Smoke Blow - The Record
Dass SMOKE BLOW zu diesen Bands gehören, die sich nie wiederholen wollen, dürfte mittlerweile bekannt sein und auch dieses Mal wählen sie einen anderen Ansatz, als auf allen bisherigen Releases. Die Songs auf dem passend zum Auftreten der Band großkotzig benannten Album "The Record" scheinen mit dem Vorschlaghammer auf's Notenblatt gezimmert worden zu sein, denn hier bleibt kein Stein auf dem anderen. Sicherlich liegt der Vergleich zum 2003er Release "German Angst" erstmal auf der Hand, denn auch hier gingen SMOKE BLOW schon recht ungestüm zu Werke, aber "The Record" ist noch ein ganzes Stück kompromissloser ausgefallen.
Auf die altbekannten "Wo-ho-hos" wird mittlerweile komplett verzichtet, stattdessen gibt es einfach 32 Minuten lang unverschämt heftig auf die Fresse! "Broken Bonds Of Friendship" - auf die Fresse, "Evil Leaf" - auf die Fresse, "Summer Of Betrayal" - auf die Fresse, "March On To Victory" - auf die Fresse ... und so weiter und so weiter! Klingt im ersten Moment recht eintönig, ist es aber keineswegs, denn SMOKE BLOW verstecken die Feinheiten für den ersten Moment hinter einer gewaltigen Soundwand. Schon nach wenigen Durchläufen kristallisieren sich aber mit der ersten Single ("Broken Bonds Of Friendship") und "I Have Lived In The Monster" die ersten Hits heraus und mit jedem weiteren Hördurchgang wächst "The Record" zu einem feist-grinsenden Bastard aus Metal und Hardcore, der jegliche Trendbewegung höhnisch zu verspotten scheint, heran. "Retaliation" und "Final Hands" sind die nächsten Kanidaten, die sich in die Riege der großen SMOKE BLOW-Nummern einreihen und Bock auf den nächsten gehirnwindungen-durchfräsenden Durchlauf von "The Record" machen.
Wer "The Record" das erste Mal hört, fühlt sich wie jemand, der gerade von einem Güterzug in voller Fahrt überrollt und anschließend in einen Käfig voller hungriger Löwen geworfen wurde. Diese Scheibe macht keine Gefangenen, lässt jeden, der es nicht schafft, ohne mit der Wimper zu zucken zurück und hilft auch ganz bestimmt alten Omis nicht über die Straße! Prädikat: Rambo kann kacken gehen!
Text: Timo | Bewertung: 9 / 10
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Nicht nur dass "The Record" das bisher härteste Album von SMOKE BLOW ist. Die Platte veranlasst den illustren Kreis mitteilungswütiger Schreiberlinge, die das Album bereits hören durften, auch zu wilden Stilblüten bei der Album-Beschreibung. Eine dieser Blüten habt ihr sicherlich gerade gelesen: der geschätzte Kollege Winter beschreibt die elf neuen Songs völlig zu recht mit einem fünffachen "auf die Fresse" und folgert dass, Rambo nach diesem Album "(…) kacken gehen" könne. Oder der Kollege Schuh, den "The Record" zu der nicht minder forschen Vermutung veranlasst, der Teufel himself hätte nach diesem Album sicher ein "SMOKE BLOW-Arschgeweih". Recht haben sie beide – die Größe von "The Record" liegt aber nicht nur darin, dass die sechs Kieler ein furioses Hardcore-Punk-Album gemacht haben. Sondern vor allem darin, dass SMOKE BLOW auf ihrer Siebten radikal mit ihrer musikalischen Vergangenheit brechen.
Diese musikalische Varianz ist schließlich alles andere als normal in der – sich sonst gerne als kreativ und anders verstehenden – Punk- und Hardcoreszene. Wo man hinschaut, dominieren eindimensionale (Kleidungs-)Stile, Alben und Bands. Und da erfreut es doch besonders, dass SMOKE BLOW nach ihrer Doom-Stoner-Punkrock-Phase ("Smokes’ A-Blowin’ Black As Coal" und "777 Bloodrock"), ihrer Punkphase ("Punkadelic – The Godfather Of Soul"), einem Hardcorealbum ("German Angst") sowie zwei wavigen Punkplatten ("Dark Angel" und "Colossus") nun einen erneuten musikalischen Schwenk machen. Er manifestiert sich in der Rückkehr zu den Einflüssen, die die Band schon auf "German Angst" leiteten: Zitate von FEAR, AGNOSTIC FRONT, SICK OF IT ALL sowie JUDGE und YOUTH OF TODAY sind omnipräsent, wenn der Opener "Broken Bonds Of Friendship" aus den Boxen fegt und sich das Album entfaltet. Allerdings unterscheidet sich "The Record" in gewisser Hinsicht auch deutlich von "German Angst", weil SMOKE BLOW heute mit sehr viel mehr Metaleinflüssen arbeiten als 2003. Neben den damals wie heute hörbaren Hardcoreeinflüssen klingen auf "The Record" nämlich auch Parallelen zu DOOM, INTEGRITY, ENTOMBED und anderen an.
Beide Stilrichtungen, Hardcore und Metal, prägen die musikalisch Hartkost auf "The Record", und machen klar, dass es in 2010 trotz vereinzelter Catchyness-Parts ("Retaliation", "The Lost Of The Ark") bei SMOKE BLOW vor allem um eines geht: den Hörer mit brachialen Songs wegblasen. Das ist fundamental anders als auf "Dark Angel" und "Colossus". Und diese musikalische Wechselfähigkeit macht die Größe von SMOKE BLOW und von diesem Album aus!
Text: LKW | Bewertung: 9 / 10


















Kommentare
selten so ein langweiliges hc-album gehört, vollkommen überbewertet!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich find die pladde is der oberhammer.
Haha, da mag wohl einer Smoke Blow nicht ... bestimmt so ein 14-jähriger Bollo-Ruhrpottsportler! ^^
Hans A.: Hauptsache Hansa, alles andere ist euer Bier!
Ok, man mag ja seine verschiedensten Ansichten haben, aber das neue Album ist definitiv alles andere als langweilig!
Demnächst auch bei ihrem Wacken Open Air 2010! Das kann heiter werden. Platte muss ich noch hören.
Die Kieler Jungs zeigen hier einfach mal wieder auf worum es im Hardcore geht. Energiegeladene, leidenschaftliche Mukke herrausschreien ohne Kompromisse
Wer Punk mag, liegt mit dieser Scheibe vollkommen richtig. Mein Ding ist es nicht, aber Respekt! Ja und dann wäre noch das Metal Hammer Album des Monats. Dass kann ich einfach bei so vielen Klasse Releases einfach nicht glauben.. sorry..
wundert mich auch, warum ausgerechnet die Scheibe so gnadenlos abgefeiert wird. An Dark Angel & Collosus kommt sie m.M. nach zu keinem Zeitpunkt ran. Aber müssen ein gutes Management haben, die Scheibe wird sogar aufm MTV-Ticker über den grünen Klee gelobt.
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