NOFX - Self Entitled
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NOFX - Self Entitled
NOFX sind wieder da ... hurra? Nachdem das letzte Album "Coaster" nicht wirklich überzeugen konnte und man sich die Frage stellen musste, ob eine Band wie NOFX überhaupt noch eine Daseinsberechtigung hat, wollen Fat Mike und Co. es dieses Mal wieder richtig krachen lassen. Aufnahme? Soll nach Garage klingen! Teures Studio? Völlig überbewertet! Songstrukturen? Was für Songstrukturen? Alles auf Anfang!
"Self Entitled" klingt, wie ein NOFX-Album klingen sollte. Schnelle, runtergedroschene Punkrocksongs, mit einem nöselnden Fat Mike am Mikrofon, der gleich mit einer gewagten These in "72 Hookers" an den Start geht. "Heilige Kriege werden durch das Versprechen von 72 Jungfrauen forciert; 100.000 Nutten könnten ihn aber mit Blowjobs verhindern". In Zeiten, in denen islamkritische Karrikaturen und Videos zu Ausschreitungen mit Toten führen, dürfte ein solches Statement in einigen Kreisen sicherlich nicht auf sonderlich viel Gegenliebe stoßen.
Gleich der nächste Song "I Believe In Goddess" schlägt in eine ähnliche Kerbe. Der ewige Kampf zwischen Religion und Wissenschaft - dass Fat Mike und Co. zu den Befürwortern letzerer gehören, ist sicherlich nichts weltbewegend Neues. Warum also noch mal thematisieren? Mit "Ronnie & Mags" folgt der erste Hit und damit auch die erste Single-Auskopplung aus "Self Entitled". Aber wieso werden hier Ronald Reagan und Magaret Thatcher noch mal auf den Plan geholt? Irgendwie überkommt einen das Gefühl, als wären diese Songs schon lange Zeit im Fat-Wreck'schen Schrank verstaubt und für dieses Album noch mal hervorgekramt worden. Oder hat Fat Mike etwa so viel Koks geschnupft, dass er eine innerliche Zeitreise vollzogen hat und jetzt in einer ganz anderen Welt lebt?
"Self Entitled" ist musikalisch ein gelungenes NOFX-Album, das durchaus Spaß machen kann. Die Band liefert genau das ab, was man von ihr erwartet. Mit "Cell Out" gibt es sogar einen richtigen Knaller, von dem man nicht genug bekommen kann. Unglaublich schnell gespielte Gitarren-Riffs und Bass-Lines treiben den Hörer hier in ungeahnter Geschwindigkeit durch die knapp 2 Minuten Hörvergnügen. Alles in allem also ein kleiner musikalischer Lichtblick am NOFX'schen Horizont. Ein Lichtblick, der aber textlich teils angestaubt, teils nichtssagend daherkommt.
Tracklist
01. 72 Hookers
02. I Believe in Goddess
03. Ronnie & Mags
04. She Didn’t Lose Her Baby
05. Secret Society
06. I, Fatty
07. Cell Out
08. Down With the Ship
09. My Sycophant Others
10. This Machine is 4
11. I’ve Got One Jealous Again, Again
12. Xmas Has Been X’ed
Bewertung
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Kommentare
So niedrig meine Erwartungen vorher waren, so groß ist meine Erleichterung, dass NOFX doch noch gute Platten schreiben können. Definitiv das beste Album seit War On Errorism.
Über den sound kann man sich immer noch streiten, aber die songs sind größtenteils verdammt solide und erinnern an NOFX von Ende der 90er/Jahrtausendwende.
Wer mit den letzten zwei Scheiben nichts anfangen konnte (so wie ich) und NOFX schon fast zu den Akten legen wollte (so wie ich), sollte diesem Album auf jeden Fall eine Chance geben!
ich finde die Platte auch echt in Ordnung. Läuft gut durch. (Auch auf den berühmten Platten der 90er gabs einige Lückenfüller ) Den Sound find ich eigentlich ganz amtlich. Garage klingt definitiv anders. Immer wieder beeinduckend dieser geile Hasen-ficker-schlagzeug-beat... ich finde auch Mikes Gesang deutlich besser als auf früheren Platten...Daumen hoch...
Schließe mich Smool an, das Beste seit War on Errorism. Ist ne schöne Mischung aus den 90ern und richtig oldschooligen Sachen. Secret Society geht mir da aber schon fast einen Schritt zu weit. Hört da sonst noch jemand in der Strophe Adolescents (No Way) und im Refrain Bad Religion raus?
Smool auf 12 Uhr !! Der Junge hat'n Plan, wie mein vorheriger Schreiber, stimme ich ihm auch zu, die Platte klingt ne schöne Mischung aus den 90ern & Oldschool. Die Jungs könnens einfach immer noch & werden's wohl immer können ;-)
ich schließe mich euch an... und mir gefällt besonders, dass die songs insgesamt wieder ernster und nicht so aufgesetzt witzig klingen!
Mich hatte Coaster total gelangweilt, sowas war ich von NOFX gar nicht gewohnt. Aber jetzt höre ich self entitled und es haut wieder in richtiger NOFX-Manier gut rein, super!