Gavin Portland - IV: Hand In Hand With Traitors, Back To Back With Whores
Gavin Portland
Es gibt so Alben, die laufen im Hintergrund zig mal durch, ohne dass man dem Geschehen wirklich Beachtung schenkt. Manche dieser Alben setzen einen interessanten Vorgang im Unterbewusstsein in Gang, wenn man nämlich irgendwann merkt, dass man plötzlich alle Songs mitsingen kann und gar nicht so genau weiß, warum eigentlich. An dieser Stelle fängt man dann meistens an, das Album einmal bewusster zu hören. Das zweite Full-Length von GAVIN PORTLAND aus Reykjavik ist dagegen zwar ein Album, auf das man sich nicht so recht konzentrieren kann, das aber trotzdem keine bleibenden Spuren hinterlässt und mit dem man sich eigentlich gar nicht so wirklich näher befassen möchte.
Der Opener "Pig Iron" schafft es, direkt zu Beginn des Albums, falsche Erwartungen zu schüren, die der Rest von "Hand In Hand With Traitors, Back To Back With Whores" nicht erfüllen kann. Zu Anfang schlagen die Isländer nämlich in eine ähnliche Kerbe wie EVERY TIME I DIE und mischen auf ganz nette Art und Weise Hardcore mit einer kleinen Prise Rock 'n Roll. Nichts wirklich Neues und nicht einmal wirklich überragend dargeboten, aber immerhin doch solider Durchschnitt. Songs wie "Sea Wolves" oder "Holy Terror, Hidden Hand" greifen einen derartigen Stil zwar später wieder auf, der Rest der zehn Songs besteht aber aus einer sehr zähen, langweiligen und eintönigen Mischung aus modernem Screamo und Sludge, der in recht niedrigem Tempo vor sich hin dümpelt, ohne irgendwelche Akzente setzen zu können.
GAVIN PORTLAND klingen auf ihrem zweiten Album verzweifelt, orientierungslos, eintönig, gleichgültig und insgesamt einfach furchtbar langweilig. Songs wie "Dead Ends", das zumindest eine winzige Portion Eingängigkeit besitzt und "February", bei dem es im Hintergrund zumindest einmal cleanen (aber recht schiefen) Gesang zu hören gibt, schaffen es wenigstens, die recht niedrige Messlatte des Albumsdurchschnittes noch ein wenig nach oben zu korrigieren, wirklich gut sind diese Songs dann aber leider auch nicht. Songs wie "Droughtbringer", das geradezu ein Feuerwerk der Eintönigkeit abbrennt und auch noch versucht, ausschließlich mit klarem Gesang zu arbeiten oder ewig lang scheinende Tracks wie "Tempest" oder "Seven Coils" ziehen das zweite Album der Isländer dann aber doch wieder zurück in die unteren Regionen der Lumpi-Skala.








pe - NWO.jpg)

Kommentar hinzufügen