (Drummer Thomas Götz sitzt den Song sicherlich auf einer Backe ab), monotoner Gitarrenlauf und ebenfalls monotoner Gesang - klingt ein bisschen wie Reggae. Den Abschluss des Albums bilden dann "Alright" und "House On Fire" - beide Songs gehen in Ordnung, reissen einen aber leider auch nicht wirklich vom Hocker.

Kommen wir also zum Fazit: Die Frage ist, hat sich das lange Warten auf "Boombox" gelohnt? Nein, leider nicht wirklich! Dafür ist dieses Album zu sehr Berg- und Talfahrt geworden. Neben wirklich gelungenen Songs finden sich auch etliche, denen man kurzerhand mit der Skip-Taste seines Players den Garaus machen möchte. So richtig glücklich werden die BEATSTEAKS mit diesem Album wohl niemand machen, denn dafür ist das, was man hier geboten bekommt, viel zu unentschlossen; ein Wendehalsalbum eben!

Tracklist

Bewertung

(Bewertung: 5 von 10 Lumpis)

Leserbewertung

Eigene Bewertung: Keine Average: 5.5 (103 Bewertungen)

Weitere Infos zu

Kommentare

Bild des Benutzers andreas barder

weiterentwicklung ist wie progressive metal: langweilig!

Bild des Benutzers Martin Reschl

Guten Tag,

objektive Kritik stelle ich mir von einem Magazin anders vor, sofern man diesen Anspruch stellt. Ich bin generell gegen subjektive, meinungsbildende Kritik von diversen Magazinen, sei sie positiv oder negativ. Aber in diesem Fall wird einer Band unterstellt, sie hätte "keinen Bock" mehr. Diejenigen, die sich mit Musik wirklich intensiv beschäftigen sagen über dieses Album gegenteiliges.

Bei den Kommentaren frage ich mich, warum manche so sehr an der Vergangenheit hängen. Was ist so toll an 48/49? Die Aufnahmequalität lässt kein zweimaliges hören zu, zumindest bei mir nicht. Unminded und Indifferent sind vielleicht songtechnisch in Ordnung. Launched: Miezies Song und Shiny Shoes sind vertragbar. Living Targets: Let me in, To be strong, Summer.
Das erste Album, wo man sagen kann, dass es songtechnische, wenn auch nicht soundtechnische Qualiäten besitzt ist Smacksmash. Limbo Messiah war die bisher kompakteste Produktion: Soundtechnisch und songtechnisch sehr hochwertig.
Boombox ist trotz (oder gerade) wegen nicht ganz optimaler Atmosphäre die eindeutig gelungenste Produktion. Man merkt wieder mehr den Livefaktor, mehr Ecken und Kanten. Limbo Messiah war hingegen etwas runder. Bitte nicht mehr schreiben, dass die Alben 48/49, Launched oder Living Targets die Besten waren. Das zeigt nur von Unwissenheit und Unkenntnis.

Freundliche Grüße

Bild des Benutzers cocaine

Wo sind die alten BEATSTEAKS??? Ich bin echt entäuscht. Meine Lieblingsband macht jetzt so einen Rotz!!! Ich möchte wieder ein geiles Launched, Living Targets oder Smack Smash!!! Limbo Messiah hat auch schon entäuscht!!!

Bild des Benutzers WTF

Dein review kannst du mal ordentlich in die Tonne hauen!
Alter, die Jungs haben noch Lust auf Mucke und richtig bock zu zocken und das hört man. Klar ist es kein 48/49 und kein Living Target. Wieso auch? So wie es ist, ist es gut!

Bild des Benutzers Moritz

Naja, ich bin erstmal auch auf der Seite der Enttäuschten. MILK&HONEY war schon nett, aber kein Highlight dieser so großartigen Band. Und das neue Album ist okay, aber ebenfalls kein Highlight. Aber es ist einfach eine tolle, sympathische, ausdruckstarke Band - aber man sollte nicht vergessen, dass sie live eben noch 1000 mal besser sind. Die Alben sind toll, aber auch nicht innovativ. Aber es gibt kaum ne besser Band auf der Bühne. Das sollte man nicht vermischen und ihre Alben zu hoch aufhängen.

Bild des Benutzers steff

bin leider auch enttäuscht.. die einzigen highlights dieser platte sind fix it und house on fire

Bild des Benutzers Der Gast

Respekt für diese Review: Ich habe eigentlich überall nur positives gelesen und wenn ich mir das Album anhöre, frage ich mich wieso? Ich würde es zwar nicht unbedingt als "Wendehalsalbum" bezeichnen, aber sonst gehe ich mit der geäußerten Kritik vollkommen konform, was wieder mal für euer Magazin spricht!

Bild des Benutzers Betty

Album gekauft und schon beim ersten Hören für großartig befunden! Die Platte klingt für mich keinesfalls so als hätten die Beatsteaks keinen Bock mehr. Schon der Wettbewerb vor der Vorstellung von Milk&Honey und die Beiträge auf der Homepage bzw. Beat-Tv zeigen, daß die Jungs Spaß an dem haben, was sie tun. Und das hört man auch auf dem Album.

Bild des Benutzers Niggo

die jungs haben auf jeden fall bock. da bin ich mir tausend prozentig sicher. denke eher, dass diese ungewöhnliche platte einfach ausdruck ihres interesses momentan ist. die wollten genau diese platte machen und haben nicht bewusst sämtliche pop-aspekte ausgelassen. viel abgewinnen kann ich ihr trotzdem noch nicht. milk & honey ist noch das beste und "automatic", welches im review als evt reggae abgetan wurde, ist eine klasse nummer à la späte Clash!

vielleicht entwickelt sich noch etwas aus der platte nach weiteren hördurchgängen. die schlechteste beatsteaks platte so far wird sie aber wohl bleiben.

Bild des Benutzers andreas barder

gelungene produktion? ist mir zu subjektiv! wo bleibt die objektivität?

Bild des Benutzers Gast

man kann sich manches echt schönreden und schönschreiben!

Bild des Benutzers The almighty Bear

Also rein prinzipiell find ich alle Alben ziemlich cool, wenn auch das erste nicht ganz an die Nachfolger heranreicht.
Beim neuen Album haben sie es halt wieder getan, sie haben sich irgendwie verändert, was anderes gemacht. Aber mal ehrlich, das war bei den Beatsteaks immer so. Das ist auch gut so. Kein Album dieser Band klingt wie das andere.
Natürlich gefällt das dem einen oder anderen nicht. Aber mein Gott, des is doch wurscht, wems nicht taugt, zieht sich halt die alten Sachen rein.
Zum neuen Album: Mir gefällts, warum kann ich nicht genau sagen... is halt so. Und Bock ham die Jungs auf alle Fälle noch. Wie sich live garantiert zeigen wird. Nur die Hallen sind einfach mittlerweile zu groß, da steh ich dann eher nicht drauf.
Mein Wunsch: mal bitte bitte wieder ein überschaubares Konzi, in nem schönen veruchten Klub. Aber das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben...

Bild des Benutzers Timo

<p>Ähm, ich muss hier wohl doch mal Stellung beziehen, denn ich wollte mit der Eröffnung des Reviews keinesfalls andeuten, dass die Beatsteaks eine Band sind, die keinen Bock mehr auf's gemeinschaftliche musizieren haben. Ich habe einfach nur versucht, mich in ihre Lage zu versetzen und ich denke, auf einer Band wie den Beatsteaks lastet schon ein enormer Erfolgsdruck (Plattenverkäufe, Singles usw.). Eigentlich war meine Intention mit dieser Einleitung, die Vermutung in den Raum zu stellen, dass sie sich mit "Boombox" von diesen "Fesseln" befreien und deshalb etwas völlig Anderes machen. Klar haben die noch Bock, Musik zu machen ...</p>

Bild des Benutzers Flo*

Boombox enttäuscht mich in erster Linie nicht wegen dem Songwriting. Es ist die Produktion, der Mix und das Master die mich diese CD geradezu hassen lassen. Die Soundqualität ist dermaßen schlecht dass es teilweise in den Ohren weh tut. Ich bin kein Fan von Überproduktionen, im Gegenteil, ich liebe es wenn ein Album den gewissen "Garagentouch" hat, aber BOOMBOX geht einfach zu weit, das grenzt an Körperverletzung. Druck - Fehlanzeige! Wer diese Produktion als die gelungenste der Band bezeichnet muß echt einen Hörschaden haben.

Darüber hinaus muss ich auch klar bemängeln dass auf Boombox kein einziger "Hit" ist. "Milk & Honey" hat mich überhaupt nicht mitgerissen und jetzt musste ich leider feststellen dass es zu den besseren Songs auf dem Album gehört. Das ist einfach alles zu verkopft, es fehlt die Leichtigkeit und der Hymnencharakter. Als Krönung wird dann der beste Song auf dem Album "Under a clear blue sky" von Peter Baumann gesungen, der ein Englisch hat wie ein adilette-tragender, bierbäuchiger Mallorca-Urlauber.

Am Ende bin ich auch froh dass die Buletten dieses Album jetzt gemacht haben. Es ist an der Zeit von dieser Band los zu lassen, was mir dank BOOMBOX leichter fallen wird.

Ach ja, ein Kompliment an diese Kritik. Diese triffst mein subjektives Empfinden ziemlich genau.

Bild des Benutzers Marc

Kann die Kritik zum größten Teil nachvollziehen, die letzten Alben der Beatsteaks waren einfach alle großartig und hier hate ich das erste mal ein Album bei dem mein Finger sogar auf der Skiptaste ruhte...

Milk&Honey enttäuschte mich als Single, es war nicht schlecht aber auch nicht gut. Es war einfach nicht wirklich irgendwas...

Kleine Highlights, wie "Under a clear blue Sky" und "Bullets from another dimension" sind zwar drinne, aber die ganze Platte wirkt nicht so rund, wie die Vorgänger, besonders .limbo messiah stach da für mich herraus. Die Scheibe lässt sich am Stück problemlos durchhören und gefällt.

Was ich an der Kritik nicht so gelungen finde ist, dass sie die Beatsteaks direkt angreift, anstatt zu sagen "Hey die Jungs bringens seit Jahren und live auch immernoch auf höchsten Niveau. Da darf auch mal eine nicht so gute Platte bei raus kommen."

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