Jupiter Jones - Holiday in Catatonia
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Jupiter Jones - Holiday in Catatonia
Wer sich im deutschsprachigen Punk auskennt, weiß, dass man beim Kauf einer JUPITER JONES-Scheibe ein 1. Klasse-Ticket erwirbt. Die Jungs aus der Eifel stehen für melodischen, kraftvollen, energiegeladenen Punk mit leichten Indieeinflüssen und bewegen sich textlich auf höchstem Niveau. Unter der Leitung von Wolfgang "Stackman" Stach (produzierte u.a. für GUANO APES, KARPARTENHUND, BOSSE etc.) und einem neuen Bassisten, kommt mit "Holiday in Catatonia" das 3. Studioalbum auf den Markt.
Mit Jana Pallaske (bekannt von der Berliner Punkband SPITTING OFF TALL BUILDING und als Schauspielerin), Ingo Donot (DONOTS) und Oliver Rohrbeck (Sprecher von "Die drei Fragezeichen") hat man sich prominente musikalische Unterstützung mit ins Boot geholt. Dabei ist ein abwechslungsreiches Album mit 11 Songs, welches mal energiegeladen, kraftvoll aufs Gas tritt, mal mit melodischer Kaminfeuermusik in die Eisen geht, entstanden.
Songs wie "Er lässt doch immer alles fallen", "Heute ist der erste Tag an dem ich mich alt fühle" oder aber "Da leiden hier leiden" gehen nicht nur textlich unter die Haut, auch musikalisch bitten die Herren zum Tanzen und Mitsingen. Solche Songs gehen direkt ins Ohr und bleiben da kleben wie eine Motte an einer Glühbirne. Der Opener "Das zu Wissen" erinnert zwar stark an TURBOSTAAT, doch schon mit dem 2. Song "Das Jahr in dem ich schlief" wird schnell deutlich, dass JUPITER JONES mit den Punkern aus dem hohen Norden wenig gemeinsam haben. "Das Jahr in dem ich schlief" gehört auch gleich zu den größten Highlights auf diesem Album.
Den ruhigeren Stücken auf "Holiday In Catatonia" fehlt leider das gewisse Etwas: Zu eintönig und monoton kommen diese Songs daher; es fehlt an musikalischer Abwechslung. Obgleich das Duett mit Jana Pallaske "Nordpol / Südpol" textlich zu Hochtouren aufläuft, will es musikalisch erst nach mehreren Durchläufen im CD-Player überzeugen. So ergeht es mir auch mit den anderen ruhigeren Songs wie beispielsweise "Wer winkt hier eigentlich wem". Da kann auch die starke Stimme von Nicholas Müller nicht viel ausrichten, auch wenn sie nach wie vor meine Härchen zum Stehen bringt.
Dass JUPITER JONES auch politische Texte schreiben können, beweist der Song "Du und Jörg Haider". Der österreichische Vorzeigenazi stand Pate für den Titel und wurde am Tag seiner Beisetzung geschrieben. Der Song richtet sich an all diejenigen, die um einen faschistischen Politiker heulen, der sich im besoffenen Zustand mit seinem Auto um den Baum gewickelt hat und mit Glück nicht noch mehr Menschen ins Unheil riss. Solchen Leuten sollte man keine Träne nachweinen.
"Holiday In Catatonia" erscheint als Digipak mit 12-seitigem Booklet. Die Erstauflage kommt als Special Edition mit einer DVD, auf der ein 45-minütiges "Making Of" zum Album und das Video zu "Das Jahr in dem ich schlief" zu finden ist.
Fazit: Auf Grund des Hitpotenzials einiger Songs ist das Album ein Muss für alle JUPITER JONES Fans. Allerdings darf man kein "Raum um Raum" (für mich das beste Album) erwarten. Für jeden anderen kann ich zum Einstieg die vorherigen Alben "Raum um Raum" und "Entweder geht diese scheussliche Tapete - oder ich" empfehlen. Allerdings darf man sich mit diesem Album schon jetzt auf die kommende Herbsttour freuen, wo die Jungs auch Live zeigen können, dass der Hammer aus der Eifel kommt.
Tracklist
Bewertung
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Kommentare
Den politischen ("linken") Mainstream unreflektiert nachzuquatschen ist noch lange nicht "Punk"!!!!!!!!
Was genau meinst du denn? :-)
Wieder einmal von einer Person geschrieben, welche sich politisch in keinerlei Hinsicht auskennt. PS. Jemanden als Nazi zu bezeichnen ist Wiederbetätigung und kann somit zur Strafverfolgung führen. Lieber einmal nicht dem Mainstream folgen, sondern lieber einmal selbst anfangen zu denken.