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Martin Peter - Holy Home

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Martin Peter - Holy Home

Bandname: 
Martin Peter
Titel der CD: 
Holy Home
Releasetermin: 
01.04.2011
Label: 
Angora Steel
URL der Label-Seite: 
http://www.myspace.com/angorasteelrecords
Kontaktieren: 
http://www.myspace.com/martinpeter

Wer Hip Hop macht, aber nur Hip Hop hört, betreibt Inzest“ sagte einmal JAN DELAY zu seinen BEGINNER-Zeiten und sicherlich hat er Recht mit der Aussage, man solle bei Musik die Scheuklappen bei Seite lassen und sich einfach immer wieder aufs Neue fragen, ob der jeweilige Sound, unabhängig von Genres und Schubladen, Gefallen findet. Klingt zwar erst einmal super, aber wer verfügt denn letztendlich über einen derartige Idealismus und vor allem über so eine Menge an Freizeit, wenn es darum geht, sich wirklich alles reinzuziehen. Irgendwo muss man doch auch mal die Grenze ziehen und einige Genres einfach aus dem eigenen Geschmack ausschließen. Ich weiß genau, dass ich Techno, Volksmusik und die Neue Deutsche Welle nicht mag, also höre ich mir diese Art von Musik auch nicht an. Einen deutlich weiteren Horizont als ich hat hingegen MARTIN PETER, der eigentlich aus dem Techno entstammt, sich aber auch nicht dazu zu schade ist, auf „Holy Home“ die Gitarre in die Hand zu nehmen und zwölf Rock-Songs aufzunehmen.

Und dann beginnt „Holy Home“ mit der Zeile „If heaven is an asshole, i'm surfing on a cloud, up here it's so cold, I'm the diarrhea astronaut“ und man fragt sich ernsthaft, worauf man sich hier eigentlich eingelassen hat. Aber um ehrlich zu sein, muss die Antwort auf diese Frage lauten: Auf ein wirklich solides Rock-Album ohne viele Sperenzchen, ohne viel Effekthascherei und voller eingängiger, geradeaus durchgespielter Mid-Tempo-Nummern mit einigen dosiert und gelungen eingesetzten Elektro-Versatzstücken. MARTIN PETER zeigt sich dabei für einen Großteil des instrumentalen Geschehens verantwortlich, für den Gesang hat sich der Gitarrist allerdings verschiedene Gastsänger mit ins Boot geholt, die zwar teils minimale Probleme mit der englischen Sprache durchscheinen lassen, die gesanglich allerdings deutlich überdurchschnittliche Leistungen abliefern. Ein wenig kann man sich „Holy Home“ als das Album vorstellen, das MÖTLEY CRÜE, SOCIAL DISTORTION, AC/DC und CHUCK RAGAN gemeinsam in einem staubigen Saloon aufgenommen haben, in dem zufällig ein Synthesizer herumstand.

„Holy Home“ kann zwar auch dadurch überzeugen, dass die Produktion des Albums erste Sahne ist und auch die Instrumente souverän harmonieren und so dermaßen präzise eingespielt wurden, dass ich nach wie vor nicht genau sagen kann, ob die Drums aus dem Computer kommen, den größten Pluspunkt stellt allerdings das Songwriting des Albums dar. Zum einen kommen die zwölf Songs (darunter auch drei instrumentale Post-Rock-Kompositionen) immer auf den Punkt und wie aus einem Guss auf den Hörer zu, zum anderen fehlen „Holy Home“ auch die wirklich großen Hits wie „Mac Lust“, 10000 Jesus“ oder „Sitting In A Hole“ nicht. Leider muss man an MARTIN PETER's zweitem Album allerdings kritisieren, dass das Album mit anhaltender Spielzeit ein wenig an Reiz verliert, da ein höheres Maß an Abwechslung (vor allem im Rahmen stärkerer Tempovariationen) und ein bisschen mehr Mut zu wirklichen Überraschungsmomenten wünschenswert wäre. Insgesamt ändert aber auch dieser kleine Kritikpunkt wenig daran, dass man bei „Holy Home“ als Freund gepflegter Rockmusik getrost zugreifen kann.

Tracklist

Bewertung

(Bewertung: 7 von 10 Lumpis)

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