Pretty Whores - Teens Of USA
Pretty Whores
Stellen wir uns einmal folgendes Szenario vor: Etwa im Jahre 2004 landet in der idyllischen Stadt Fagersta in Schweden ein außerirdisches Flugobjekt, das eine kleine, örtliche Rockband namens THE HIVES kidnappt, um ihre Musik über die gesamte Galaxis zu verbreiten. Damit das Fehlen der Mannen um Pelle Almqvist den Bewohnern der Erde nicht auffällt, wird die Band während ihrer Abwesenheit durch Androiden ersetzt. Leider sind diese Stellvertreter nicht frei von Fehlfunktionen, was zu Ausschweifungen wie etwa einer Kollaboration mit TIMBALAND führt. Außerdem sind die Akkus der Band nicht vollkommen aufgeladen und dies zeigt sich auch an der schwindenden Energie der gespielten Musik. Als die echten HIVES nun Jahre später von ihrer intergalaktischen Tour zurückkommen, merken sie, was ihre Ersatzmannschaft alles verbockt hat und beschließen, ihre Wut musikalisch zu verarbeiten und unter neuem Namen der außerirdischen Konkurrenz den Rang abzulaufen und den Indie-Rock Thron zurück zu erobern.
Was hat dieser abstruse Hirnschmand eines durchgeknallten In-Your-Face-Schreiberlings denn nun mit "Teens Of USA" zu tun, wird sich der eine oder andere jetzt fragen: Nun ja, wenn man diese Geschichte glauben möchte, dann sind PRETTY WHORES die ursprüngliche Version der HIVES.
Wie man bereits erkennen kann, erinnert die Debüt-EP des schwedischen Trios unglaublich stark an die etwas älteren Werke der Indie-Legenden THE HIVES, sie sind allerdings ein wenig gradliniger und energiegeladener. Neben der extremen Ähnlichkeit zu den schwedischen Landsmännern, hört man auf "Teens Of USA" allerdings auch einen gewissen Rock'n'Roll heraus, wie ihn etwa DANKO JONES bieten. Gelegentlich kocht das Ganze sogar dermaßen vor Energie über, dass auch der ein oder andere Shout das Gesamtbild gut ergänzt ("Going Out").
Die EP, die in nur achtzehn Minuten doch die beachtliche Anzahl von acht Liedern unterbringt, kann hierbei auf ganzer Linie überzeugen. "Teens Of USA" hat eigentlich alles, was eine gute Veröffentlichung ausmacht: Eingängige Refrains, jede Menge Energie, Spielspaß und eine raue Produktion, die die Musik perfekt in Szene setzt. Das Debüt der PRETTY WHORES ist alles in allem eine EP, die unglaublich sympathisch daher kommt, jede Menge Spaß macht und zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt, da die Songs angenehm knapp gehalten sind. Zugegebenermaßen sind die Lyrics des Trios nicht sonderlich tiefgreifend, was "Teens Of USA" aber keinen Abbruch tut, da pseudophilosophische Texte dem fröhlichen Klang der Band auch irgendwo widerstreben würden.
"Teens Of USA" ist für eine Debüt-EP definitiv schon ganz großes Kino. Für den ersten Longplayer der Band wäre aber doch zu empfehlen, ein weniger grenzdebiles Cover zu gestalten und sich ein wenig mehr auf einen eigenen Klang festzulegen, anstatt dem großen Vorbild nach zu eifern. In diesem Sinne: PRETTY WHORES sind die neuen THE HIVES, oder vielleicht doch eher die alten/echten HIVES?













Kommentare
Abgefahrenes Review :) Aber die Whores machen echt Spaß. Ich find sie sogar besser als die Hives.
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