Musiktherapie



Vielen ist nicht klar, dass Musik durchaus auch eine therapeutische Wirkung entfalten kann. Diesen Aspekt greift die Musiktherapie auf und versucht diverse körperliche oder psychische Probleme, beispielsweise Depressionen oder Ängste, mithilfe der Musik zu behandeln. Diese Form der Therapie lässt sich in zwei Arten unterteilen: der rezeptiven und der aktiven Musiktherapie.

Rezeptive Musiktherapie

Bei der rezeptiven Musiktherapie wird Musik zumeist von einem Tonträger oder live vom Therapeuten vorgespielt. Hierbei steht das Hören und Erleben von Musikstücken zu einem therapeutischen Zweck im Vordergrund. Mögliche Ziele können die Aktivierung von Gefühlen oder Erinnerungen, aber auch das Hervorrufen von Entspannung, sein.

Aktive Musiktherapie

Die aktive Musiktherapie konzentriert sich hingegen auf das aktive Musizieren des Patienten. Der Patient beteiligt sich, zumeist mit dem Therapeuten, an einer musikalischen Improvisation mithilfe von leicht spielbaren Instrumenten oder seiner Stimme. Die Instrumente dienen dabei als Hilfsmittel um eine Ebene der musikalischen Kommunikation zwischen Patient und Therapeut zu schaffen.

Vorteile von Musiktherapie

Ein relevanter Vorteil dieser Therapie liegt darin, dass sie ohne die Nutzung aktiver Sprache funktioniert. Hilfreich ist dies vor allem bei Patienten mit Sprachschwierigkeiten, welche nun durch die Therapie mit dem Therapeuten kommunizieren können.

Musik hat des Weiteren die Wirkung, die Sinne anzuregen, was dabei helfen kann, eine vertraute, entspannte Atmosphäre zu schaffen. Dies wird zusätzlich auch durch den spielerischen, angstfreien Charakter der Therapie gefördert. Daneben kann Musik auch emotional entlastend und stabilisierend wirken.

Musiktherapie Ausbildung

Die Ausbildung in Musiktherapie in Deutschland ist eine Hochschuldisziplin. Ein Bachelor lässt sich an der SRH Hochschule Heidelberg absolvieren. Aufbaustudiengänge mit ausgewiesenem Masterabschluss lassen sich beispielsweise an der Universität der Künste Berlin oder an der Universität Augsburg belegen.

In Österreich besteht seit 2010 zusätzlich die Möglichkeit einer berufsbegleitenden Ausbildung in Musiktherapie in Graz. Daneben besteht, ähnlich wie in Deutschland, die Möglichkeit, ein Bachelor- oder Masterstudium in dieser Richtung zu absolvieren. Ähnliche sieht es auch in der Schweiz aus: Hier existiert zusätzlich ein Master-Lehrgang in klinischer Musiktherapie und eine Ausbildung in Musiktherapie in Kombination mit Instrumentenbau.

Weiterbildung in Musiktherapie

Mithilfe einer Weiterbildung in Musiktherapie können musiktherapeutische Aspekte in die eigene Arbeit eingeflossen werden. Sinn machen würde dies beispielsweise in Bereichen der Psychologie oder der Medizin. Eine mehrjährig-andauernde Weiterbildung ist unter anderem möglich im Hamburger Institut für Gestaltorientierte Weiterbildung.

Arbeitsorte

Problematisch bei der Musiktherapie ist, dass sie von den Krankenkassen nicht anerkannt ist und demnach nicht bezahlt wird, obwohl eine therapeutische Wirkung nachgewiesen wurde. Vor allem im stationären Bereich findet diese Form der Therapie häufig Anwendung. Mögliche Arbeitsorte sind:

  • Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Mutter-Kind Kliniken
  • Intensivstationen
  • Rehakliniken

Forschung

Das größte musiktherapeutische Zentrum Europas ist in Deutschland in Heidelberg beheimatet. Zusätzlich wird unter anderem am Universitätsklinikum Ulm und der Universität Augsburg auf dem Gebiet der Musiktherapie geforscht. Ein aktuelles Forschungsprojekt liegt beispielsweise in der Erforschung der Auswirkung von musiktherapeutischen Ansätzen auf die Interaktion von Frühgeborenen mit ihren Müttern.

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