We Are Wolf - Aeons
Oft gehen uns nach einer leckeren Mahlzeit die Worte "Das könnte ich jeden Tag essen" über die Lippen, wobei wir damit meist betonen möchten, dass es uns aufgrund der Köstlichkeit der Speisen nicht viel ausmachen würde, zumindest für eine Weile auf eine abwechslungsreiche Ernährung zu verzichten. Wenn ich mir nun vorstellen müsste, jeden Tag Spagetti oder Hamburger zu essen, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nach spätestens einer Woche keine Lust mehr darauf hätte. Noch schlimmer wäre es allerdings, wenn es sich nicht einmal um eine Mahlzeit handeln würde, die man wirklich gerne isst, sondern um Nahrung, die lediglich "OK" ist, wie zum Beispiel Fischstäbchen oder Fertigpizza. Um einmal zum Punkt zu kommen: "Aeons", der erste Longplayer von WE ARE WOLF ist elf Mal Erbsensuppe.
Abwechslung und Innovation kommen im Hause WE ARE WOLF nicht auf den Tisch, stattdessen gibt es elf Tracks irgendwo zwischen Metalcore und Melodic Death Metal, die zwar gut nach vorne gehen, dabei aber jederzeit willkürlich und unspektakulär wirken. Technisch gibt es an der Band, die seit zehn Jahren zusammen musiziert (vorher allerdings unter dem Namen EAT UNDA TABLE), wenig auszusetzen: Man hat es mit versierten Musikern zu tun, die ihre Instrumente souverän beherrschen, denen allerdings wirklich knackige Ideen im Songwriting fehlen. Herausstechendstes Merkmal von "Aeons" ist wohl der Beitrag von Frontmann René Becker, der sich teilweise in ungeahnten Höhen und mit vollem Einsatz die Seele aus dem Leib keift, der teilweise aber leider in einen Death-Growl alà SIX FEET UNDER verfällt, der auf Dauer einfach nur langweilt.
Zwischen Lasterladungen an Blastbeats und Gitarrengeschreddere gibt es nichts, was im Gesamtbild von "Aeons" irgendwie ins Auge stechen oder WE ARE WOLF zu mehr als nur einer Band unter Vielen machen würde. WE ARE WOLF besitzen kein eigenes Markenzeichen, wenig Anzeichen von Originalität und legen mit "Aeons" letztendlich ein uninspiriertes Album vor, dem es an guten Ideen, Abwechslung und vor allem Highlights fehlt, auch wenn man sich bei "Let's Celebrate The Apocalypse" ein wenig mehr Mühe gegeben hat als bei den übrigen Songs. Die Tatsache, dass sich auf "Aeons" allerdings kein wirklicher Totalausfall befindet, sowie das technische Können der Mitglieder sind es letztendlich, die WE ARE WOLF auf ihrem ersten Longplayer vor dem totalen Griff ins Klo bewahren, insgesamt ist "Aeons" allerdings einfach elf Mal Erbsensuppe in Folge. Wohl dem, der einen starken Magen hat.













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