Anti-Flag - The People Or The Gun
Anti-Flag
Man hatte es ja eigentlich schon nicht mehr für möglich gehalten, dass ANTI-FLAG nochmal ein brauchbares Release auf den Markt bringen würden. Die letzten beiden Scheiben "The Bright Lights Of America" und "For Blood And Empire" kann man im Nachhinein eigentlich nur als Enttäuschungen bezeichnen, die Live-Auftritte der Polit-Punks wurden immer lustloser und man bekam irgendwann schon das Gefühl, dass sie sich ähnlich wie BOYSETSFIRE mit ihrem Deal beim Majorlabel verbrannt hatten.
Das neue Release "The People Or The Gun" steht aber unter einem völlig neuen Stern, denn der Major-Ausflug ist beendet und als gescheitert anzusehen. Mit SideOneDummy haben ANTI-FLAG jetzt wieder ein passendes Indielabel gefunden, das trotzdem in der Lage ist, in einer gewissen Größenordnung zu arbeiten und der Band die nötige Unterstützung zu bieten. Doch das Verlangen, zu den Wurzeln zurückzukehren, schien ungemein groß, denn "The People Or The Gun" ist kostengünstig im bandeigenen Studio entstanden und hat dadurch wieder einen sehr viel rotzigeren Sound bekommen, als es bei den letzten drei Veröffentlichungen der Fall war. Mit dieser neu gewonnenen Freiheit scheinen ANTI-FLAG auch endlich die Freude an der Musik wiederentdeckt zu haben, denn "The People Or The Gun" kehrt zwar einerseits zu den Anfangstagen der Bandgeschichte zurück, bedient sich aber auch den melodischen Elementen der vergangenen Jahre. Während Songs wie "Sodom, Gommorah, Washington D.C.", "You're Fired" oder auch "No War Without Warriors" einem kräftigen Arschtritt gleichkommen, hätten Nummern wie "We Are The One", "This Is The First Night" und "The Old Guard" auch auf "The Terror State" ihren Platz einnehmen können. Allen Songs ist aber eines gemeinsam: Sie versprühen alle das Gefühl, dass hier eine Band am Werke ist, die endlich wieder Spaß an der Musik gefunden hat.
"The People Or The Gun" ist der erhoffte Befreiungsschlag, den man ANTI-FLAG nur wünschen konnte. Die rohe Produktion passt perfekt zu den Songs und sorgt für die nötige Agressivität, die man besonders auf dem letzten Album schmerzlich vermisst hat. Hinzu kommt, dass man hier in etwas mehr als 30 Minuten beinahe nur Hits serviert bekommt. Großartiges Comeback einer längst totgeglaubten Band!



















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