Captain Planet - Im Windschatten
Captain Planet - Im Windschatten
In Zeiten in denen Bands wie Turbostaat oder Muff Potter auf großen Labels veröffentlichen und deutschsprachigem Punkrock immer mehr mediale Aufmerksamkeit zukommt, ist es an der Zeit sich mit dem Windschatten der Prominenz auseinanderzusetzten.
CAPTAIN PLANET aus Hamburg haben mit "Wasser kommt, Wasser geht" ihr Debüt vorgelegt und damit ein Werk geschaffen, welches sich nicht ansatzweise vor den großen Referenzplatten verstecken muss. Im Gegenteil. Ihre eigenständige Interpretation von deutschsprachiger Gitarrenmusik hat den 4 Jungs mächtig Lob eingebracht. Grundtenor: Anwärter auf die „beste deutsche Punkrockplatte 2007“. Grund genug sich einmal über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Band zu unterhalten.
IYF: Auch wenn euer Bekanntheitsgrad im Moment stetig zu steigen scheint, wissen wohl die wenigsten etwas zu eurer Geschichte. Stellt euch doch einmal kurz vor und erzählt ein bisschen was zu den Wurzeln von CAPTAIN PLANET.
Benni: Da gibt es eigentlich wenig Spannendes zu berichten. Wir machen alle schon seit Jahren vornehmlich laute Musik. Irgendwie scheinen wir alle davon überzeigt zu sein, dass das was wir zusammen machen gut ist, sonst würde man sich wahrscheinlich schleunigst ein anderes Hobby suchen. Vielleicht Eines, das einem nicht die Lebensjahre raubt wir Elstern Perlen.
IYF: In diesen Tagen lasst ihr ja gerade euer erstes echtes Album auf die Menschheit los. Vorher gab es bereits eine Single und dann ein Split-Tape mit den allseits beliebten MATULA. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?
Benni: Ich habe die Herren Matula mal in der Flora in Hamburg gesehen. Irgendwie kam man dann ins Gespräch und hat sich ineinander verliebt. Wir machen auch außerhalb des Bandgeschehens viel zusammen. Die einzige Chance, dass Matula uns wieder loswerden ist, dass wir alle altersbedingt früher sterben...
IYF: Bereits eure Single ist ja wie das Album auf „unterm Durchschnitt“ erschienen. Wie kam es damals zu diesem Deal?
Benni: Andi hat uns einfach jede Menge Geld versprochen.
IYF: Euer Debüt "Wasser kommt, Wasser geht" ist jetzt seit wenigen Wochen auf dem Markt. In den einschlägigen Magazinen kommt das Album ja meist mehr als gut weg. Ist die Resonanz bei euren bisher gespielten Shows ähnlich positiv?
Benni: Ja, die Resonanz ist schon überwältigend. Es gibt aber natürlich immer noch Konzerte mit 5 gelangweilten Gästen. Sonst würde man auch wahrscheinlich die anderen nicht mehr wertschätzen können.
IYF: Ihr werdet oft mit Bands wie Muff Potter oder Turbostaat verglichen. Ich finde, dass dieser Vergleich nur ansatzweise passt. Mögt ihr solche Vergleiche oder meint ihr, dass man da eventuell auch ein paar Leute in die Irre führen könnte?
Benni: Naja, wenn mich jemand fragt wie sich das anhört was wir machen, greife ich auch immer auf die berühmtesten Beispiele dieser Sparte zurück. Schublade auf, Captain Planet rein. So Lange die Eigenständigkeit einer Kapelle nicht völlig ausgeblendet wird, finde ich solche Vergleiche in Ordnung. Muff Potter und Turbostaat beispielsweise haben ja schließlich tolle Platten gemacht, da ist das doch eindeutig als Lob zu verstehen.
IYF: Ihr kommt ja aus der Hansestadt. Ist es ein Zufall, dass dort die guten Bands wie Pilze aus dem Boden schiessen oder hat Hamburg etwas, was andere Großstädte vielleicht nicht haben?
Benni: Reiner Zufall. Aber Hamburg ist definitiv eine hübsche Stadt.
IYF: Eure Texte sind meist persönlicher Natur und handeln oft von Kindheitserinnerungen und der eigenen Vergangenheit in Kleinstädten/Provinzen. Trauert ihr dieser Zeit ein wenig hinterher?
Arne: Nein, eigentlich nicht. Es heißt ja auch: "Das alles ist verbrannt über Nacht
- Und es ist gut so!" Es geht schon oft ums Weiterziehen und darum, sich zu
lösen von irgendwelchen Altlasten. Weiß nicht, wie´s euch geht, aber ich finde
ein Großteil des Lebens besteht daraus. Jeder geht auf seine Weise damit um und
ich schreibe eben einen Text drüber und dann: Kiss Goodbye! Außerdem ist Hamburg
ja ´ne Kleinstadt...
IYF: „Deutschsprachiger Punkrock“ scheint langsam aber sicher den „Deutschpunk“ alter Tage zu verdrängen. Wie bewertet ihr diese Entwicklung?
Benni: Mit „gut“ oder „schlecht“ ist das wohl nicht zu beantworten. Musik entwickelt sich halt. Wäre ja auch schade, wenn es nicht so wäre. Das Alte hat keine Weltrevolution ausgelöst, dass Neue wird es mit noch größerer Sicherheit auch nicht tun. Beides hat seine Daseinsberechtigung.
IYF: Welche Pläne habt ihr für die Zukunft? Erst einmal werdet ihr ja kräftig touren. Habt ihr schon Vorstellungen davon wie es danach weitergeht?
Benni: Ja, es gibt wilde Pläne, die jenseits des Machbaren erscheinen. Genau richtig also. Neue Songs schreiben, Platte machen und 2009 durch Amerika touren, mit Zwischenstopp in Gainesville, Florida. Danach Weltherrschaft.
IYF: Irgendwelche letzten Worte? Ihr habt das Recht dazu, schon aus reiner Höflichkeit.
Benni: Kann jemand die Flugtickets für uns bezahlen?
Besten Dank für die netten Worte.



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