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Eskimo Callboy - Bury Me In Vegas

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Eskimo Callboy - Bury Me In Vegas

Bandname: 
Eskimo Callboy
Titel der CD: 
Bury Me In Vegas
Releasetermin: 
23.03.2012
Label: 
Redfield Records
URL der Label-Seite: 
http://www.redfield-records.de/
Kontaktieren: 
http://www.eskimocallboy.de/

Ich habe es lange genug vor mir hergeschoben, jetzt muss ich es doch langsam angehen: Das Review zu „Bury Me In Vegas“, dem Debütalbum der Metalcore-Schmuddelkinder von ESKIMO CALLBOY. Das Problem ist insofern klar definiert, als dass es streng genommen genau zwei Meinungen zu dem ersten Longplayer der Band aus Castrop-Rauxel gibt. Zum einen die 1/10-Fraktion, die nicht über den offenkundigen, aber angeblich doch nur ironisch aufgetragenen, Sexismus in den unsäglich dummen Texten von ESKIMO CALLBOY hinweg sehen kann und auch die Mischung aus Metalcore-Riffs und Kirmestechno nicht so recht begeistern möchte. Zum anderen die 10/10-Fraktion, die beim Genuss von Musik gelegentlich das Gehirn abschalten kann und im Suff auch schon mal DIE ATZEN abfeiert. Was liegt also näher, als mit einer Wertung genau in der Mitte beide Fraktionen gleichermaßen anzupissen?

Fangen wir aber vielleicht erst einmal mit einer Band-Beschreibung an: Wäre der Sound von ESKIMO CALLBOY ein Mensch, wäre er vermutlich ein abgeranzter, stinkender Typ mit wirren Haaren, der, mit Flipflops und spermabesprenkeltem Bademantel, aus dem ein kleiner Zipfel Penis heraushängt, morgens um 8 im Aldi Bier in Plastikflaschen kauft. Ein Typ, mit dem man semi-ironisch im absoluten Vollsuff feiern würde, von dem man aber ums Verrecken am nächsten Morgen nicht auf der Straße erkannt werden möchte. Ein Typ, bei dessen Anblick ängstliche Kinder auf dem Schulweg schleunigst die Straßenseite wechseln und beginnen zu verstehen, warum sie nicht mit Fremden sprechen sollen. Oder wie eingangs erwähnt: einfach ziemlich derber Metalcore mit einer dicken Ladung Synthie-Pop darüber.

Und dann beginnt das Abwegen von Pro und Contra: Stumpfes Metalcore-Geriffe gegen sehr ordentliches Drumming und recht stimmgewaltige Shouts, eine dicke Produktion gegen teilweise arg „cheesy“ klingende Synthie-Einspieler und ein Album, das live sicherlich Spaß macht gegen Textfetzen wie „One for the money, one for the show – I got a sexdate with the neighbor hoe“ oder „I hate hair in your pants like i hate grannies at the gang bang party“. Die Liste der stumpfen Zitate ließe sich nahezu endlos fortsetzen, da auf „Bury Me In Vegas“ kaum eine Zeile verstreicht, die nicht das Niveau der vorherigen noch unterbieten will. Dass sich die Bandmitglieder dabei kreative Titel wie „The clitrubbing Helltank“ oder „The bassmachine of cunt-destruction“ gegeben haben, macht ESKIMO CALLBOY dann auch nicht eben sympathischer. Und wenn man denkt, es geht kaum noch schlimmer, kommt auch noch fucking Autotune dazu.

Es gibt viel zu meckern an „Bury Me In Vegas“, aber ich muss leider zugeben, dass mir ESKIMO CALLBOY bei Zeiten doch ordentlich Spaß machen. Nicht direkt die Art von Spaß, die man bei einem Familienausflug ins Grüne hat, sondern eher die Art von Spaß, die man vielleicht in einem Hinterhofpornokino hat, aber nichtsdestotrotz eben doch Spaß. Rein musikalisch betrachtet hat „Bury Me In Vegas“ nämlich, trotz größtenteils vorhersehbarem Songwriting, durchaus die ein oder andere eingängige Melodie zu bieten und vor allem jede Menge Druck auf dem Kasten. Sobald ich allerdings den Fehler mache, bewusst auf die Texte der Castrop-Rauxeler zu achten oder mir das Pseudo-Pimp-Gehabe der Band vor Augen führe, ist der Spaß auch schon wieder vorbei, da ich meinen Kopf anscheinend nicht genug abschalten kann, um beim Niveaulimbo auf eine Stufe mit ESKIMO CALLBOY zu kommen. Möchte ich eigentlich aber auch gar nicht, da ich mir im Zweifel doch eher guten Gewissens die Labelkollegen von HIS STATUE FALLS anhöre, die prinzipiell eine sehr ähnliche musikalische Schiene wie ESKIMO CALLBOY fahren, dabei aber keine billigen Gimmicks zur Aufmerksamkeitssteigerung nötig haben.

Bewertung

(Bewertung: 5 von 10 Lumpis)

Leserbewertung

Eigene Bewertung: Keine Average: 2.1 (28 Bewertungen)

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