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Oomph! - GlaubeLiebeTod

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Oomph! - GlaubeLiebeTod

Bandname: 
Oomph!
Titel der CD: 
GlaubeLiebeTod
Releasetermin: 
24.03.06
Label: 
Gun Records
URL der Label-Seite: 
http://www.gunrecords.de
Kontaktieren: 
http://www.oomph.de

Hier ist er nun also, der Nachfolger zu „Wahrheit oder Pflicht“, dem Überraschungsrenner, dem kommerziellen Urknall nach immerhin 13-jähriger Bandgeschichte. Keine Frage, OOPMPH! Hatten sich diesen  Erfolg redlich verdient. Das bewahrt sie allerdings nicht vor dem Fluch, nun ein Werk vorlegen zu müssen, dass dem Platin-veredelten Release von Verkaufszahlen und Qualität her entsprechen muss. Mit „GlaubeLiebeTod“ hat die Band diese Aufgabe überraschend gut gemeistert. Nun, eine andere erste Single hätte es tatsächlich sein dürfen, denn  „Gott ist ein Popstar“, eine Boykott, Protest und Echo-Verleihungs-Ausladung provozierende Vertonung an das "Vater Unser" angelehnter Lyrics ist allem Wirbel zum Trotz ein ziemlich belangloses Liedchen. Auch musikalisch. Damit ist der Song allerdings keineswegs repräsentativ für die Veröffentlichung in ihrer Gänze. Gleich der zweite Track, „Das letzte Streichholz“ stellt klar, dass solche in erster Linie chartkompatiblen Nummern nach wie vor nur eine Facette im OOMPH!-Klangbild sind. Hier wird es nun glücklicherweise düsterer und mit einem dichten Metapherngeflecht unterfüttert textlich reifer, ohne an verführerischer Eingängigkeit zu verlieren.

Im Grunde ist das aktuelle Erfolgsrezept damit auch schon umrissen. Sinistre Texte (im Falle des dramatischen „Eine Frau spricht im Schlaf“ aus der Feder von ERICH KÄSTNER), Refrains, die sofort im Ohr hängen bleiben – drumrum allerdings durchaus die eine oder andere Neuerung. Die Idee, „Spiel mir das Lied vom Tod“ zu verwursten ist zwar nicht neu, die TOTEN HOSEN etwa taten dies bereits auf ihrem Zweitwerk „Unter falscher Flagge“.  Der Shuffle-Rhythmus, den DERO, FLUX und CRAP hier aus dem Hut zaubern, verblüfft dann aber eben doch. Gleiches gilt für die ternäre Rockattacke „Mein Schatz“ (nach „Augen auf“ endlich mal wieder vertonte Kinderreime) oder die enorm tanzbare Gangart von „Du willst es doch auch“. Solche Details retten das Trio vor dem Plagiat. Einen ähnlichen stilistischen Entwicklungsschritt wie zwischen „Ego“ und „Wahrheit oder Pflicht“ darf man von „GlaubeLiebeTod“ allerdings nicht erwarten. Und auf den einen oder anderen Schwachpunkt sollte man sich auch gefasst machen. So kommt der Refrain der Schlussnummer „Zuviel Liebe kann dich töten“ schon mit arg viel finnischem Goth-Rock-Schmalz daher, was dem niedersächsischen Dreier eben nicht halb so gut zu Gesicht steht, wie sardonisches Grinsen und brachial aufbereitete Schwermut. Trotzdem: Ein solider Output, der mehr zu bieten hat, als nach dem vorausgegangenen Erfolgsalbum zu befürchten stand.

Bewertung

(Bewertung: 7 von 10 Lumpis)

Leserbewertung

Eigene Bewertung: Keine Average: 5.5 (2 Bewertungen)

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