Oomph! - Wahrheit oder Pflicht
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Oomph! - Wahrheit oder Pflicht
Graf Zahl ist aus dem Häuschen. Endlich, drei Jahre nachdem RAMMSTEIN die „Sonne“ angezählt haben, darf wieder nach Herzenslust mit Ziffern jongliert werden – und diesmal sogar ohne Reue. Wenn die Braunschweiger OOMPH! mit Rosemary’s Baby und Damien Kindergeburtstag feiern, muss der vampirfeindliche Fixstern draußen bleiben. Natürlich treffen die Spielchen der Band nicht jedermanns Geschmack: Jene, denen das Pathos des Trios schon immer gegen den Strich ging, werden sich mit Grauen abwenden. Zeitgenossen, die den Weg der Band schon länger freudig mitverfolgen, dürfen sich hingegen ins Fäustchen lachen: Das Album hält ohne Abstriche, was die Single verspricht, schafft es sogar noch eins drauf zu setzen. Da müsste es schon mit dem Gehörnten zugehen, wenn „Augen auf“ der einzige Song bliebe, der in Dauerrotation auf den Musikkanälen läuft. Stärker noch, als auf früheren Werken, zeigt sich auf „Wahrheit oder Pflicht“ die Klasse von Sänger Dero. Mal keift er nach Leibeskräften, dann wieder singt er sich voller Inbrunst den Schmerz von der Seele. Die Songs sind kompakter geworden, ohne auf kleine harmonische Raffinessen zu verzichten. Die Melodielinie von „Wenn Du weinst“ etwa ist weit entfernt von stumpfem Haudrauf-Tanzmetal. Andererseits brät der Sound wieder weit heftiger los, als auf dem Vorgänger „Ego“. Der Bass in „Nichts (ist kälter als deine Liebe)“ erinnert gar an die Kollegen von KORN.
Graf Zahl schwingt die fledermausförmige Luftgitarre und rockt durch die Gemächer, dass die Zähne wackeln. Riff-Regen trommelt ans Fenster, Elektronik blitzt auf und ein dreiköpfiger Schatten fällt über das Land: Ohren auf, sie kommen...
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