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Cliff Burton - 20.Todestag

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Cliff Burton - 20.Todestag

Wir befinden uns an der Autobahnabfahrt LJUNGBY, einer schwedischen Kleinstadt, an einer der ersten Tankstellen. Die Tankstellenmitarbeiterin gibt mir freundlich und ausführlich Auskunft, über mein Anliegen. Es scheint als wäre ich nicht der einzige Ausländer mit der Frage, wo ich den Ort fände, an dem nahezu 20 Jahre zuvor Clifford Lee Burton bei einem Busunglück während der „Master of Puppets-Tour“ seiner Band METALLICA, zwischen einer Show in Stockholm und der darauf folgenden in Kopenhagen unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.

Die Tankstellenkassiererin zeigt mir auf der Karte einen weitere Ausfahrt, von der ich, vorausgesetzt ich würde wieder auf die Autobahn Richtung Stockholm fahren, mitten in der schwedischen Ferienidylle, den Ort finden würde, an dem der Unfall passierte. Sie wusste nicht genau, was ich dort finden würde, ob es einen Gedenkstein, ein Kreuz, was auch immer geben würde, oder der Ort ohne all dies auskäme. Die Suche gestaltete sich schwieriger, als wir vorher nach dieser erfolgreichen Zwischenauskunft annehmen durften. In einer falschen Richtung erschloss uns dann das Reich Astrid Lindgrens. Genau hier entstanden eher die Geschichten von Michel aus Lönneberger, als das vermeintliche Ende des Bassisten einer der heute größten Metal-Bands aller Zeiten. Doch wir gaben nicht auf und nachdem wir die Richtung ändern, kommen wir an eine an einem See gelegenen Stelle mit Cafe und Parkplatz. „Da sind sie hier ganz nahe daran!“, spricht die Bedienung der etwas nobleren Variante eines Outdoor Restaurants mit großer Terrasse. Einige schwedische Rentner essen genüsslich Cafe und Kuchen, schon etwas verwundert darüber, uns scheinbar nach einer Stelle suchend, die sie uns auch nicht hätten zeigen können. „Auf der anderen Straßenseite ist es.“ Die Bedienung konnte uns jedoch auf nichts Anderes als eine etwaige mutmaßliche Stelle hinweisen. Kein Stein, kein Kreuz, kein Hinweis auf den jetzt fast auf den Tag genau 20 Jahre hinter uns liegenden Tod eines jungen, talentierten, einige bezeichnen Ihn bis heute als begnadeten Bassisten, namens CLIFFORD LEE BURTON, geschehen auf Tour 1986 mit seiner Band METALLICA.

27.September des Jahres 1986.
Es war eine der großen Hallen-Shows des Metal-Business zu dieser Zeit. METALLICA spielen als Support für OZZY OSBOURNE in Stockholm. Das Album „Master of Puppets“ entwickelt sich in den Staaten zu einem äußerst erfolgreichen Release. METALLICA sind unterwegs von Stockholm nach Kopenhagen. In den frühen Morgenstunden schläft der Großteil der mitfahrenden Musiker und der Crew. Cliff Burton hatte Kirk Hamett beim Losfahren gefragt, ob er mit ihm die Plätze tauschen würde. Er willigte ein. Ein Tausch der sich im Nachhinein als äußerst tragisch erweisen würde. Auf der Höhe von Lyngby/Schweden gerät der Nightliner der Band plötzlich ins Schleudern. Kein Eis, keine unebene Strecke, keine scharfe Kurve und auch kein Gegenverkehr. Cliff Burton wird aus dem Bus geschleudert und vom Fahrzeug unter sich begraben und ist auf der Stelle tot. Der Busfahrer gibt an, dass die Straße vereist gewesen sei und er deswegen den Bus nicht mehr unter Kontrolle bringen konnte. Bandleader James Hetfield kontrolliert direkt in der nächsten Minute die Straße nach Eis. Nichts. Die schwedische Polizei nimmt den Busfahrer am Tatort fest. Eine normale Routine Aktion, die im gleichen Ablauf an der Tagesordnung der schwedischen Ordnungshüter steht. Einige Stunden später ist er wieder auf freiem Fuß. Lars Ulrich bricht sich eine Zehe, Tourmanager Bobby Schneider kugelt sich seine Schulter aus. Verglichen mit dem Tod Burtons also Kleinigkeiten.

Wer war CLIFF BURTON?
In der Rolle des METALLICA-Bassisten wurde er bekannt und berühmt. Eine Vielzahl von ernstzunehmenden Profibassisten nennt Ihn nach wie vor als richtungsweisenden Einfluss. Sein Bass Solo auf dem ersten METALLICA Album „Kill ém all“ von 1983 gilt als Meilenstein in Sachen Metal-Bass-Soli. Mit eben diesem Bass Solo, „Anathesia-Pulling Teeth“, setzt er sich mit unglaublichem Sound und Kompositions-Idee ein Denkmal. Wah-Wah und Distortion-Pedal, die sonst bis dato eher von Gitarristen eingesetzt wurden, benutzte Burton um seine Soli auf den Punkt mit der notwendigen Aggression zu versetzen. Nebenbei revolutionierte Burton die sonst eher im Hintergrund angesiedelte Rolle des Bass.

Geboren im Jahre 1962, am 10.Februar um genau zu sein, wächst CLIFFORD LEE BURTON in San Francisco als Sohn von Jan und Ray Burton auf. Es ist die Zeit der Hippie Bewegung, der auch seine Eltern angehören. Das musikalische Können und seine motivierte Neigung fallen schon sehr früh auf und das Klavier war eines der Instrumente auf denen Burton anfing zu komponieren. Auf der Highschool belegte er Kurse in Komposition und Musiktheorie.Seine Eltern unterstützen den jungen CLIFF BURTON in Sachen Musik und fördern schon in frühen Jahren die musikalischen Fähigkeiten ihres Sohnes.

Mit 21 dann der Einstieg bei METALLICA. James Hetfield und Lars Ulrich entdecken BURTON bei einer Show seiner Band TRAUMA. Der alte METALLICA Bass-Mann Ron Mc Govney wurde gerade gefeuert und BURTON scheint der richtige Ersatz zu sein. BURTON stellt die Bedingung, dass wenn er einsteigen solle, die Band nach San Francisco umsiedeln müsse, was die dann auch tat. CLIFFORD LEE BURTON war neuer Bassmann von METALLICA.

Anfang September 2005 bin ich an der Stelle mit meiner Frau und bin überrascht über die idyllische Umgebung des Tatorts und seine große Kurve, die übersichtlich, ungefährlich wirkt. Der Ablauf seines Todes dann noch tragischer. Die Straße war nicht vereist und der Straßenverlauf gerade und weitläufig. Warum also kommt der Nightliner in den frühen Morgenstunden dann von der Straße ab? Ein Bus dieser Größe kommt dann von der Straße ab, wenn der Busfahrer einschläft. Übermüdung als Grund des katastrophalen Unfalls? Ja, vielleicht ja, denn zum dem heutigen Tage ist der Unfall nicht geklärt. Fest steht, dass Burton ein musikalisches Erbe hinterlässt, dem jeder Ersatz Bass Mann bei METALLICA nur hinterherläuft.

Da kam Jason Newstedt, damals vorher noch bei FLOTSAM & JETSAM tätig, von dem man sich noch vor St.Anger trennte. Ihm folgte Robert Trujiljo. Excellenter Finger-Bassist. SUICIDAL TENDENCIES profitierten von seiner Schnelligkeit und Fingerfertigkeit- aber auch er nur ein Schatten CLIFF BURTONS. Lars Ulrich meinte einmal zu diesem Thema:. „CLIFF BURTON hatte den wilden Geist, der METALLICA zu einer Qualitätsband macht. Er war nicht nur der Bass-Spieler, oder irgendjemand der die Lieder mitschrieb. Er ließ METALLICA dem Himmel näher kommen. Als METALLICA ihren Bass Spieler verloren haben, verloren wir gleichzeitig unsere Seele“.

Wohlgemerkt, wir befinden uns im Jahr 1986, noch lange vor „..and justice for all“(1988) und dem „Black“-Album von (1991), mit denen METALLICA finanzielle Rekorde in Sachen Rockmarketing im Verkauf umsetzten. METALLICA verloren also ihre Seele noch vor allem großen Erfolg. Ein seelenloses Ungetüm des Thrash-Metal der 80er wird vom Schlagzeuger noch vor allem Erfolg als seelenlos bezeichnet. Finanziell und zugegebener Weise auch kreativ ging das Leben METALLICAS dann aber weiter. 20 Jahre nach dem Tode Cliff Burtons scheint aus der METALLICA Perspektive alles in bester Ordnung. Schon längst erholt vom tragischen Tode wird komponiert, getourt und der Rockstar ´raushängen gelassen, vor allem aber gelebt. Die Ursache, warum der Bus dann verunglückte und warum Burton letzten Endes starb, bleibt weiterhin ungeklärt.

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Kommentare

Bild des Benutzers Gast

Metallica rockt immernoch, aber Cliff wird unvergessen bleiben. /m\

Bild des Benutzers Cliff-Fan

Also, ich finde deinen vorletzten Satz ziemlich unpassend. Was weisst du schon, ob und wer und wie schnell man sich von dieser Tragödie erholt hat?! Soweit ich mich erinnern kann, hat gerade James nach wie vor an Cliff's Tod zu knabbern, von Kirk mal abgesehen.

Bild des Benutzers Daniel

Der Ort an dem das Memorial steht, ist NICHT der Unfallort! Viele verwechseln das. Das eigentliche Unglück geschah auf der E4, unweit vom Memorial entfernt.

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