Tegan And Sara - Sainthood

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Tegan And Sara - Sainthood

Tegan And Sara - Sainthood

Tegan And Sara

Sainthood
Label: Warner
VÖ: 29. Januar 2010

TEGAN AND SARA sind längst zu einem genre- und szeneübergreifendem Phänomen herangewachsen - spätestens seitdem NOFX auf ihrem letzten Album einen kompletten Song über die kanadischen Zwillinge geschrieben haben, sollte das allen klar geworden sein. Aber wo liegt eigentlich das Geheimnis, das zu diesem Erfolg bzw. dieser Unikompatibilität geführt hat? Seien wir mal ehrlich: Indierock oder Indiepop gehört normalerweise nicht zu unseren favorisierten Musikrichtungen und dennoch konnte sich schon bei der Single "Hell" kaum noch jemand diesem Virus entziehen. Der Song, der natürlich auch das Glanzstück des neuen Albums "Sainthood" darstellt, ist auf der einen Seite relativ poppig und ein Riesenohrwurm, auf der anderen Seite aber von der musikalischen Raffinesse weit ab jeglicher Chartmusik komponiert. Ein Song, den man am liebsten von morgens bis abends gehört hätte, wenn man die Möglichkeit dazu gehabt hätte.

"Sainthood" hat noch viele weitere Songs dieser Machart zu bieten, aber insgesamt kommt keiner an die Perfektion der Mischung aus Pop, Rock und Indie der ersten Single ran. "Arrow" beispielsweise bedient sich nahezu der gleichen Zutaten, schafft es aber nicht, das Herz des Hörers im Sturm zu erobern. "Don't Rush" ist für TEGAN AND SARA fast schon ein bisschen zu rockig ausgefallen. Mit wummerndem Bass und treibendem Beat unterlegt fräst sich der Song schnell ins Ohr, doch irgendwie wirkt der Refrain ein bisschen zu anbiedernd, als dass der Song in Gänze überzeugen könnte. "On Directing" erinnert dagegen viel stärker an das Vorgängeralbum "The Con", denn hier handelt es sich um eine gelungene Indienummer, die mit minimaler Instrumentierung und in den Vordergrund gestelltem Gesang überzeugt.

Im ersten Moment ist die Eingängigkeit das, was auf "Sainthood" am stärksten hervorsticht. Jeder Song verbirgt seine wahre Schönheit zuerst hinter einem Vorhang aus Pop und Eingängigkeit und es bedarf einiger Durchläufe, bis man die kleinen verspielten Feinheiten, die auf den Alben davor noch viel stärker im Vordergrund gestanden haben, wieder entdeckt. Nehmen wir nur mal "Northshore" als Beispiel: Im ersten Moment ein perfekter Indierocksong, den die beiden Protagonistinnen da zusammengeschustert haben. Auf den zweiten Blick fällt aber wieder der ungewöhnliche Rhythmus und die auf den ersten Blick kaum ans Licht getretenen schnellen Tempowechsel auf, die diesen Song auch dauerhaft hörbar machen.

TEGAN AND SARA haben sich auch auf diesem Album wieder für Chris Walla von DEATH CAB FOR CUTIE als Produzenten entschieden und der hat zusammen mit Howard Redekopp und Dave Sardy die bisher beste Produktion für die Zwillinge abgeliefert. Vielleicht ist es auch gerade die gute Produktion, hinter der sich die Facetten der einzelnen Songs im ersten Moment verbergen - fest steht, dass "Sainthood" zu diesen Alben gehört, die sofort ins Ohr gehen und trotzdem auf die Dauer nicht nerven.

Eingetragen von Timo am 27.01.2010

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