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Martyrdöd - Paranoia

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Martyrdöd - Paranoia

Bandname: 
Martyrdöd
Titel der CD: 
Paranoia
Releasetermin: 
Juni 2012

Was machen schwedische Musiker, wenn sie Langweile haben? Sie gründen wegweisende Death Metal Bands, spielen in einem klassischen Heavy Metal Orchester und selbstverständlich in einer Crustpunk-Combo. Und die Schweden haben viel Langeweile, so scheint es. Denn so ähnlich verhält es sich mit MARTYRDÖD, die mit „Paranoia" ihr viertes Eisen im Feuer hat.

Verglichen mit der aktuellen Emotionslosigkeit der Kumpel von WOLFBRIGADE ist „Paranoia“ regelrecht melodisch und rockig geworden. Und voller Schmerz und Dunkelheit. MARTYRDÖD sind noch etwas punkiger als die Kollegen, weil sehr viel rauher und rotziger, noch eher in der Tradition der guten alten ANTI-CIMEX. Wieder weniger Death und Black Metal-Einflüsse stehen „Paranoia“ sehr gut im fahlen Gesicht. Die typischen schnellen Rock'n'Roll-Crust-Riffs mit dem leichten Hang zu sich wiederholenden Melodien sind auch nach elf Jahren das Markenzeichen MARTYRDÖDs geworden. Die heiseren Vocals, die der eigentlich melodiösen schwedischen Sprache jegliche Harmonien austreibt, sind Pflicht laut Handbuch für Skandinavische Crustpunk-Kapellen, ebenso der holprige, aber im Falle von MARTYRDÖD sehr straighte D-Beat. Die Stärke der vier Lumpen aus Schweden sind die musikalisch hochwertigen Zwischenstücke, wie das Intro und Outro bei „Ett Hjärta Av Eld“ zum Beispiel. Ein ebenso grandioser fünfeinhalb Minuten Kracher wie der Opener „Nog ar nog“. Kleine, dreckige Crust-Granaten gibt es aber auch in Form von „Kottberg“ und „Avbon“, die nicht mal ansatzweise die Drei-Minuten-Grenze streifen. Insofern ist für ein großes Maß an Abwechslung innerhalb des relativ engen MARTYRDÖD-Korsetts gesorgt. Trotzdem ist jeder Songs ein gewaltiger Angriff auf das Nervenkostüm seiner Hörer.

MARTYRDÖD bleiben ihrem einzigartigen Crust-Stil treu, gehen sogar wieder zurück zu den Wurzeln ohne altbackend zu wirken. Wichtig für die elf Songs ist das extrem hohe Energie-Level, verbunden mit der kalten Endzeitstimmung. Nur so wird jeder einzelne Songs zu einem tödlichen Sturm aus schneidenden Eiskristallen. Ein stilsicheres und ungewöhnliches Artwork rundet wieder mal eine durchschlagkräftige Schweden-Crust-Keule ab.

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Tracklist

1. Enough Is Enough
2. Overcome Your Fear
3. The Class Enemy
4. Hear The World's Cry
5. A Heart Of Flame
6. A Tragic Zeitgeist
7. It's Happening As We Speak
8. Paranoia
9. Meat Mountain
10. Apology
11. Every Choice Has It's Price

Bewertung

(Bewertung: 9 von 10 Lumpis)

Leserbewertung

Eigene Bewertung: Keine Average: 9.2 (5 Bewertungen)

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