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GAME SPECIAL: "NHL 2011"

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GAME SPECIAL: "NHL 2011"

GAME SPECIAL: "NHL 2011"

Das Management der Boston Bruins hatte Ende vergangenen Jahres eine ziemlich smarte Idee. Es tat sich mit dem Telco AT&T zusammen und veranstaltete am 2. Januar 2010 das erste „Boston Bruins AT&T Legends Classic“-Spiel. Das Konzept dieses Spiels ist so simpel wie gut: Es wurden diverse Freunde und Supporter der Boston Bruins sowie eine handvoll Promis eingeladen und in zwei Teams zusammen gestellt, die im Bostoner Fenway Park gegeneinander spielen sollten.

Mittendrin war Boston Bruins Diehard-Fan und DROPKICK MURPHYS-Kopf Ken Casey, der augenscheinlich stolz wie Bolle [img_assist|nid=19940|title=|desc=|link=node|align=right|width=200|height=112]war, dass sein Lieblingsteam ihn dabei haben wollte. Casey, bekanntermaßen alles andere als faul, gab auf dem Spielfeld alles: Er flitzte agil zwischen den Spielern umher, teilte zuweilen ganz ordentlich aus und wälzte sich deswegen Mittenmank in einem Knäuel von Spielern auf dem Eis.

Was das alles mit „NHL 2011“, dem neuesten Sequel der „NHL“-Serie der Sports Division von Electronic Arts zu tun hat? Einiges! Denn gegenüber seinen Vorgängern ist „NHL 2011“ sehr viel detailreicher. Es gibt eine eigene Steuerung für Nahkämpfe mit Euren Gegnern (siehe unten) und wer sich neben der Jagd nach dem Puck auch noch für die Musik interessiert, der findet einen durchaus bemerkenswerten Soundtrack vor: PANTERA („Walk“), AIRBOURNE („Bottom of the Well“) sind hier genauso gefeatured wie DANKO JONES („Full of Regret“), die BOUNCING SOULS („Ole“) und die DROPKICK MURPHYS, die – ganz in Ehren der Bruins – eine Liverversion von “I’m shipping up to Boston“ beigesteuert haben.

[img_assist|nid=19941|title=|desc=|link=node|align=left|width=200|height=112]Aber zurück zum Spiel. Die Begeisterung über „NHL 2011“ beginnt mit der sehr guten Einführung in das Spiel, die selbst Eishockey-Muffeln oder gar NHL-Neulingen klar macht, wie man auf den virtuellen Eis klar kommt. Ihr steht alleine auf dem Eis und übt die zentralen Moves des Spiels. Der Rechner gibt Euch dabei ein kurzes Tutorial, wie Ihr gezielte Torschüsse und Pässe macht. Ferner, wie Ihr dem gegnerischen Spieler ordentlich Backenfutter gebt, sollte der Euch krumm kommen. Aber Vorsicht, diese Trockenübungen sind langsamer und weniger komplex als die Situationen, die Euch auf dem Eis erwarten.

Sobald Ihr ein richtiges Spiel startet, geht es nämlich voll und vor allem schnell zur Sache. Während der formidable Soundtrack aus den Boxen dröhnt, gleitet der Puck in einem Affenzahn übers Eis. Ihr müsst schnell sein, um ihm zu folgen und Euch daran gewöhnen, dass sich das gegnerische Team in ebensolcher Schnelligkeit darum bemüht, den Puck zu gewinnen.

Diese Gewöhnungsphase lässt sich aber prima durch ein zwei Raufereien auflockern. Mit leichtester Bedienung des Gamepads verpasst ihr den Gegnern, die an Euch vorbei schießen, einen kleinen Knuff. Daraufhin stoppt das Spiel und es wird in euren frisch geborenen Faustkampf rein gezoomt. Jetzt ist es an Euch, den Gegner zu zerlegen, indem ihr ihn bearbeitet wie ihr jeden Faustkampfgegner in einem Egoshooter zerlegen würdet. Der einzige Unterschied zum Egoshooter ist, dass der Referee hier irgendwann dazwischen geht. Wenn das geschieht, serviert Euch das Game die Bilanz Eures kleinen Scharmützels: Die Kamera zoomt aus und zeigt die Spieler mit Prellungen und Schwellungen, deren Stärke sich danach unterscheidet, wie sehr Ihr in der kleinen Keilerei gelitten habt.

[img_assist|nid=19942|title=|desc=|link=node|align=right|width=200|height=112]Anschließend geht es zurück aufs Eis, wo das Spiel in eben jener Schnelligkeit und Irrwitzigkeit weiter geht wie zuvor. Irrwitzig ist „NHL 2011“ vor allem wegen seiner raffinierten Programmierung: Entgegen früherer Versionen der „NHL“-Reihe verhalten sich Eure Gegner meist unvorhersehbar. Sie stellen Passwege zu und probieren spontan neue Konstellationen sowie Verteidigungstaktiken aus. Sie tun so alles dafür, dass Euer Team nicht den Weg zu Ihrem Tor findet. Dieses Verhalten Eurer künstlich-intelligenten Gegner macht „NHL 2011“ zwar zu einer mitunter kniffligen Aufgabe. Eine solche Kniffligkeit ist aber bei weitem besser als Gegner, deren Spielzüge vorhersehbar sind. Und Vorsicht, auch Eure Gegner sind nicht gerade Kinder von Traurigkeit, wenn es um Zweikämpfe geht. Man fängt sich schnell Bodychecks ein und befindet sich im Nu im nächsten Faustkampf. Darüber hinaus hat EA auch daran gearbeitet, dass der Puck nicht plump von der Bande abprallt. Im Gegenteil, kurvige Winkel sind normal, wenn die Scheibe vom Rand zurück aufs Feld geht. Mitunter kommt es sogar vor, dass der Puck über das Eis rollt und sich beide Teams im Knäuel hinterher stürzen.

Wegen dieser vielen kleinen und großen Details und der akribischen Aufbereitung mit toller Grafik und tollem Sound macht „NHL 2011“ durch und durch Spaß. Da ist es ganz normal, dass es nicht ausreicht, nur eine Partie auf dem Eis zu spielen. „NHL 2011“ gibt Euch nämlich auch die Möglichkeit, ganze Saisons zu spielen, Teams selber zusammen zu stellen und zu managen sowie online gegen Eure Freunde und Bekannte zu spielen. Aber Vorsicht, wer sich hier ungeschickt anstellt, der wird vom Trainer schnell in die B-Mannschaft verbannt – ein weiteres dieser Details, wegen derer der dieses Spiel zu den Highlights aus 2010 gehört.

So kurz vor Weihnachten spreche ich damit die absolute Kaufempfehlung aus. Und wer sich fragt, was Ken Casey wohl seinen Kids schenkt, der hat jetzt eine definitive Antwort.

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