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JUPITER JONES: Statement zum "Aspekte"-Beitrag über Frei.Wild

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JUPITER JONES: Statement zum "Aspekte"-Beitrag über Frei.Wild

In einem "Aspekte"-Beitrag über Frei.Wild sind auch JUPITER JONES zu Wort gekommen - allerdings hat ihre Stellungnahme zu den Süd-Tirolern für einen wahren Shitstorm in der Fangemeinde von Frei.Wild gesorgt. JUPITER JONES haben jetzt ein ausführliches Statement zu diesem Beitrag veröffentlicht.

JUPITER JONES - Statement

Aus gegebenem Anlass - Ein Statement zum „Aspekte“ Bericht über Frei.Wild

Verehrte Frei.Wild Fans.

Da ist ja ordentlich was los, auf unserer Seite, seitdem Ihr uns für Euch entdeckt habt. Wir möchten gerne, so kurz und knackig wie möglich
und so ausführlich wie nötig, ein paar Worte dazu verlieren. Dies hier ist nicht als Rechtfertigung zu verstehen, denn einer Rechtfertigung bedarf es nicht. Allerdings gibt es offensichtlichen Erklärungsbedarf:

In der hitzig diskutierten Sendung wurden zwei Aussagen von uns untergebracht. Eine davon besagte, dass man nicht nationalistisches Gedankengut verbreiten und gleichzeitig behaupten sollte, dass man eine unpolitische Band sei.

Nationalismus ist nicht gleichzusetzen mit Nationalsozialismus. Den Unterschied findet Ihr bitte selber raus, dazu gibt es Google und Wikipedia. Dies hier wird keine Nachhilfestunde in Geschichte und Politik. Um aber die Lücke kurz zu schließen: Nicht jeder Nationalist ist gleich ein Nationalsozialist, kurz Nazi, er definiert aber weite Teile seiner eigenen Identität über seine Nation und ihr kulturelles Erbe. Eine Haltung, die wir nicht verstehen und nicht gutheißen, da wir der Meinung sind, dass alle Menschen erst einmal gleich sind, egal welcher Nationalität sie angehören.
Diese nationalistische Attitüde findet sich in derart vielen Frei.Wild Texten wieder, dass sie sich schwer verleugnen lässt und spiegelt klar eine politische Haltung wider. Wir denken, Ihr kennt die Texte wohl am besten, genügend Beispiele wurden im Beitrag ja gezeigt. Allesamt aktuelle Konzertaufnahmen. Texte, die Ihr mitsingt, über die Ihr Euch definiert. Wenn Ihr also so klar auf politischer Ebene Stellung bezieht, dann informiert Euch doch bitte auch dementsprechend.

So viel also zu diesem Thema. Wir sagen „Frei.Wild sind keine Nazis, sie sind aber auch nicht unpolitisch, denn sie sind ja nun offensichtlich mal sehr nationalistisch, völkisch, patriotisch unterwegs.“ Ihr hört „Frei.Wild sind Nazis! Punkt.“

Schade genug. Uns allerdings dann im Gegenzug vorzuwerfen, dass wir uns nicht informiert hätten, ist schon ziemlich dreist, vor allem, da Ihr offensichtlich selber in einem ziemlichen Informationsloch steckt. Eine andere Auffassung lässt Eure Reaktion leider nicht zu. Wir sind nicht erst seit Heute im Thema, wir haben recherchiert, wir haben eine Meinung. Eine Meinung, die wir uns selbst angeeignet haben, frei von Vorgaben von Außen.

Aussage zwei bezieht sich auf die Instrumentalisierung durch rechtes Pack:
Wie könnt Ihr denn bitte, wie nur wenige Sekunden vorher berichtet, mit ansehen, dass zwei freimütig nationalsozialistische Arschlöcher Eure Lieblingsband Frei.Wild zu ihren Gunsten nutzt, behauptet, dass sie zu unerfreulichen 80% die Interessen von Rechts Außen vertritt und deswegen echt wertvoll und echt nützlich für den nationalen Widerstand sind und dann gegen die schießen, die sagen „Leute, passt mal auf. Das ist echt gefährlich. Ihr werdet da zugunsten von ekelhaften Ideologien genutzt, das ist so nicht richtig, denkt mal drüber nach, macht was dagegen und spart Euch doch einfach Thematiken, die diesen Schwachmaten in die Hände spielen.“

Wo ist denn nun der Shitstorm auf den Seiten der beiden Halunken aus dem Webvideo? Wo ist denn der Aufmarsch bei der NPD? Der kommt nicht zustande. Wie traurig. Ehrlich.
Auch hier ist es vielleicht wieder eine Verständnisfrage. Instrumentalisiert zu werden ist keine freiwillige Handlung. Man wird, meist entgegen der eigenen Haltung und zugunsten der Interessen Anderer, benutzt. Das sagen wir im Beitrag. Wir sagen auch, dass das gefährlich ist. Gefährlich für die Gesellschaft, gefährlich für die Band und gefährlich für Euch. Interessant, dass es gerade wir sind, denen Ihr im hohen Bogen ans Bein pinkelt. Wir haben uns in einem Beitrag gezeigt, von dem wir wussten, dass er als Essenz hervorbringt, dass Frei.Wild eben keine Nazis sind, allerdings einiges zutun haben, um das auch endgültig und für jeden verständlich klarzustellen. Dass sie eine Aufgabe und eine Pflicht zu erfüllen haben, um aus dieser Grauzone herauszukommen. Dann wäre Ruhe, auch für Euch. Klar haben wir Kritik geübt, aber Leute, diese Kritik ist nun mal leider berechtigt und wer das nicht vertragen kann, dem können wir nicht helfen, indem wir es ihm Recht machen.

Im Großen und Ganzen sind die Reaktionen hier leider echt unterirdisch geraten. Null Raum für Reflexion und Diskussion, stumpfer, subjektiver Hass und Pöbeleien. Als Hauptargument für unser Statement wird größtenteils Neid angeführt. Hier gibt es keinen Neid. Stellt Euch vor, man kann auch als Musiker eine Meinung haben, ohne damit Geld verdienen zu wollen.
Wir können uns nicht vorstellen, dass Frei.Wild auf solche Reaktionen stolz sein können. Ihr solltet es auf keinen Fall sein. Und geholfen hat Euch das sicher nicht. Es festigt nur ein Bild in der Öffentlichkeit, das Ihr eigentlich überhaupt nicht leiden könnt. Denkt darüber mal nach.

Jupiter Jones
Nicholas, Sascha, Hont, Becks

"Aspekte"-Beitrag über Frei.Wild

Den Beitrag über Frei.Wild kann man sich in der Mediathek vom ZDF anschauen.

Weitere Infos zu

Kommentare

Bild des Benutzers Gast

Scheiß Beitrag - gutes Statement!

Bild des Benutzers andras barder

dem deutschen ist kritikfähigkeit nicht in die wiege gelegt worden, vor allen wenn es um rechte und patriotische gesinnungen geht. dafür kann man mit solchem gedankengut gutes geld verdienen. und das zählt. good night right pride!

Bild des Benutzers FL2011

Was interessiert einen eigentlich das Statement einer Kommerzband, die ihren eigenen Stil verleugnet und sich einerseits Punkrockband schimpft und andersrum mit Weichspülkommerz die Charts belästigt.

Bild des Benutzers And Becks

Geh auf ein Konzert, dann weißt du dass das noch Punk Rock ist. Meine Fresse!

Bild des Benutzers tr

Statement der Band zu Shitstorm bei euch und beim ZDF:
Ich möchte mich hier auch noch mal an alle Fans wenden, die den Beitrag gestern auf dem ZDF gesehen haben. Leute, der Beitrag war wie zu erwarten nicht Pro Frei.Wild aber wir müssen auch sagen, er hätte weit schlimmer ausfallen können. Nun, was auch immer schlimmer heißen mag:) Freunde, wir wissen es echt zu schätzen, wie auch ihr auf die Barrikaden geht und uns eure Unterstützung anbietet und geb
t.
Nichts desto trotz bitten wir euch, bei so manchem Statement und Post, den Zorn und Hass außen vor zu lassen. Jupiter Jones haben ihre Meinung und die sollten wir tolerieren, genauso auch andersrum. Was ich sagen will, lasst euch von all diesen Beiträgen nicht unnötig hochschaukeln, das ist doch das Ziel von vielen, die Frei.Wildgemeinde als dumpfe, hasserfüllte Vollpfosten abzustempeln.
Wie gesagt - auch für uns sind solche Berichte hart und überhaupt nicht nachvollziehbar, allerdings sollte man sie aber auch nicht überbewerten, wir wissen doch alle, woher der Wind weht. Es wird irgendwann die Zeit kommen, wo die meisten merken werden, dass auch deren Lügen kurze Beine haben.
In diesem Sinne, schönen Samstag und Kopf hoch, lasst uns feiern, lasst uns rocken und einfach Spaß an der Musik haben!!!

Bild des Benutzers Jörgen

Ganz ehrlich, so habe ich die Worte von JJ eigentlich auch verstanden... wer hat denn da wieder nicht richtig zugehört? - peinlich. Wäre mir viel zu blöd an der Seite von JJ meinen Senf zu hinterlassen.. nicht negativ gemeint. ;)
Frei.Wild! \m/

Bild des Benutzers Axel

Ihr redet davon das FW aus dieser GRAUZONE kommen soll. Welche Grauzone? Die in der die Band von 90% der Medien gesteckt wird? Die in der IHR sie auch reinsteckt?
Die Band hat ein Nationales Denken, na und? Was ist so schlimm daran? Ich bin Stolz auf mein Land, so wie es jeder sein sollte, egal welcher nationalität er ist. Das heisst ja nicht das man andere Nationen verunglimpft oder herrabsetzt. Das habt ihr vielleicht so verstanden aber vielleicht ist da bei eurem Denken etwas falsch gelaufen, nennt es anerzogene Angst, denn Andere Nationen sind Stolz auf ihre Länder ohne die scham die der Deutsche besitzt.
Auch Südtirol ist stolz auf ihre Herkunft, so auch die Jungs von FW.
Leute es sind KEINE Deutsche die sich schämen!!! Was erdreistet ihr euch?
Geht doch mal auf zu einem Patriotischen Amerikaner und verbietet IHM das Feiern Seiner FLAGGE oder das zelebrieren des 04 July!
oder Schiesst mal gegen einen stolzen Schotten oder übersetzt doch mal Scotland the Brave.
Ihr besitzt eine ebenso intollerante denkweise wie Rechte es tun, ebenso wie es leider Gottes die Medien tun.
Verkneift euch eure Kommentare wenn ihr nur bis zu Tellerand denkt!
MfG Axel

Bild des Benutzers horst

Du bist stolz auf dein land? auf etwas künstlich erschaffenes, was macht dieses land denn? es ist erde und berge und flüsse etc .. darauf bist du stolz?

Stolz kannst du auf dich sein wenn du etwas erreicht hast oder auf eine_n freund_in oder wen auch immer, weil du das was er oder sie gemacht hat dich glücklich macht! aber doch nicht auf ein künstlich erschaffenes land! wer setzt die grenzen deines landes? kriege. wären kriege anders ausgegangen wärst du jetzt wahrscheinlich an selbem ort aufgewachsen aber in einem ganz anderen land ... nachdenken!

Bild des Benutzers Auge

Oh ich habe kein Erfolg, Keine Fans , dann laber ich scheiße im TV , Über andere Band die Erfolgreich ist. Oh wir Armselig kann man nur sein. in der Schule im der Geschichtsstunde gefehlt. Ja ihre zeit einfach nur Neidisch über den Erfolg von Frei.Wild

Gott zum Grußes

Bild des Benutzers Gast

Die Einen fehlen in der Geschichtsstunde, die Anderen im Deutschunterricht...

Bild des Benutzers Kevin

Ihr habt Recht. National ist nicht nationalsozialistisch.
Ebenso wenig sollten Frei.Wild-Fans pöbeln und / oder beleidigend werden. Denn das macht die Sache auch nicht besser.
Ich bin Mitglied im FWSC und euer Statement ist korrekt. Man sollte sich gegen diese NPD-Pfeifen wehren und sich nicht benutzen lassen.
Allerdings frage ich mich, was ihr mit der Band zu tun habt. Dies ist mir noch nicht deutlich geworden.

Bild des Benutzers Sabine

Ich bin gerade dabei mich ausführlich mit der Medienhetze gegen Frei.Wild zu befassen und ich muss sagen:

Es ist stellenweise sehr beschämend wie wenig manche Fans nachdenken, bevor sie den verständlichen Frust und die aufgestaute Wut bezüglich dieser Thematik ablassen.
Leute, lest, zur Not auch mehrmals, was die Jungs schreiben. Macht das was ihr von den Medien auch erwartet. Hört euch die Videos ein zweites und drittes Mal an. Denkt darüber nach und versucht dabei neutral zu bleiben. Von außen betrachtet sagen sie nichts anderes als:

Distanziert euch (wie bisher) von den Extremen Seiten der Politik. Passt auf euch auf. Lasst euch nicht instrumentalisieren.
"Vor allen Dingen darf man auch nicht unterschätzen, dass die Band einfach hemmungslos instrumentalisiert wird, weil sie einfach Themen bedienen, die den Rechten und auch den Rechtsextremen, absolut in die Hände spielen. Und das ist absolut gefährlich." (Minute 6:48 - 07:07)
Wie gefährlich das für uns ist, ist im gleichen Video mal wieder anhand der Aussagen der NPD-Mitglieder zu sehen.

Aber versteht, dass starke Heimatliebe nicht als unpolitisch aufgefasst werden kann.
"Also es ist kein bloßer Patriotismus in dieser Band. Es ist ein ziemlich exklusiver Nationalismus in dieser Band und das als unpolitisch hinzustellen ist einfach schlichtweg falsch." (Minute 3:22 - 3:32)

Politisch sein ist nicht schlimm. Fast alles kann zu einer politischen Aussage werden. Sich 100% neutral zu verhalten ist, rein bei der Beschreibung der eigenen Kultur, eine Wanderung auf Messers Schneide. Nur weil jemand sagt das ein anderer nicht unpolitisch ist, ist das noch lange nichts Schlimmes. Es heißt nicht, dass dieser den anderen automatisch für einen Extremisten hält. ;)

Stürzt euch doch bitte auf diejenigen die im Beitrag wirklich kein gutes Haar an Frei.Wild gelassen haben. Allen voran die NPD.

Bei diesem Experten: Andreas Speit wäre ich etwas vorsichtiger. Man weis nicht wie ihm die Fragen gestellt wurden. Direkt im Bezug auf die Band, oder allgemein, losgelöst vom restlichen Text und ohne Hintergrundwissen. Außerdem sind mir viel zu viele Schnittstellen im Redefluss aufgefallen. Ich traue der Berichterstattung durchaus zu, sich hier einzelne Sätze und Satzfragmente so zusammen gebastelt zu haben, dass es das Bild der Beitragsverantwortlichen besser unterstreicht. Immer Obacht geben, wenn es mitten im Satz abbricht, oder der Satz nicht ordentlich beginnt. Verallgemeinernde, präzisierende, verstärkende oder auch abschwächende Aussagen gehen so nämlich viel zu schnell unter.

Zitat von: evin am/um 1. Dezember 2012 - 17:10
Allerdings frage ich mich, was ihr mit der Band zu tun habt. Dies ist mir noch nicht deutlich geworden.

Ist das nicht egal?
Es kann sich doch jeder eine Meinung bilden. Manchmal sind die objektivsten Meinungen die von jenen, welche bisher eben keinen persönlichen Kontakt gepflegt haben und auch nicht unbedingt die gleichen Ziele/Probleme/was auch immer verfolgen.
Nach einem Treffen, oder mit dem gleichen Ziel/Problem/was auch immer, ist man meist sehr stark an das eigene Bild der Personen über die man urteilen soll, gebunden. Da es hier aber vor allem um die Texte ging, ist es doch nicht verkehrt, wenn sich jemand äußert, der bisher noch keinen persönlichen Kontakt hatte und aus einer anderes Sparte kommt. Dem Textverständnis tut das keinerlei Abbruch. Andernfalls dürften wohl über 95% der FW-Fangemeinde sich nicht erlauben über die Interpretationsmöglichkeiten der Texte zu urteilen. Wer kann z.B. von sich behaupten ein persönliches Gespräch mit der Band geführt zu haben. Das dürften die wenigstens sein. :D

Viele Grüße von einem Frei.Wild !Fan!
\m/

Bild des Benutzers koslowski

Die Palästinenser werden auch von Nazis(und Kommunisten-siehe letzte Woche in Wien-Israel muss zerstört werden sagt ein K. und alle Jubeln) benutzt,hat sich die Band auch mal dazu geäussert?Oder zu den Grauen Wölfen?

Bild des Benutzers Sabine

Vielleicht? Vielleicht wurden sie aber auch einfach nicht gefragt, oder entsprechende Aussagen nicht im Interview gezeigt. Warum auch? Hat doch nichts mit Frei.Wild zu tun und passt nicht wirklich in das Bild was gemalt werden soll. Der Beitreg dauert keine 10 Minuten. Die Band kommt ganze 30 Sekunden zu Wort. Diese kurze Zeit wurde auch noch auf 2 Aussagen aufgeteilt. Das Interview hat garantiert deutlich länger gedauert. Wer sagt uns über was noch alles gesprochen wurde. Verurteilt doch bitte niemanden anhand weniger, vielleicht auch hier mal wieder aus dem Zusammenhang gerissener Sätze. Was am Ende im fertigen Beitrag landet obligt alleine der Redaktion, da haben die gezeigten meist wenig Einfluss drauf. ;-)

Bild des Benutzers Uwe

Musik sollte ohne Nationalismus auskommen. Okay. Das ist Euer Statement, allerdings spiegelt sich in anderen Kulturen Nationalismus in Musik immer wieder. Sei es in Finnland, Schweden oder der Türkei. Ich finde es halt gefährlich Frei.Wild Fans in diese "rechte" Ecke zudrücken. Ich selbst wurde mit Frei.Wild konfrontiert auf dem SummerBreeze 2010. Andere auf dem FIFA Fanfest 2010 in Berlin wo Frei.Wild spielen durften. Ich finde die Diskussion kommt einfach ein paar Jahre zu spät. Der Philipp von Frei.Wild hat Scheisse gebaut okay. Er liebt trotzdem weiterhin sein Land und seine Heimat, auch gut weil das tun die Kastelruther Spatzen auch. Wenn man nicht national sein darf, warum ist man dann beim Fussball oftmals ein Fan der eigenen Nationalmannschaft? Deutschlandlied mitsingen, Fahne schwenken, schon ist man Nationalist. Beim Sport ist das ja nicht schlimm, aber bei der Musik.

Bild des Benutzers Gast

Ich bin auch kein Fan der Band, aber die Forderungn, die oben genannte Kappele meint, stellen zu müssen, sind vollkommen überzeugen. Vielleicht sollte man friedliche Fans, die sich nie etwas haben zu Schulden kommen lassen, auch langsaml mal in Ruhe ihre Musik hören lassen. Ich erkläre auch nicht alle Anhänger von Jupiter Jones für unterbelichtet, weil sie sich das furchtbare Gejodel antun.

Bild des Benutzers Ute

@Sabine:

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du der/die Einzige bist, der da distanziert an die Sache rangeht...gut, dass das auch von der Seite so jemanden gibt. Das ist genauso mutig und richtig, wie das Statement von JJ!

Bild des Benutzers Sabine

@Ute
Es ist und bleibt ein sehr heikles Thema mit enormen Zündpotential über das man einfach nicht kurz sprechen/schreiben kann. Um es vielleicht etwas verständlicher für alle zu machen:

Die eine Seite (Fans) fühlt sich persönlich sehr stark angegriffen, weil ihnen etwas Schreckliches unterstellt wird, wobei sie doch eigentlich genau das Gegenteil denken. Für sie sind die Texte nichts schlimmes, sondern etwas sehr einfaches. Ohne Hintergedanken. Sie hinterlassen einfach nur ein gutes Gefühl, ohne dabei irgendjemand anderem etwas abzusprechen. Es geht nicht um "wir hier" und "ihr da", oder gar "jeder der nicht unserer Meinung ist ist automatisch im Unrecht", sondern einfach nur "Wir sind stolz auf das was wir haben." Auf das was wir erreicht haben, auf unser schönes Land, unsere Freundschaft, ohne Wertung des anderen. Nur weil jemand sagt das etwas schön ist, heißt es nicht automatisch im Umkehrschluss das alles andere scheiße ist.

Die andere Seite (neutrale Kritiker) mahnt zur Vorsicht, möchte die Sinne für eventuelle Gefahren (von außen) schärfen. Dabei droht diese "Gefahr" nicht unbedingt durch die Band, oder deren eingeschworene Fangemeinschaft, welche sich eingehend mit den Themen beschäftigen. Ja nicht einmal unbedingt aus den wörtlich genommenen Texten. Diese lauert ihrer Meinung nach zumeist viel eher in den !Interpretationen! der sporadischen Hörer, oder auch derjenigen die nur Ausschnitte kennen.

Es gibt natürlich noch Unmengen Abstufungen und auch jene Seite welche die Texte absichtlich und wieder besseren Wissen für ihre Zwecke missbrauchen, aber dies liegt außerhalb des Wirkungsfeldes der Band. Dieser Punkt trifft sowohl auf schlecht recherchierte Beiträge zu wie auch auf jeglicher Art von Extremistischem oder gar menschenverachtendem Verhalten und viele weitere Punkte, die mir gerade nicht alle einfallen wollen.

Es ist in meinen Augen unmöglich ein Lied zu 100% (jedes Wort, jede Silbe) exakt zu positionieren. Es bleibt immer Platz für Spielraum. Lest euch dazu gerne etwas im Netz schlau: z.B. "Warum auch Roberto Blanco ein Nazi ist".
Man muss die Zusammenhänge sehen, immer wieder hinterfragen und sich am Ende doch sein eigenes Urteil bilden.

Normalerweise wird Frauen zugeschrieben das sie einem aus allem einen Strick drehen können, wenn sie dies nur wollen. Das ist aber keine rein weibliche Eigenschaft. Wenn Mann etwas missverstehen will, dann kann auch er das sehr gut. Stellenweise muss diese Fehlinterpretation nicht mal gewollt sein. Jeder reflektiert das was er bisher erlebt hat.

Man kann nur das erkennen, was man selbst kennen gelernt hat.

Dies ist für mich ein sehr wichtiger Punkt den viele stark unterschätzen. Hier ist es notwendig Anlaufstellen zu bieten, aufzuklären und niemanden aufzugeben der guten Willen zeigt. Gerade in jungen Jahren kann extrem viel erreicht werden. Viel Hass entsteht aus Unwissenheit. Nur wenn man diese Unwissenheit in Wissen verwandelt kann man Verständnis und Verstehen erzielen. Hier bietet Frei.Wild eine Plattform, in der jeder aufgefangen wird, der lernen möchte. Vielleicht kommen einige als Vollidioten (Anspielung auf den Song: "Das Land der Vollidioten" bei uns an. Wenn sie sich allerdings benehmen und bereit sind sich in die Gemeinschaft zu integrieren, warum sie wieder verscheuchen? Wie sollen sie lernen das es auch anders geht. Das es nicht nur den einen Weg des Hasses und der Abgrenzung gibt, sondern sehr viele verschiedene.
So verstehe ich die Aussagen des Sängers, dass jeder zu ihren Konzerten kommen kann der möchte, solange gewisse Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens beachtet werden. :)
Natürlich wird niemandem vorgeschrieben wie er zu sein hat, es gibt keinen Dresscode, die Überkultur schlechthin, oder was weis ich nicht noch alles. Es geht rein um einen kleinsten gemeinsamen Nenner der vorhanden sein muss, dass weder rassistisches, extremistisches, oder sonst ein Menschenverachtendes Verhalten Geduldet wird.

Eine Sache die mir noch auf der Seele brennt:

Es ist ein wahnsinniges Gefühl in einer Gemeinschaft willkommen zu sein. Egal wer du bist, wie du aussiehst, was für eine Kultur du hast, oder wo du her kommst. Männlein, Weiblein, jung oder alt, arm oder reich, es ist vollkommen egal, solange du mit dem Herzen dabei bist.
Man muss es erlebt haben um es verstehen zu können. Die Frei.Wild-Fans tragen den Slogan: "Für immer eine Familie" nicht umsonst in ihrem Herzen und auf der Zunge.
Ich habe es bisher noch nie so stark gefühlt wie jetzt.

Meine letzten Eindrücke rühren von verschiedenen Konzerten her.
Hier abschließend noch ein kleiner Eindruck für den der es bis hierin durchgehalten und noch nie selbst erlebt hat. ^^

Temperaturen um die 0°C, Nebel, leichter Niesel. Konzertbeginn 20 Uhr, Einlass ab 19Uhr.
Schon um 12Uhr sind die ersten Konzertbesucher rund um das Gelände zu finden. 15Uhr, es wird voller. 18 Uhr, man kann auf dem Platz kaum noch treten, so viele Menschen sind zusammen gekommen. Alle trinken, rauchen, feiern, haben einfach nur Spaß. 19Uhr, die Tore werden geöffnet. 10.000 Menschen wollen gleichzeitig in die Halle. Alle schauen in die selbe Richtung, man könnte meinen jetzt würde das drängeln und schieben losgehen, aber weit gefehlt. Man geht einfach Schrittchen für Schrittchen voran und scherzt mit den stellenweise wechselnden Nachbarn. Plötzlich tippt einem jemand auf die Schulter. Ein Mann der seine schwangere Freundin aus der Kälte bringen möchte. Klar kein Thema, alle machen ihm Platz und das Pärchen kann ungehindert bis nach ganz vorne durchmarschieren. Nun sind endlich alle drin, das Konzert beginnt. Man lässt den Blick über die Massen schweifen. Es herrscht die klassische Aufteilung. Vorne die Hardcorfans die bei jedem Lied 100% geben. Mittig die Leute die hauptsächlich da sind Spaß zu haben, zu pogen, usw. Weiter hinten jene die es einfach interessiert oder die einfach nur nicht auf die sehr körperliche Atmosphäre stehen.
In reiner Bierseligkeit werden die Texte mitgesunden, der ein oder andere schießt sich etwas zu sehr ab, es wird gepogt. Von außen sieht es aus wie eine Massenschlägerei. Ein rücksichtsloses anrempeln, schaut man aber genauer hin sieht man was zwischen, den vorwiegend Herren, wirklich abläuft. Wird einer zu hart getroffen bekommt er beschwichtigende, entschuldigende Blicke und Gesten des anderen. Fällt einer hin bildet sich ein Kreis und er wird sofort auf die Beine gezogen. Übertreibt es einer wird er von einem stärkeren, oder zur Not auch mehreren, auf die ganz eigene Art darauf hingewiesen, dass es auch anders geht. Dabei herrscht ein ganz eigenes Verständnis von "zu hart" innerhalb der sich eben erst gebildeten Gruppe. Drum herum Menschen die sich eine Pause gönnen, oder sich auch einfach nur nicht für diese Art des Tanzes interessieren. Keiner wird belästigt.
Nun kommt ein Rollstuhlfahrer der mal eben da durch müsste. OK, mitten durch den Circle Pit wäre keine gute Idee, aber außen herum kommt er ohne diskutieren zu müssen. Man muss dazu sagen, das die Plätze für die Rollstuhlfahrer direkt seitlich neben der Bühne sind, er muss also auch durch die Massen der Hardcorfans welche auch besseres zu tun haben könnten als ihren Platz aufzugeben. Alles kein Problem.
Nun ruft der Sänger dazu auf der Welt zu zeigen was wir von Nazis und ähnlichem halten.
Das lässt man sich natürlich nicht zweimal sagen und ein Stimmenorkan wie selbst bei den besten Songs nicht gehört bricht los.

Die Menschen nehmen ihre Kinder mit auf die Konzerte! Ich hätte damit auch kein Problem. Bei Frei.Wild habe ich, einmal in der Masse angekommen, keine Angst das ihnen etwas passieren könnte. Aller höchstens auf dem Weg zum Konzertgelände. Und auch dies nur in Verbindung mit anderen Gruppen die es jetzt unbedingt wissen müssen und sich mit einer Mutter mit Kindern anlegen wollen.

Na egal, Konzert Ende - alles tingelt friedlich nach hause.
Keine Verletzungen, keine Massenpaniken, keine Ohnmachts- oder Kreischanfälle, keine Quetschungen, keine Atemnot, oder was weis ich was man sich sonst noch auf Konzerten zuziehen kann, welche von tausenden Fans gleichzeitig besucht werden. Die Umgebung ist vielleicht etwas dreckig, ansonsten aber unbeschädigt. Keine Krawalle, alle Autos bleiben heil.

Unterm Strich eine sehr friedliche Veranstaltung aus der eines hervor sticht:
Dir wird geholfen wenn du Probleme hast und das ohne zu hinterfragen warum und wofür. :)

Bild des Benutzers El Fredo

Ich verstehe es auch nicht, wie man stolz auf Deutschland sein kann. Vielmehr finde ich diesen (und alle anderen Industriestaaten) eher abschreckend und zu gewissen Teilen sogar abartig. Man denke nur an die Massenproduktion von Tieren, die Ausbeutung von ärmeren Ländern und den Raubbau an der Natur, den wir hier betreiben. Alles nichts, auf das man stolz sein kann ...

Bild des Benutzers Sabine

@horst
Wen meinst du?
Wenn du ein "du" verwendest wäre es schön zu wissen wer sich angesprochen fühlen soll. Als direkte Antwort auf meinen, sich direkt über deinem befindenden Beitrag, kann man ihn zumindest nicht sehen, da dort nichts von zu lesen ist das ich persönlich stolz auf dieses, unser Land wäre.
Wahrscheinlich meinst du den Beitrag von Axel.

@El Fredo
Sicherlich läuft nicht alles rund. Nicht alles was passiert ist kann man gut heißen, einiges, wenige Augenblicke im Vergleich zur gesamten Geschichte, gehören bis aufs Schärfste verurteilt. Und dennoch kann man doch sagen, dass nicht alles schlecht ist, oder schlecht war. Wenn man die Augen offen hält findet man überall etwas Gutes. Vielleicht ist es nur klein, aber auch auf die kleinen Dinge kann man stolz sein. Wieder andere sind so groß, so allgegenwärtig und so selbstverständlich, dass sie von vielen nicht einmal mehr wahr genommen werden. Eine Kultur die seit Jahrhunderten Bestand hat ist doch nur eine dieser Sachen auf die man stolz sein kann. Wir machen es uns immer so einfach alles schlecht zu reden, meckern sehr gerne, ja es wird uns manchmal sogar als unser liebstes Hobby angedichtet immer das Schlechteste in Allem zu sehen. Darüber vergessen wir nur zu gerne wie gut es uns doch im Vergleich zu anderen geht. Natürlich gibt es immer wieder Fälle in denen fast alles versagt, die warum auch immer von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Hier liegt es allerdings an jedem selbst die Augen vor dem Elend nicht zu verschließen und den Hilfsbedürftigen die Hand zu reichen. Einige schaffen es nicht alleine und oftmals ist es mit einem kleinen Schubs in die richtige Richtung schon viel getan. Manchmal braucht es hingegen den sinnbildlichen Vorschlaghammer um festgefahrenen Trott zu durchbrechen und Platz für Neues zu schaffen. Wichtig ist heutzutage sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. In einer Welt wo sich jeder selbst der Nächste ist, ist es äußerst schwer geworden nicht zwischen den Mühlen der mächtigen zermahlen zu werden. Und dennoch bin ich der festen Überzeugung, wer wirklich will und bereit ist Notfalls gewisse Selbstopfer zu bringen, der kann alles erreichen was er möchte. Es kann ein sehr harter Weg werden, aber am Ende besteht für jeden die Möglichkeit am Ziel an zu kommen. Ich weis das es sehr romantisch klingt und dass das Leben sehr hart sein kann. Ohne wahre Freunde, Menschen auf die man sich verlassen kann, ist es quasi unmöglich sich aus dem tiefsten Sumpf heraus zu arbeiten, aber es ist möglich. Man braucht nur einen starken Geist und muss es wollen.

@Gast
Und wieder andere sehen nur die Extreme und erkennen nicht die Schönheit seichter Grautöne. Welch Ironie bei diesem Thema. :)
Es gibt nicht nur gut und böse, schwarz und weiß. Die Abstufungen zu sehen, sich in kleine Dinge zu verlieben das ist eine Kunst die leider nur noch wenige beherrschen.

Stolz wird allzu gerne als allumfassender Begriff aufgefasst. Vielleicht liegt es an unserer Vergangenheit, vielleicht an etwas anderem. Stolz ist heutzutage leider sehr negativ behaftet. Dabei heißt stolz auf etwas zu sein doch nicht automatisch im Umkehrschluss, dass man alles was damit zu tun hat zu 100% gut heißt. Eine Mutter die stolz auf ihren ehemals Drogen verkaufenden, wegen Körperverletzung vorbestraften Sohn ist, welcher es geschafft hat aus dieser Spirale aus zu steigen, billigt seine Taten gewiss nicht und dennoch liebt sie ihn wie es liebende Mütter nun einmal tun. Mahnend, verzeihend, unterstützend.

Jeder stellt sich unter dem Begriff "Heimat" und "Liebe zum Land" doch etwas ganz anderes vor. Der eine findet den Flecken unberührter Natur schön, der andere hat sich in die Herzlichkeit der Menschen die ihm dort begegnen verliebt. Wieder andere sind vielleicht stolz auf Jahrhunderte alte Bräuche, oder Handwerksmanufakturen. Vielleicht auch einfach nur auf die Brücke an der man selbst mit gebaut hat, oder den kleinen Laden im Familienbesitz.

Man sollte erst klären wie jemand Stolz für sich definiert und anschließend was genau dieser jemand an dem mag worauf er stolz ist und ob es auch Schattenseiten gibt.
Erst dann sollte man für sich selbst darüber urteilen, inwieweit man damit konform gehen kann. Vorverurteilt werden sollte allerdings nie. Manche Dinge sind unverzeihlich, aber man kann sie nicht rückgängig machen. Also muss man irgendwie damit umgehen und versuchen das Beste daraus zu machen. Man kann aus Fehlern lernen, sollte durch übermäßige Vorsicht, oder gar Paranoia nur nicht in das andere Extrem hinüber gleiten.

Bild des Benutzers Grave

Nationalstolz ist das Ergebnis von generationsübergreifender Inzucht!

Netter Beitrag zum Thema:
http://undergrounded.de/index.php/blog/item/385-als-ich-aufh%C3%B6rte-au...

Bild des Benutzers diego666

"Das heisst ja nicht das man andere Nationen verunglimpft oder herrabsetzt. "

Hab mir den Beitrag angehört und selbst da wird schon nach 22. Sekunden gesungen: "Südtirol, wir tragen deine Farben, denn du bist das SCHÖNSTE Land der Welt".

Es ist semantisch gar nicht möglich, das schönste Land der Welt zu haben, ohne, dass es schlechtere gibt.
Und selbst, wenn es nicht so tragisch sehen will, ist es doch schwammig, genau wie einige andere Textzeilen der Band und könnte (und wird) 1zu1 von Nazis gesungen werden.
Wundert mich also nicht, dass die Band immer wieder damit konfrontiert wird.
Wenn hier immer mit dem ach so tollen Patriotismus von Gods own Country angekommen wird, kann ich nur sagen, im Windschatten dieses Patriotismus wächst auch immer Nationalismus. Die USA sind ein sehr gutes Beispiel, diverse Kriege der letzten Zeit, unterstützt durch sogenannten Patrioten legen ein eindeutiges Zeugnis ab.

Und wenn ein schön gescheitelter Typ mit einschlägiger Vergangenheit immer noch Texte singt, die sich wie Texte von Nationalisten und auch Nazis anhören, mal so nebenbei Lippenbekenntnisse bringt, dass man ja kein Nazis ist (gleich zur Beruhigung der Nazis natürlich auch, dass man kein Linker ist), wie könnt ihr euch aufregen, dass man sie in die Ecke steckt.

Bild des Benutzers hospes

Es ist in der Tat so, dass jede Diskussion in der breiten Öffentlichkeit unter mangelnder Differenziertheit leidet. Lassen wir also alle vermeindlichen Nazi-Anschuldigungen und Verteidigungen dagegen mal außen vor.

Dass Frei.Wild (qua Texten wie Erklärungen) offensichtlich nationalistisch geprägt ist, ist ja scheinbar auch Konsens hier.

Das Problem fängt damit an, dass eine, ich sag mal wohlmeinend, Heimatliebe mit (postulierter) Gewaltbereitschaft gegenüber Andersdenkenden verbunden ist. Ich will dabei weder unterstellen, dass das Gros der Frei.Wild-Fans (weit) rechts stünde, noch dass es auf Konzerten sehr gewaltbereit zuginge. Aber konkret wird dieses Problem eben daran, dass man eine Projektionsfläche bietet (siehe NPD-Funktionär).

Und jetzt mal Butter bei die Fische: Jede "Klarstellung", die nach dem Muster "Wir sind nicht..., aber..." gestrickt ist, ist geschenkt. Die eigentliche Gefahr lauert sowieso in der Fraktion der stumpfen Mitläufer "Ich hab ja nichts gegen Auländer. Aaaaber...")
Jugendsünden kann man machen, aber auch hier kann man einfach mal die Hosen runterlassen, ohne sich im gleichen Atemzug zu rechtfertigen oder zu relativieren.
Man könnte auch sagen, in der Verteidigung gegen den (scheinbaren) Vorwurf des Nationalsozialismus wird der (agressive) Nationalismus hintenrum als (Lokal-)Patriotismus (der der Arumentation nach auch von einigen Frei.Wild-Fand-Dikutanten anstelle des verwendeten "Nationalismus" gemeint sein dürfte.

Genau da liegt nämlich der Knackpunkt: Die eigene Kultur, Landschaft, freiheitlich-demokratische Rechtsordnung etc. kann man vielleicht lieben. Im Falle der Sozialsysteme, Bildungsmöglichkeiten, des Nahrungsangebots, der Infrastruktur etc. vielleicht auch dankbar sein, dass man durch Schicksals Wurf oder der Götter Schluss das Glück hat, in den Genuss derselben zu kommen. Lokalpatriotismus ist okay, nicht umsonst wird lokaler und regionaler Kulturerhalt ja auch öffentlich gefördert und geschützt (Sprachen, Landschaften, Erzeugnisse...). Und da, wo er für die Mitte der Gesellschaft nicht mehr vertretbar ist, ist Patriotismus eher niedlich und ein bisschen lächerlich (Trachten mit Bommeln, Schreittänze und so).

Nationalismus ist das, was zur Zerstöung zahlloser anderer Kulturen (sowohl in den entstehenden Nationalstaaten wie auch in abhängigen Gebieten) und zur Ausrottung tausender Arten geführt und die heutige Dominanz von internationalen Konzernen ermöglicht hat.

Über die Motivation der Bandmitglieder für diese Schaukelpolitik im Spannungsfeld mag ich nicht spekulieren. Dass es aber eine Schaukelpolitik ist, lässt sich an den Formulierungen erkennen, die rechten Arschlöchern immer eine "Naja, wir müssen das jetzt sagen"-Interpetation offenlässt. Und dass in linken wie rechten Taschen viel Kohle steckt, darf ebenfalls angenommen werden. Da mag man schon in Versuchung kommen, möglichst viele von beiden zu leeren.

Sollte die Band echt weg wollen von dem Image, sind Sprechchöre auf Konzerten ein netter Anfang. Vielleicht aber auch nur Augenwischerei, denn das Mittel der Wahl wären wohl ein paar Liedtexte gegen rechts mit wenig (Miss)deutungsspielraum gewesen.

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