Seed Of Pain - Blindfolded And Doomed
Seed Of Pain
Jede zweite CD auf meinem Schreibtisch ist derzeit dem Post oder Progressive Hardcore zu zuordnen, die Enkel von NEUROSIS sozusagen. Auch die Schweizer SEED OF PAIN fallen in diese Schublade und verbreiten dabei eine bedrohliche Stimmung, ebenso wie ihre Kollegen und ihre Väter.
SEED OF PAIN sind im Vergleich Hardcore-lastiger, nicht unähnlich den Berlinern THE OCEAN. Die 9 Songs sind geprägt von Wut und Verzweiflung, inhaltlich als auch musikalisch. In den Songs wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der sich in äußerst wütenden Passagen entlädt, um sich dann wieder in sphärischen Passagen zu beruhigen. Hat man die 42 Minuten überstanden bzw. überlebt, wird einem sofort klar, dass SEED OF PAIN zu den besseren Bands dieses Genres gehören. Sie machen sich viel Gedanken über die Strukturen ihrer Songs und integrieren den Gesang nahezu perfekt in die Songs. Trotz ihres Perfektionismus und des Einsatzes von Streich- und Blasinstrumenten wirken die Songs voller Emotionen, frisch und nicht überladen und auf den gegenwärtigen Trend abgestimmt. SEED OF PAIN machen viel aus ihren Ideen, aber auch nicht zu viel. Immer, wenn das Sextett beginnt, zu sehr an den Nerven zu zerren, brechen sie ab und entlassen den Zuhörer in ruhigere Gefilde.
Die Aufmachung ist ebenso durchdacht wie die Musik der Eidgenossen. Was außen stilsicher in Schwarz gehalten ist, ist im Inneren hell und stylisch, also gegensätzlich gestaltet. Das passt!
Erwirbt man die CD, erhält man noch drei Bonus-Songs, die das Hörerlebnis auf eine ganze Stunde erweitern. Doch die beiden Remixe von "Doomed" sind rein elektronisch und somit nicht Jedermanns Geschmack. Beim ersten musste ich passen, der zweite Remix ist atmosphärischer und nervt nicht ganz so. Doch "10.10" ist ein ruhiger und extrem stimmungsvoller Ausklang einer gelungenen und homogenen zweiten Full-Length von SEED OF PAIN.











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