Delikat - Death, Liquor, Kicks and Trombones
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Delikat - Death, Liquor, Kicks and Trombones
Warum wird man auf wirklich gute Bands eigentlich immer erst aufmerksam, wenn sich die Band schon aufgelöst hat? Diese Frage stellt sich mir auch bei DELIKAT aus Berlin, die im April dieses Jahres nach sechs Jahren Bandgeschichte ihre letzte Show gespielt haben und den Fans nun mit dem Album "Death, Liquor, Kicks and Trombones" ihren letzten Abschiedsgruß entbieten.
Die vier Jungs und das eine Mädel von DELIKAT spielen weitestgehend Ska-Punk und machen ihre Sache dabei ausgezeichnet. Auch, wenn sich die Band größtenteils innerhalb der Grenzen des Genres bewegt, ist der aktuelle Longplayer doch unglaublich abwechslungsreich und sympathisch. Die Spannweite der Songs ist hierbei wirklich beeindruckend: Der Opener "Aimless" klingt ein wenig nach älteren RANCID-Scheiben, die sympathische Fleischfresserhymne "I Eat Meat" erinnert ein wenig an klassischen Rock'n Roll, "Faux Pas" besitzt eine gewisse Melancholie im Stil der MIGHTY MIGHTY BOSSTONES, "Don" glänzt mit dem Einsatz von Orgel und Maultrommel und einem sehr coolen Groove. Neben dem obligatorischen reggaelastigen Track, der anscheinend auf keinem Ska-Album fehlen darf ("Back To Routine") wird auch ein deutschsprachiger Song präsentiert ("Wer zuletzt lacht"), der in Zeiten, wo SILBERMOND und Konsorten mit rührseligem Poprock die Charts regieren, angenehm ehrlich und frisch daher kommt. Mit dem neunten und letzten Track des Albums ("Filmriss", im Original von den Deutschpunklegenden KNOCHENFABRIK) kann sich noch einmal jeder von den Live-Qualitäten von DELIKAT überzeugen, was die Trennung der Band umso mehr schmerzen lässt, da man nun auch nicht mehr in den Genuss eines Live-Auftritts des Quintetts kommen wird.
"Death, Liquor, Kicks and Trombones" ist ein Album geworden, das eigentlich nie langweilig wird und bei dem jeder Song auf seine eigene Art und Weise ins Ohr und in die Beine geht, letztendlich aber einfach jede Menge Spaß macht. Handwerklich gesehen sticht vor allem die gute Arbeit der Bläserfraktion, die sich nicht in den Mittelpunkt stellt, den Liedern aber doch einiges an Drive mitgeben kann, und das unglaubliche Gespür für gute Melodien seitens von Sängers Jojo hervor.
Auch Freunde der gepflegten Stimmungsmusik, die eigentlich wenig mit dem Genre anfangen können, sollten dem Abschiedsalbum von DELIKAT zumindest eine Chance geben. Mit der Bezeichnung als Ska und der Tatsache, dass auch auf deutsch gesungen wird, sind mir persönlich gleich zwei gute Ansätze geboten worden, den letzten Longplayer der Berliner nicht zu mögen, ich habe mich allerdings mit Vergnügen eines Besseren belehren lassen. Als echtes Abschiedsgeschenk wird das Album dann auch noch zum Selbstkostenpreis von fünf Euro vertickt, so, dass man hier einfach zugreifen muss, um sich die Zeit zu vertreiben, während man für eine schnelle Re-Union betet.
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Kommentare
Sehr schön, über eine solche Review freut man sich doch, vorallem wenn man die Platte bezahlt hat, höhö!
Danke
Und es gilt natürlich weiterhin: CD für schlappe 5 Euro unter www.bakraufarfita-records.de
Cheers!