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Long Distance Calling - Avoid The Light

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Long Distance Calling - Avoid The Light

Long Distance Calling - Avoid The Light
Bandname: 
Long Distance Calling
Titel der CD: 
Avoid The Light
Releasetermin: 
24. April 2009
Label: 
Superball (SPV)
URL der Label-Seite: 
http://www.spv.de/
Kontaktieren: 
http://www.myspace.com/longdistancecalling

Wie schafft man es, mit Worten ein Album zu beschreiben, was seinerseits ohne viele Worte auskommt? Im Falle von "Avoid The Light", dem zweiten Album von LONG DISTANCE CALLING lässt sich diese Frage nur schwierig beantworten. Was seitens der fünf jungen Männer aus dem Großraum Münster präsentiert wird, muss man einfach mit eigenen Ohren erleben.

Geboten werden lediglich sechs Songs, von denen allerdings keiner die Spielzeit von sieben Minuten unterschreitet und die mit einer Ausnahme (bei "The Nearing Grave" unterstützt KATATONIA-Sänger Jonas Renske die Band) allesamt instrumental gehalten sind. Der Sound von LONG DISTANCE CALLING ist kaum zu fassen und einfach in keine Schublade einzuordnen. Dies liegt zum einen daran, dass "Avoid The Light" sehr abwechslungsreich daher kommt, zum anderen daran, dass das Album unglaublich innovativ ist. Am ehesten angebracht sind wohl die Begriffe Post-Rock und Progressive um die komplexen, atmosphärischen Soundgebilde zu beschreiben, die auf "Avoid The Light" entstehen.
Das Album nimmt sich alle Zeit, die es braucht, und erwartet dies auch gewissermaßen vom Hörer. Teils ruhig und atmosphärisch ("Apparitions"), teils laut und rockig ("Black Paper Planes") bieten LONG DISTANCE CALLING Songs, die zwar sicherlich auch als Hintergrundmusik taugen, die dem Zuhörer allerdings bei näherer Beschäftigung mit ihnen weit mehr bieten können und immer neue Aspekte entdecken lassen, was sicherlich auch an der makellosen Produktion des Longplayers liegt. "Avoid The Light" ist quasi als Gegenentwurf zu dreiminütiger Konservenmusik mit Airplay-Ambitionen zu sehen und besticht vor allem durch großartige, sphärische Songstrukturen, die Freunden von Bands wie TOOL sicherlich zusagen dürften.
Trotz der Länge der einzelnen Songs, lassen LONG DISTANCE CALLING zu kaum einem Zeitpunkt Langeweile aufkommen, die Lieder sind in stetigem Wandel und erwecken immer wieder aufs Neue das Interesse an der Beschäftigung mit ihnen.
Das einzige wirklich hervorstechende Lied auf "Avoid The Light" ist "The Nearing Grave", für welches sich LONG DISTANCE CALLING der Hilfe von KATATONIA-Sänger Jonas Renske bedienen. Obwohl Renskes Stimme sehr gut zum Sound der Band passt, wird man hierbei doch das Gefühl nicht los, dass die Stimme zu sehr vom eigentlichen Geschehen (der Musik) ablenkt und wünscht sich doch, dass der Mann am Mikrophon sich bald wieder verabschieden möge. Auf "Avoid The Light" ist (selbst guter) Gesang schlicht und ergreifend überflüssig, da allein das musikalisch Dargebotene in der Lage ist, sämtliche Emotionen wortlos und doch aussagekräftig zu transportieren.

"Avoid The Light" zeigt in Zeiten, in denen die Charts von Klingeltönen regiert werden, eine sehr erfrischende Herangehensweise an Musik als Kunstform und ist definitiv ein kleines Meisterwerk, das sich jeder, der Musik nicht nur als Ansammlung von Hintergrundgeräuschen ansieht, einmal genauer anhören sollte.

Tracklist

Bewertung

(Bewertung: 9 von 10 Lumpis)

Leserbewertung

Eigene Bewertung: Keine Average: 8.8 (16 Bewertungen)

Weitere Infos zu

Kommentare

Bild des Benutzers Gast

großes kino!!!
das erste album un die demo waren schon hammer, aber ldc schaffen es wirklich immer wieder, sich zu steigern! respekt!

Bild des Benutzers Michael Steffen

schönes Review, tolle Musik!

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