Napalm Death - Utilitarian
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Napalm Death - Utilitarian
Über 30 Jahre „Feind der Musikindustrie“ zu sein, ist ein Grund zu feiern, sollte man meinen. Aber wer die englischen Polit-Grinder NAPALM DEATH kennt, weiß, dass für sie die Welt noch lange nicht in Ordnung ist und es noch viele Denkanstöße zu verteilen gibt. NAPALM DEATH interessieren sich nicht für Lorbeeren oder Preise, für sie zählt nur die Musik, in Verbindung mit einer Aussage.
Utilitarismus ist die Lehre, Handlungen nach dem Nützlichkeitsprinzip zu bewerten. Ziel des Utilitarismus im gesellschaftlichen Kontext ist das größtmögliche Glück für alle, aber auch des Einzelnen. Also, erst Nachdenken und dann Handeln, was besonders für NAPALM DEATH gilt, die mit Scheinmoral und Heuchlerei noch nie was am Hut hatten.
Selbst als großer Fan der englischen Lärm-Institution wird einer überrascht und sprachlos den ersten Durchgang von „Utilitarian“ hinnehmen. Das ist definitiv NAPALM DEATH, aber irgendwie anders. Schon das bombastische Intro wirkt zuerst befremdlich, doch dann gibt es gewohntes Geknüppel, in welchem sich Barney und Gitarrist Mitch herrliche Wortduelle liefern. Und Barney wirkt vielseitiger als sonst, er brüllt nicht nur guttural, sondern bringt auch tiefe Growls und Hardcore-mäßigen Sprechgesang ein. Wild wird es mit dem psychotischen „Everyday Pox“, in dem, wie schon bei PAINKILLER, John Zorn ganz zufällig Noten aneinanderreiht, die nicht zu passen scheinen. Neben dem NAPALM DEATH-typischen Grindcore schafft sich die Band mit ungewohnten Einflüssen wie Noiserock, orchestralen Chören, Keyboards (zur Hölle damit!), Hardcore- (CRYPTIC SLAUGHTER) und Industrial-(FEAR FACTORY)Vocals und bombastischen Intros ein neues Gesicht. Kein Facelift, sondern Reife, Souveränität und noch mehr Wut strahlt die bekannte Visage inzwischen aus. Kein Thema ist dem lauten Quartett zu heiß, keine Meinung zu unbequem, so lange sie ehrlich ist und dem Ziel dient, Aufmerksamkeit für ein Thema zu schüren, das ihnen unter den Nägeln brennt.
NAPALM DEATH spielen in ihrer eigenen Liga, die nicht durch die profitgeile Industrie und kriminelle Zocker korrumpiert wurde und auch nicht wird. Trotz der vielen Nebenprojekte ist die altehrwürdige Combo so perfekt aufeinander eingespielt, dass trotz aller Ideen und Egos immer wieder eindeutige NAPALM DEATH Songs zum Vorschein kommen, sobald die vier zusammen kommen. Nur mit „Utilitarian“ sind sie so sehr an die Grenzen ihrer Identität gegangen, wie noch nie. NAPALM DEATH bleiben NAPALM DEATH bleiben einfach NAPALM DEATH.
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Kommentare
Napalm Death ist ein Trio:
Greenway
Embury
Harris
+ Herrera
Omg!!!!!
in memory jesse pintado
R.I.P.
ihr kackaffen solltet besser was zur cd schreiben, statt hier sinnbefreit rumzublubbern... das album ist sehr, sehr geil. abwechslungsreich und von vorn bis hinten absolut homogen und ohne nennenswerte schwächen vertont. richig gut gelungene arbeit, die cd lohnt sich original zuzulegen, unbedingte kaufempfehlung!!!