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Liberator - Stand And Deliver

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Liberator - Stand And Deliver

Liberator - Stand And Deliver
Bandname: 
Liberator
Titel der CD: 
Stand And Deliver
Releasetermin: 
13. November 2009
Label: 
Pork Pie
URL der Label-Seite: 
http://www.myspace.com/porkpieska
Kontaktieren: 
http://www.myspace.com/liberatorsweden

Skandinavien zeigt sich einmal mehr als Nährboden von Offbeatklängen, anstatt weiter und weiter dreckigen Rock'n'roll hervorzubringen. Beweis dafür ist das aktuelle Album der in Malmö/Schweden gegründeten Formation LIBERATOR, mit dem unglaublich kreativ-progressiven Titel "Stand And Deliver". Das Berliner Label "Pork Pie" zeigt musikalisch-geschäftlichen Scharfsinn, die vorher bei "Burning Heart/Epitaph" gesignten Schweden an Bord zu nehmen. Als Partner dieser Zusammenarbeit findet sich zusätzlich das finnische Label BALE (Break A Leg Entertainment).

Das Album umfasst 12 Tracks aus dem Großbereich massentauglicher SKA mit rundem Offbeat und poppigen Melodien, allerdings nicht so rund, dass du sie auf einem der überflüssigen Kommerzsendern im Radio präsentiert bekommen würdest. Sauber akzentuierte Hornsektion, punktiert eingespielter Bass im Einklang mit trockenem Schlagzeug, zurückhaltend eingesetzte Keyboards, auf der gleichen Ebene wie die fast verschwindende Gitarre und rotzige Vocals, charakterisieren die Veröffentlichung auf eine humorvolle wie tanzbare Art und Weise. Humorvoll, wenn es um die Lyrics geht ("Make sure you are right, before you pick up a fight"), tanzbar bei Tracks wie "Playing The Game”, bei dem die eingespielte Hornsektion im Einklang von groovenden Bass-Schlagzeug-Parts es quasi unmöglich machen mitzuwippen, den Takt mit einem Nicken zu begleiten oder gar das Tanzbein zu schwingen und als Rude Boy seiner Angebeteten beim Kuhmelken (Tanzart SKA) den Hof zu machen.

Bassmann Rodrigo Lopez stellt mit diesem Album unter Beweis, sowohl bei langsameren Tracks als auch bei den schnelleren Wechselbass-Läufen erfordernden Songs, seine vier Saiten unter Kontrolle zu haben. Er hat die Schlüsselrolle inne, den musikalischen Erfolg dieser Publikation zu kreieren. Sowohl Timing als auch seine kreativen Ideen, was die Wahl von treibenden Offbeats und punktierten Breaknotes betrifft, bekommen in der Kombination mit Johan Holmberg am Schlagzeug die Höchstnote. Beide Musiker fundieren die hohe qualitative Struktur von "Stand And Deliver", ohne nach Ausverkauf oder "One-hit-wonder-Kombo" zu klingen.

Anspieltips dieses kompakten Albums mit vielen starken Liedern, sind der Partysong, Track 3 "Playing The Game" und definitiv der unendlich groovende Track 9 "Cost Of Loving".

Was kostet die Band wichtige Punkte? Das Coverartwork. Den ungeheueren schwarzen Humor als Begründung hinzugesetzt, wird einem trotzdem nicht wirklich klar, warum in Form eines schlecht belichteten Photos in der Qualitätsstufe von einer billigen Digitalkamera, ein Skinhead mit roter Vespa vor dem Schaufenster mit fünf lebenden Schaufenster-Figuren steht. Low-Budget Coverproduktionen sind nicht ausnahmslos schlecht, es kommt hier nicht darauf an, dass man als schwedische Skaproduktion eben nicht über endlose finanzielle Budgets verfügt, die einem ermöglichen an den coolsten Locations mit teuren Fotografen über Monate zu verweilen, nein, es geht hier einfach darum, dass man sich hier mehr Zeit und die richtigen Leute hätte zur Seite stellen lassen sollen.

Rein musikmässig, so mein Schlussresümee, gelingt es LIBERATOR mit "Stand And Deliver" in 12 durchweg eingängig wie guten Songs unter Beweis zu stellen, dass Schweden in Sachen SKA nicht zu unterschätzen ist. 

Tracklist

Bewertung

(Bewertung: 8 von 10 Lumpis)

Leserbewertung

Eigene Bewertung: Keine Average: 7.5 (4 Bewertungen)

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