Kaishakunin - Zur Vernunft begabter Mensch

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Kaishakunin - Zur Vernunft begabter Mensch

Kaishakunin - Zur Vernunft begabter Mensch

Kaishakunin

Zur Vernunft begabter Mensch
Label: Deaf Cult
VÖ: 30. Mai 2009

Seit Bands wie CALLEJON, NARZISS oder ESCAPADO den deutschsprachigen Hard- und Metalcore mehr oder weniger salonfähig gemacht haben, war es letztendlich nur eine Frage der Zeit, bis mehr Bands dieser Ausrichtung die Bildfläche betreten würden. So auch KAISHAKUNIN, die sich, wenig erstaunlich, ziemlich genau wie eine Mischung aus den drei anfangs genannten Bands anhören. Der Fairness halber muss man aber sagen, dass es das Quartett bereits seit April 2005 gibt, so, dass man den Karlsruhern schwerlich vorwerfen kann, erst jetzt auf den anrollenden Zug aufgesprungen zu sein.

Mit "Zur Vernunft begabter Mensch" bekommt man streng genommen kein wirkliches Album, auch, wenn die Spielzeit von einer knappen halben Stunde dies vermuten lassen könnte, sondern drei neue Songs, sowie vier Songs, die bereits 2007 als, inzwischen ausverkaufte, EP erschienen sind. Gewissermaßen also zwei EPs zum Preis von einer, inklusive einem sehr gelungenen Artwort bzw. Booklet. Zwischendurch haben KAISHAKUNIN auch mal eben ihren Drummer ausgetauscht, was man den acht Tracks allerdings wenig anhört (Streng genommen sind es bei acht Tracks aber nur sechs Songs, die hier geboten werden, das knapp 30-sekündige Interlude "Leere und Vollkommenheit", sowie den Abschlußtrack "White Collar Slaves", das lediglich den Zweck eines sehr langen Outros erfüllt, nicht mit gezählt). Erstaunlicherweise können aber beide auf "Zur Vernunft begabter Mensch" vertretenen EPs auf ihre ganz eigene Art und Weise punkten: Die neuen Tracks wirken durchdachter und reifer, sind sauberer produziert und zeigen eine deutliche Entwicklung gegenüber den älteren Tracks, die dafür allerdings mehr raue Energie verströmen und gradliniger nach vorne gehen. Im älteren Teil von "Zur Vernunft begabter Mensch" gibt es ausserdem zwei Tracks auf englisch zu hören ("My Scars" und "Jammed Arteries"), die erstaunlich gut funktionieren, da die deutschen Texte, bei denen sich Sänger Thomas als kryptischer Nachwuchs-Goethe betätigt, sicherlich Geschmackssache sind. Ironischerweise wollte mir beim ersten Durchlauf der Doppel-EP ein Zitat aus einer ganz anderen Ecke der deutschsprachigen Musik nicht so recht aus dem Kopf, nämlich "Deine Texte: toll referiert, doch versteh'n tun sie nur deine Kommilitonen" (aus "Schweinehaxxxen" von niemand Geringerem als K.I.Z.).

Man kann KAISHAKUNIN (übrigens benannt nach einem Mitwirkenden bei einem tödlichen Samurai-Ritual namens Seppuku) und ihrer Mischung aus Hard- und Metalcore, sowie ein wenig Screamo sicherlich keine größeren Fehler vorwerfen: Musikalisch agiert das Quartett sehr eingespielt, einfallsreich und auf technisch gutem Niveau, die Produktion betont die jeweiligen Stärken der neuen, sowie der alten Songs und insgesamt ist "Zur Vernunft begabter Mensch" auch ein sehr ordentliches Release geworden, dass allerdings teilweise an seiner Strukturlosigkeit, Ambition und der Tatsache, dass ausschließlich geshoutet wird und somit zumindest im Gesang nicht allzu viel Abwechslung geboten wird (auch, wenn die Shouts keineswegs schlecht sind), leidet. Im direkten Vergleich zu Bands wie CALLEJON fällt insbesondere auf, dass KAISHAKUNIN paradoxerweise weniger gradlinig, aber gleichzeitig auch weniger abwechslungsreich sind.

Man hört bei KAISHAKUNIN einiges an Potential heraus und alles in allem ist "Zur Vernunft begabter Mensch" ein gutes Output, dem allerdings noch das gewisse Etwas fehlt, um wirklich Begeisterung hervor rufen zu können.

Eingetragen von Werner am 24.07.2009

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IYF:
(Bewertung: 7 von 10 Lumpis)
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Deine Bewertung: Keine Durchschnitt: 6.1 (6 Votes)
 

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Kommentare

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Erstellt von: Gast (Gast) (24. Juli 2009 - 14:01)

Gutes Review!

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Erstellt von: Gast (Gast) (26. Juli 2009 - 12:40)

viel zu lang, das Review.

Betrachte Benutzerprofil.
Erstellt von: Werner (26. Juli 2009 - 21:40)

öm..ja? Ich schreib ab jetzt nurnoch "Album gut" oder "Album schlecht",ok? Ich denke mal schon, dass Leute hier, die nicht so lesefaul sind, sich darüber freuen, ne möglichst detailierte Kritik zu bekommen (übrigens herzlichen Dank an Gast #1)

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